DIE UNTERDRÜCKUNG DER ARMENIER GEGENÜBER DEN ARMENIERN

Die aufständischen Armenier haben nicht nur die Türken massakriert, sondern gleichzeitig auch Armenier in verschiedenen Weisen unterdrückt, dessen Zustand ihnen verdächtig vorkam und von denen man vermutete, dass sie auf der Seite der Türken standen.

Nach der Kumkapi- Demonstration im Jahre 1890 begann das Hintschak- Komitee, auf verdächtige Armenier, die vermutlich auf der Seite der Regierung standen, verschiedene Attentate zu verüben.

Der Rechtsanwalt Hacik wurde von einem 15 jährigen Armenier, Namens Armenak ermordet.

Dacad Vartabet, der Prediger der Gedikpascha- Kirche wurde zerstückelt.

Auf Mampre Vartabet, einem Mitglied der Synode, wurde unter dem Verdacht der Agententätigkeit für die Regierung, ein Attentatsversuch verübt, bei dem er verletzt entkam.

Man verdächtigte den Patriarchen Asikyan damit, er habe die Pläne des Komitees der Regierung gezeigt. Durch eine Verlosung wurde der Junge Armenier, Agop, aus Diyarbakir, zum Attentäter ernannt. Er sollte am 28. März 1894 in der Patriarchat-Kirche ein Attentat auf Asikyan verüben. Da aber die Pistole des Typs Karadag des Attentäters zum Zeitpunkt des Attentates nicht funktionierte, wurde der junge Armenier verhaftet.

Am 10. Mai 1894 verübte das Hintschak- Komitee auch auf Simon Maksut, einem Freund von Asikyan in Galata vor der Havyar Karawanserei ein Attentat.

Über diese Attentate berichtete der französische Botschafter Monsieur Cambon am 27. März 1894 an das französische Außenministerium wie folgend:

„Von Cambon an Casimir Perier

Beyoglu, 27. März 1894

Als der Patriarch Asikyan letzten Sonntag nach dem Gottesdienst die Kumkapi- Kirche verließ, um zum Patriarchat zurückzukehren, hat ein um die 18 Jahre alter Jugendlicher auf ihn gezielt und einige Male geschossen. Da die Pistole nicht funktionstüchtig war, wurde der Patriarch nicht verletzt. Der Patriarch fiel in Ohnmacht und wurde zu Hause behandelt. Der junge Armenier wurde zur Polizeiwache gebracht und als man ihn nach dem Motiv für seinen Mordversuch fragte, sagte er, dass Asikyan der Feind der Armenier ist, dass der Patriarch der Regierung des öfteren Berichte erstattet und dass die Armenier geschworen haben, das Volk von diesem Mann zu befreien. Gleichzeitig erklärte er, dass er und seine Konfessionisten dem Padischach treu seien.

Cambon“

Monsieur Cambon schrieb in seiner Botschaft vom 3. Juni 1894 folgendes:

„Von Cambon an den Außenminister Hanotaux

Beyoglu, 3. Juni 1894

In den vergangenen Tagen wurde in Istanbul auf einen Angehörigen der armenischen Gesellschaft ein Attentat verübt. Diese, heute nicht mehr in Gefahr stehende Person ist der Türsteher des Patriarchats oder der Hauptübersetzer, ein wohlhabender Bankier, einer der Bauunternehmer des Kriegsministeriums, Simon Maksud. Herr Maksud, Mitglied des Volksparlaments des Partiarchats ist schon seit langer Zeit unter seinen Konfessionsangehörigen als ein an die Türken verkaufter Verräter bekannt. Als im letzten Jahr der Padischach die Feiern anlässlich der Verfassung, womit der von Sultan Mecit an die Armenier Rechte zuerkannte, verbot, hat Herr Maksud es abgelehnt, sich für die Aufhebung dieses Verbotes einzusetzen. Seitdem wird er von provozierenden Armeniern gehasst.

Die armenischen Lastträger in Van, die versucht hatten ihn zu ermorden, hatten viel unter den Kurden und den türkischen Beamten in Van gelitten.

Zweifellos stehen wir hier einem politischen Mord gegenüber. Die Mörder trugen Dokumente und Briefe bei sich, die von den armenischen Aufständischen ausgestellt wurden. Sie wurden von einer Person Namens Levon engagiert, der ihnen versprach, sie für diese Tätigkeit zu bezahlen. Die Aufständischen haben diesen Personen Waffen gegeben und wollten damit nach dem Attentat auf den Patriarchen, den Türkenfreundlichen, mit Verrat gegen den nationalen Kampf beschuldigten Angehörigen der oberen Armenierschicht warnen. Mit dieser Bewegung wollten die Aufständischen nicht nur in den Provinzen, sondern auch bei der zentralen Regierung einflussreich sein, ihre Aktivitäten auf einem größeren Bereich ausbreiten und einen starken Einflss auf den Padischach ausüben.

Der Padischach war wegen des Attentats sehr aufgeregt. Die zahlreichen Verhaftungen seitens der Polizisten in Istanbul sind auch ein Beweis dafür.

P. Cambon“

Nach der Demonstration in Kumkapi wurde Murad (Hamparsum Boyaciyan) zum Vorsitzenden der Vertretung der Hintschak- Organisation in Istanbul. Zum Hintschak Vertreter wurde Vart Badrikyan, aus dem Kaukasus berufen. Badrikyan wurde nach ein paar Monaten verhaftet, doch da er russischer Staatsbürger war, wurde er durch Vorstöße der russischen Botschaft wieder auf freien Fuß gesetzt. Daraufhin wurde wieder aus dem Kaukasus, der Beauftragte Ardavazt Ohancanyan für diesen Posten berufen. Die Attentate wurden zur Zeit dieser Vertreter verübt. ( 1 )

Die Greueltat der Armenier an Armeniern besteht nicht nur aus diesen Attentaten. Die armenischen Aufständischen, versuchten Geld für die Aufstände zusammenzubringen und raubten zu diesem Zweck mehrere Armenier aus. Der berühmte Pantikyan, dessen eigentlicher Name Rezi Yalkin ist und eine wichtige Rolle beim Waffenstillstand gespielt hatte, übermittelte an M.Sifir die folgende Botschaft:

„In dieser Hinsicht möchte ich nachdrücklich betonen, dass die sachlichen Schäden, die die Armenier in verschiedenen Teilen Anatoliens bei Überfällen der Kurden und Türken erlitten, nicht mal ein Prozent der Gelder ausmachen, die die Hintschaks in Istanbul rauben. Die Komitadschis haben die Armenier in Istanbul in solchen Massen ausgeraubt. Zahlreiche reiche Menschen, waren auf einige Groschen angewiesen worden.

Diesen Raub mit Zahlen, die ausgeraubten Armenier mit ihren Namen und Verlusten anzugeben wäre hier von Nutzen, da es eine Lektion für die neue armenische Generation sein kann: Die Hintschak- Organisation hat in der Gegend von Bakirköy, Yedikule und Samatya, unter der Leitung des berühmten Unruhestifters, des Priesters aus Van, Murat Irakliyan, von den armen armenischen Händlern 22.000 Goldstücke einkassiert und vom Teppichhändler Karnik Sümbülyan 6.000, vom Textilhändler Nisan Sahpazyan 5.000 und vom den umherziehenden Lebensmittelhändlern 3.000 Goldstücke erbeutet.

Die Räuberei in den Stadtvierteln Yenikapi und Kumkapi war nicht anders. Alle Besitztümer der Kleinhändler wurden geraubt, die Kassen der wenigen Reichen wurden regelrecht ausgeleert. Wenn ich mich nicht irre, wurden aus diesen Stadtvierteln insgesamt 30.000 Goldstücke geraubt.

Diejenigen, die aus Galata und Beyoglu Schutzgelder erpressten, brachen den Rekord des Raubes. Nur von Istepan, einer der damaligen wenigen reichen armenischen Juweliere, hatten sie 30.000 Goldstücke erbeutet und aus diesem Stadtviertel insgesamt 100.000 Goldstücke einkassiert. Izmirliyan hatte auch das Patriarchat unter Kontrolle gebracht und zusammen mit fünf Geheimagenten des Komitees, Migir, dem Priester Murat Irakliyan, Musdic Kesisyan aus Aleppo und seinen Freunden wurden sie zu den erhabensten Persönlichkeiten dieser Zeit.

Die Komitadschis meinten, dass sie einen großen Teil dieser Gelder den Leuten im Palast gegeben haben. Doch dies entspricht nicht den Tatsachen. Denn als Murat Iraklýyan zehn Jahre nach diesem Raub in Sofia auftauchte, hat er mir von diesem Vorfall einschließ allen Einzelheiten erzählt, und dabei auch erwähnt, dass sein Anteil von 30.000 Goldstücken von Izmirliyan mit Gewalt weggenommen wurde. (2)

Dozent Dr. Hasan Oktay, Lehrkraft der Fachrichtung Geschichte, der Universität Yüzüncü Yil, hat im Zusammenhang mit den Greueltaten der Armenier an Armeniern eine interessante Feststellung gemacht:

„Im Anschluss an die politische Atmosphäre, die nach der Ausrufen der zweiten konstitutionellen Periode entstanden ist, wurde die Kommunalverwaltung in Van, Mitte 1909 an den Armenier, Bedros Kapamaciyan, einem Mitglied des Verwaltungsrates in Van, übergeben. Obwohl die Einwohner dieser Stadt hauptsächlich Moslems waren, wurde Kapamaciyan, ohne irgendwelche Unterschiede aufzeigend und mit Zuneigung aller Mitbürger gewählt und bekam, somit auch die Stimmen der Moslems. Durch die Wahlen wurden zwei Armenier zum Mitglied des, aus zehn Personen bestehenden Verwaltungsrates gewählt. Kapamaciyan hat das Volk während seiner Amtszeit zufriedengestellt, war aber immer gegen die Taschnak und Hintschak- Komitees, stand auf der Seite des Osmanischen Reiches und hat für das Wohlbefinden und den Wohlstand der in Van lebenden türkischen und armenischen Gesellschaft gesorgt. Während der Bürgermeister Kapamaciyan mit seiner ganzen Kraft für das Wohlbefinden und die Zukunft der Stadt arbeitete, führte das armenische Patriarchat eine Zusammenarbeit mit dem Taschnak- Komitee und organisierte in der Umgebung von Van einige Provokationen, um die Armenier- Frage in Europa aktuell zu halten.

Im Rahmen dieser Entwicklungen kam es im April 1912 in Van zu einigen Bränden, wobei auch einige armenische Häuser abbrannten. Der Patriarch forderte den Bürgermeister auf, die europäischen Botschaften über die Brände zu unterrichten. Mit anderen Worten verlangte er, dass der Bürgermeister mitteilte, dass die Moslems, jederzeit dazu fähig sind, die Eigentümer und das Leben der Armenier zu vernichten und dass die Moslems diese Vorfälle hervorgebracht haben. Der Bürgermeister Herr Kapamaciyan schrieb dagegen einen Bericht, in dem er erklärte, dass die Vorfälle seitens der Armenier verursacht wurden, und dass die Brandanschläge seitens des armenischen Taschnak- Komitees verübt wurden.

Die von aufständischen Armeniern jahrelang im Zentrum von Van mit großen Bemühungen durchgeführten Arbeiten wurden von Kapamaciyan erschwert, wonach beschlossen wurde, dieses Hindernis aufzuheben. Die Aufständischen stützten ihre Theorie auf eine armenisch-türkische Auseinandersetzung. Auf führende Armenier, die den Osmanischen Staat unterstützten und somit den Einfluss der Aufständischen schwächten, wurden Attentate verübt. So wollten die Aufständischen Angst auslösen und eine mögliche Opposition gegen ihnen verhindern.

Der Bürgermeister von Van bekam des öfteren Drohungen und als er am Abend des 10. Dezembers 1912 zusammen mit seiner Familie, zu einer Feier seines Verwandten Marcidciyan gehend sein Haus verließ, und in den Schlitten vor der Tür stieg, begann eine taschnakische Gruppe, die sich um das Haus versteckt hatte, auf ihn zu schießen. Der Bürgermeister wurde von zwei Kugeln an den Kopf getroffen und starb davon.

Da sich das Haus des Bürgermeisters in der Gegend Baglar befand, lag die nächstgelegene Polizeiwache zehn Minuten entfernt. Deshalb konnten die Mörder in der Dunkelheit entkommen, bevor die Gendarmerie am Tatort angekommen war. Die Gegend Baglar war, ein mit Weinreben und Gartenanlagen bebautes und hauptsächlich von den Armeniern besiedeltes Stadtviertel, wo sich auch zahlreiche Taschnaken aufhielten. Aus diesem Grund war es auch für die Mörder relativ einfach zu entkommen und sich zu verstecken.

Die Tatzeugen wurden verhört. Die Angaben und äußeren Merkmale der Täter standen langsam fest. Vor allem nach der Aussage des Sohnes des Bürgermeisters führten die Spuren darauf, dass Karakin und seine Freunde diesen Mord begangen haben könnten.

Dass die Tatverdächtigen bekannt waren, verhinderte einen Konflikt zwischen dem moslemischen und armenischen Volk. Durch rasche Operationen wurde Karakin verhaftet, doch seinem Komplizen gelang es zu entkommen. Der Fahrer Potur, der ebenfalls als Fahrer in das Attentat verwickelt war und wegen Waffenschmuggel in Van gesucht wurde Sarac Osep der Juwelier Karakin, sowie die Komplizen, die nach dem Mord ins Karagündüz Dorf flohen, wurden ebenfalls gefasst. Der seit der Tat vermisste Komplize des Mörders Karakin wurde später gefasst und verhaftet.

Es wurde beschlossen, Viramyan Efendi, den Kolumnisten der Zeitung Azadamart, den Anhänger des Taschnak- Komitees in Van herausgaben, Aram Manukyan, den Inspektor der Armenierschulen und Van- Verantwortlichen des Taschnak- Komitees und einige Führer des Taschnak- Komitees, wegen Mordes an dem Bürgermeister Kapamaciyan zu verhaften.

Die schnelle Festnahme des Mörders von Kapamaciyan, der unter den Armeniern sehr beliebt war, wurde vom Volk mit Freude aufgenommen, auch wenn dieser nicht ihre verdiente Strafe bekam. Da die Mörder Armenier waren, hat dieser Vorfall unter den Armeniern ein Bedauern ausgelöst. Es wurden entsprechende Maßnahmen für die Bestattung Kapamaciyans getroffen und man hat darauf geachtet, dass es dabei zu keinen Zwischenfällen kam. An der Bestattung nahmen von den ausländischen Missionsführern, die englischen, russischen und französischen Konsule teil. Darüber hinaus nahmen weder Militärs noch Mitglieder des Taschnak- Komitees an der Beerdigungsfeier teil. Somit hat das Taschnak- Komitee offen gezeigt, dass sie den Bürgermeister umgebracht hat, dies sollte eine Warnung an Freunde und Feinde sein.

Die aufständischen Taschnak Armenier waren in der Lage, ihre Mitmenschen gnadenlos zu ermorden, um somit an ihr Ziel zu gelangen. Die Aufständischen, die bereit waren, jede Art von Demonstrationen durchzuführen, um somit die günstige Basis für die Revolution zu schaffen, hatten ihre systematisch durchgeführten Studien mit Hilfe der Russen zu einem Ergebnis geführt und die Stadt Van vorläufig besetzt. Nachdem sich die Russen im Oktober 1917 durch die Bolschewistischen- Revolution zurückzogen, kam Van erneut unter die Herrschaft der Türken.“ (3)

Oktay zitiert zu den Greueltaten der Armenier an Armeniern die folgenden Sätze von Altan Deliorman:

„Während die Armenier auf der einen Seite ihre Aktivitäten in Anatolien weiterführten, ermordeten sie auf der anderen Seite die Armenier in Istanbul, die zwar dem gleichen Glauben angehörten, aber nicht auf ihrer Seite standen. Der Anwalt Hacik, Dacad Vartabet, der Priester der Gedikpascha- Kirche, der Kaufmann Karagözyan, der Öllampenverkäufer Onnik, Apik Uncuyan, der Polizist Markar, das Mitglied des Geistlichenrates Mampre Vartabet, Haci Dikran Migirdic Tütüncüyan sind nur wenige, von hunderten Armeniern, die von armenischen Aufständischen ermordet wurden.“ (4)

QUELLE:
(1) Uras, Esat: Armenier in der Geschichte und das Armenier Problem, Belge Verlag, Istanbul, 1987, Seite 469 -471

(2)Banoglu, Niyazi/ Ahmet, Gündüz: Druckerei, Ankara, 1976, Seite 24 -25

(3) Oktay, Hasan: www.ermenisorunu.gen.tr/makaleler

(4) Altan Deliorman: Die Armenischen Revolutionäre gegen die Türken, Istanbul, 1975, Seite 31.

Muhammed Resit Güleser
Seyh Cemal Talay
Salih Tasci
Bekir Yörük
Ibrahim Sargin
Ayse Sevimli
Haci Zekeriya Koc
Hikmek Saylik
Mehmet Saar
Kadriye Duran
Abdülbari Barlas
Sait Kaya
Yamin Tosun

ARMENISCHE MASSENMORDE GEGENÜBER DEN ASERBEIDSCHANER

Die Massaker der Armenier gegenüber den Türken fanden nicht nur in Anatolien, sondern auch in Kaukasien und in Aserbaidschan statt. Zu diesen Vorfällen, zitieren wir aus Dokumenten vor Prof. Dr. Fahrettin M. Kirzioglu:

„Im August 1919, überfielen die armenischen Einheiten insgesamt 45 Dörfer in der Umgebung von Nachitschewan und Serür und haben aus gepanzerten Eisenbahnwagen auf Dörfer in der Nähe der Eisenbahnstrecke geschossen.

Gegen Ende Mai 1920 vertrieben die Armenier die Einwohner des moslemischen Dorfes Karadagli, nahe Uluhanli bei Eriwan, aus ihren Häusern und plünderten sie aus.

In der Nacht auf den 24. Mai 1920 überfielen mehr als 300 armenische Kavalleristen das Dorf Cebecali, 5 km nördlich von Uluhanli, und erstachen alle moslemischen Erwachsenen mit Bajonetten.

In der Nacht auf den 27. Juni 1920 überfielen die Armenier die Dörfer Hacýbayram und Haberbegli in Eriwan plünderten die Eigentümer der Einwohner aus, ermordeten eine Vielzahl der Einwohner und die wenigen, die fliehen konnten, ertranken in dem Fluss Aras, als sie versuchten, den Fluss in südliche Richtung zu überqueren.

500 Moslems, die versuchten mit den Reisepässen, ausgestellt von dem aserbaidschanischen Botschafter in Eriwan, nach Aserbaidschan und in andere Orte zu reisen, wurden bei ihrer Reise nach Gence, in der Nähe von Gümrü aus den Zügen herunter geholt und ermordet.


Am 6. April 1920 überfielen die armenischen Einheiten die moslemischen Dörfer der Regionen Zengezor, Ordubad und Vedi und übten grausame Taten aus.

Sie überfielen in der Nacht zum 16. April 1920, das Dorf Hachaparak, 15 Minuten entfernt von Eriwan, und übten ein Massaker an den Moslems aus. 6 Männer, die versuchten diesem Massenmord zu entkommen, wurden mit Dolchen erstochen. Frauen und Mädchen wurden vergewaltigt und danach verbrannt. Alle Häuser wurden ausgeplündert.“

Die Greultaten der Armenier gegenüber den Aserbaidschanern fanden nicht nur während des Ersten Weltkrieges statt, wurden auch danach, zu der Zeit der Sowjetunion und auch nach der Auflösung der Sowjetunion während der Zeit der Armenischen Republik fortgesetzt. Yasin Aslan weist auf wichtige Dokumente in seinem Buch „Armenien, an der Historischen Kreuzung“ hin.

Die Armenier veranstalteten am 13. Februar 1988 im Verwaltungszentrum von Berg Karabagh, der Stadt Hankendinde (Stepanakert) eine Demonstration. Sie verlangten, dass Berg Karabagh von Aserbaidschan getrennt und an Armenien übergeben werden sollte. Danach folgten weitere Forderungen. Am 18. Februar 1988 trafen die ersten aserbaidschanischen Flüchtlinge in Baku ein. Sie wurden jedoch mit Bussen zur Rückreise gezwungen. Die Flüchtlinge fanden in Sumgayit Zuflucht. Es kam hier zu einigen Vorfällen. Rund 180 bis 200 Tausend Aserbaidschaner wurden aus Armenier mit Gewalt vertrieben. Eine gleiche Anzahl von Armeniern wurde vermutlich auch aus Aserbaidschan vertrieben. Kurz gesagt, führten die Vorfälle seit 1988 dazu, dass mehr als 1 Million Aserbaidschanern zu Flüchtlingen wurden.

Die 1988 begonnenen Vorfälle bilden eigentlich den letzten Ring der Verbannungskette. Die Aserbaidschaner in Armenien wurden in der sowjetischen Zeit ein paar mal vertrieben worden. Arutunyan, Vorsitzender der Armenischen Kommunistischen- Partei, schrieb im Jahre 1945 in einen Brief an Stalin und forderte die Übergabe Berg Karabagh an Armenien. Stalin hingegen, sandte diesen Brief weiter an den Vorsitzenden der Aserbaidschanischen Kommunistischen- Partei, Mir Cefer Bagirov. Bagirov bekundete in seinem Brief an Stalin, dass die gesamte Bevölkerung von Schuscha (Susa) aus Aserbaidschanern besteht und dass diese Region weiter als ein Teil Aserbaidschans bleiben muss. Er unterstrich ferner, dass auch die Aserbaidschaner Bodenansprüche von Armenien haben. Diese Annäherung führte damals dazu, dass dieses künstlich entworfenes Problem zunächst bei Seite gelegt wurde.

Aber der Ministerrat der ehemaligen Sowjetunion, verbannte mit dem Beschlss- Nr. 4083 vom 23. Dezember 1947, die in Armenien lebenden Türken unter Bezeichnung als „Aserbaidschaner“ auf die Kura-Aras- Ebene in Aserbaidschan. Der selbe Ministerrat ermöglichte mit dem Beschluss- Nr. 754 am 10. März 1948 die Umsetzung des vorherigen Beschlusses. Nach diesem Beschluss wurden die Aserbaidschaner aus Armenien vertrieben. Die Vertreibung wurde bis zum Tod von Stalin weitergeführt. In dieser Periode wurden insgesamt 150 Tausend Aserbaidschaner aus ihrem Vaterland vertrieben.

Am Anfang des Jahrhunderts wurden die in Armenien lebenden Aserbaidschaner auf verschiedenen Wegen zur Umsiedlung gezwungen. Im Jahre 1927 bestand 70% der Bevölkerung von Eriwan aus Aserbaidschanern. In diesen Jahren wurden 130 Tausend Aserbaidschaner verbannt und rund 100 Tausend Armenier aus den Nahostländern in Eriwan angesiedelt. Dies wurde auch in den folgenden Jahren weitergeführt. Den armenischen Historikern nach, waren am Anfang des vorigen Jahrhunderts, 2000 von insgesamt 2300 Dörfern in Armenien von Aserbaidschanern besiedelt. Nach 1936 wurden die aserbaidschanischen Ortsnamen geändert. Im Jahre 1991 wurden mit dem Befehl des armenischen Staatspräsidenten Levon Ter-Petrosyan, die Namen von 90 aserbaidschanischen Dörfern geändert. Die Umbenennung hatte zwischen 1960 und 1970 unter Leitung der stellvertretenden Präsidenten der Sowjetisch Sozialistischen Republik Armeniens, Hovanes Bagdarasyan begonnen.

Nach Verbannungen und Vertreibungen, die zwei Jahrhunderte anhielten, mussten 1,5 Millionen Aserbaidschaner ihre Heimat verlassen und sie wurden aus Armenien zur Auswanderung gezwungen. Die Verbannung wurde 1988 vollendet. Heute kann man in Armenien nicht einen einzigen Aserbaidschaner finden. 1988 machten die Armenier 88,6 Prozent der Bevölkerung in Armenien aus. Anfang des Jahrhunderts war die Fläche von Armenien 9 Tausend Quadratkilometer groß. Dank aserbaidschanischer Territorien expandierten die armenischen Territorien inzwischen auf 29,8 Tausend Quadratkilometer. Davon sind die in den letzten Jahren besetzten Gebiete ausgeschlossen.

Es ist Tatsache, dass sich der Druck Russlands und Armeniens auf Aserbaidschan verstärkt wurde. Aserbaidschan steht kurz davor, sich zu Libanon zu verwandeln. Die Gefahr der Teilung besteht weiterhin. Die Armenier halten zur Zeit immer noch den Lacin- Korridor, der Berg Karabagh und Armenien verbindet unter Kontrolle. 20 Prozent der aserbaidschanischen Territorien stehen unter armenischer Besetzung. Auf der anderen Seite rief Armenien im Mai 1922 die „Republik Kurdistan“ in den Gebieten Lacin und Kelbecer aus.

Nach Angaben des ehemaligen Leiters des armenischen Dienstes im Rundfunksender Azadlig (Freiheit), Eduard Oganisyan, der zugleich Vorsitzender der Anstalt für russisch-armenische Beziehungen und einer der Führer der Partei Taschnaksutyun ist, unterzeichnete die armenische Regierung ein heimliches Abkommen über den Anschluss Armeniens an Russland.

Armenien versucht eine, ihm eigene Rolle im Gebiet zu spielen. Um den Inhalt dieser Rolle zu verstehen, braucht man nur Nachrichten in der russischen und armenischen Presse zu lesen.

Der Artikel von Artur Gevarkyan, geboren im Jahre 1963, Lehrkraft an dem armenischen Institut für Philosophie und Politologie, der in der Ausgabe 1993/4 der Zeitschrift „Nas Sovremennik“ unter dem Titel „Turan anstelle der Sowjetunion?“ erschien, ist aus mehreren Hinsichten interessant. Gevorkyan, der die Belebung vom „Dritten Rom“ feuriger als ein Russe verteidigt, meint folgendes:

„Armenien Unterstützt Russland in der Kaukasus- Region und ist ein natürlicher und historischer Verbündeter. Die Armenier sperren den Pantürkisten den Weg, die zu der Dreier-Gruppe gehören, welche unter anderem aus Angelsachsern und Zionisten besteht. Der einzige Ausweg für christliche Länder, wie Russland, Armenien, Georgien und Serbien ist die Belebung des „Dritten Römischen Reiches“.

Einige russische Funktionäre behaupten, dass die Kaukakus Region in einem Feuerkreis gehalten werden muss um die Region von äußeren Einflüssen zu schützen. So werden Länder wie die Türkei und der Iran sich nicht in dieses Gebiet wagen. Ein Artikel von Vadim Simburski, der im April 1994 in der Zeitung Segodnaya erschien, ist ein gutes Beispiel dafür. Simburski fasst seine Gedanken wie folgt zusammen:

„Die Kaukasus- Region ist die einzige Region, die eine direkte Gefahr für die Interessen von Russland bildet. Es steht im Interesse Russlands, dass es im Gebiet kleine Reichtümer wie „Aserbaidschan“ und „Georgien“ gibt, die weiterhin als ein nationaler Staat bleiben wollen. Im Gebiet gibt es revolutionäre Mächte, die die Interessen Russlands schützen werden. Aus diesem Grund muss die „stabile Instabilität“ gewahrt werden. Diese seit Jahren gewahrte instabile Lage verhindert die Eingriffe der Türkei und des Iran. Andauernde kleine Konflikte stehen im Interesse von Russland. Denn diese Lage wird zu einem Feuerkreis beitragen, der die Türkei daran hindert, in das Gebiet zu gelangen.

Ungeachtet dieser Lage im Westen des Kaspischen- Meeres, muss Russland es im Osten des Kaspischen- Meers, die Stabilität gewährleisten. Denn Kasachstan ist ein halb russisches Gebiet. Kasachstan muss zu einer Sicherheitszone verwandelt werden, die die südlichen Grenzen Russlands schützt.


Odenburg wird zur Verbreitung von Mittelasien offen sein. Aus diesem Grund muss Russland alles in seiner Macht stehende tun, um Kasachstan und die mittelasiatischen Länder zu einer sicheren Zone im Inland zu verwandeln.“

Vazgen Manukyan, der zwischen 1992-1993 Verteidigungsminister von Armenien war und zur Zeit inoffizieller Führer der Opposition ist, hat bei einem Interview im April 1994, in der Zeitung Nezavisimya bekundet, dass es an der Zeit sei, zwischen der Berg Karabagh und Aserbaidschan einen Föderationsstaat zu gründen.

Das Angebot von Andronik Migranyan, politischer Berater des russischen Staatspräsidenten Jelzin und Mitglied des Präsidentschaftsrates, ist von vielen Hinsichten aus sehr interessant. Migranyan hat in einem Interview für die Zeitung Nezavisimaya, im Januar 1994 vorgeschlagen, dass ein föderativer Staat zwischen Aserbaidschan und Georgien gegründet wird. Er behauptete weiter, dass ein föderatives Aserbaidschan und Georgien ohne Russland nicht leben könne. Er erklärte weiter, dass Armenien, an der Südgrenze von Russland, zu einem Stabilitätsfaktor umgewandelt werden müsse.

Auch Levon Schirinyan stellte die gleiche Behauptung in der Zeitung Azatamart. Schirinyan und behauptete, dass Nachitschewan an Armenien zurückgegeben werden solle. Diese Beispiele können vervielfacht werden. Sie weisen darauf hin, aus welchen Zentren diese Vorfälle gelenkt werden.

Diejenigen, die versuchen eine Annäherung zwischen der Türkei und Armenien zu verhindern und dagegen offen propagandieren sind die Anhänger der Daschnaksutyun- Partei und Zweigorganisationen, die Anhänger von Moskau, Berater wie Ambatsumov (Ambartsumyan), Migranyan, Kurginyan, die zuvor Gorbatschow und danach Jelzin nahe standen sind, die Armenier, die an der russischen Regierung teilnehmen und insbesondere der armenische Diaspora.

Eine Nachricht die von der Daschnaksutyun Partei am 7. Dezember 1993 unter der Bevölkerung verbreitet wurde, um Panik auszubreiten, ist ein gutes Beispiel hierfür. Die Nachrichtenzentrale der Daschnaksutyun Partei verbreitete die Auskunft, dass die türkische Armee einen Raketenangriff, insbesondere gegen das Atomkraftwerk Medzamor und auf weitere Ziele in Armenien starten werde. So hieß es in der Nachricht, die Türkei wolle ihre Angriffe damit gerechtfertigten, dass die PKK- Terroristen in Armenien aktiv sein. Dem Vorsitzenden der Nachrichtenzentrale Bagrat Andronik nach, würde die Türkei die Angriffe aus Nachtschewan leiten.

Antitürkische Nachrichten machen einen wichtigen Teil der Meldungen in der armenischen und russischen Presse aus. In diesen Artikeln wird versucht, die Bevölkerung mit dem so genannten „Türkischen Faktor“ einzuschüchtern. Ausdrücke wie „Der erweckende Riese“, „Der erwachende Löwe“, „Todesengel der Sowjetunion“, „Der Osmanische Geist erwacht“ und „Einer der Zwei Säulen des künftigen Reiches“ werden häufig benutzt. Der armenische Politikwissenschaftler Andronik erläutert diese Artikel wie folgt:

„Armenien, Russland und Iran könnten eine Vereinigung der Türkei mit Aserbaidschan und Mittelasien verhindern. Armenien und der Iran müssen zu einem Faktor zur Hinderung dieser Einheit werden.“

Armenien spielt seit einigen Jahrhunderten eine wichtige Rolle in der russischen Außenpolitik. Armenien ist ein Fernposten von Russland gegen die türkische und islamische Welt. Aber die russischen Nationalisten nähern sich seit einigen Jahren der Türkei an und kritisieren die Eingriffe Armeniens auf aserbaidschanischen Territorien. Ein Teil der russischen Nationalisten betrachtet nun Armenien als eine Last auf der Schulter Russland.

Nach Moskauer- Zeitungsberichten, trägt Russland 57 Prozent des Haushaltsbetrages von Armenien. Es scheint nicht möglich, dass Armenien einen solchen umfangreichen Krieg ohne Unterstützung aus dem Ausland weiter führen kann. Der Vorsitzende des aserbaidschanischen Parlaments, Resul Guliyev erklärte gegenüber eines russischen TV Senders, dass Armenien nicht in der Lage sei den Krieg noch fünf Jahre weiterzuführen, wenn es keine ausländische Unterstützung erhalten sollte. Nach Guliyev ist Armenien nicht in der Lage einen einzigen weiteren Panzer zu kaufen. Die Unterstützer von Armenien sind die im Ausland lebenden Armenier, einige westliche Staaten und einige Mitgliedsstaaten der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS).

In der Ausgabe 1992/13 der Moskovski Novosti Zeitung wurde behauptet, dass nach dem Rückzug Russlands aus der Kaukasus- Region, das Gleichgewicht gestört und die Region unter Einfluss der Türkei geraten wird.

Der Bericht des Gorbatschow Fonds zum Thema Berg Karabagh weist daraufhin, dass ein solch großer Staat wie Russland aus vielen Gründen Armenien nicht mehr braucht. Armenien sei nur ein freiwilliger Verbündeter Russlands. Die folgende Zeile aus dem Bericht ist sehr wichtig: „Die historische Vergangenheit der russisch-armenischen Beziehungen zwingt Russland, Armenien zu unterstützen.“

Die Armenier sind sich diesem Bewusst und versuchen die Situation möglichst bestens auszunutzen. In einem Artikel in der Zeitung Azatamart betonte Levon Schirinyan folgendes:

„Kein Zweifel, Russland wird in der nahen Zukunft das mächtigste Land im Kaukasus sein. Länder, wie auch die Vereinigte Staaten von Amerika, haben bis heute versucht, Russlands Interessen im Gebiet herauszufordern. Die Tatsache, dass Russland Osteuropa verloren hat, zwingt es zu einer strategischen Annäherung im Süden zu den Armeniern. Armeniens Aufgabe ist, Russlands politische Manöver im Gebiet sehr gut zu beobachten und diese möglichst gut auszunutzen. Eine Zusammenarbeit im Rahmen der Gemeinschaft Unabhängiger- Staaten und gute gegenseitige Beziehungen müssen erstellt werden. Sonst wird ein anderes Land oder ein anderer Partner, die Stelle des schwachen Armeniens einnehmen“.


Seit mehr als 70 Jahren, stützte sich die Türkei- Politik Armeniens auf die Behauptung, dass die Türken 1,5 Millionen Armenier ermordet haben und die Propaganda um die Wiedergewinnung der Flächen im Nordosten der Türkei, die mit dem Vertrag von 1921 der Türkei überlassen wurden. In allen Parteiprogrammen der armenischen Parteien steht es fest, dass diese Flächen wiedergewonnen werden müssen, und dass die Türkei zu einer Entschuldigung für die Ermordung der Armenier während des Osmanischen Reiches gezwungen werden muss. Wie bekannt hat „Die geheime Armee zur Befreiung Armeniens“, kurz ASALA genannt, zwischen den Jahren 1974-1985 45 türkische Diplomaten und deren Familienangehörige getötet.

Nachdem die Armenische Volksbewegungspartei von Ter-Petrosyan 1990 zur Macht kam, entstanden wichtige Änderungen in der Türkei- Politik Armeniens. Im Rahmen der Vorstöße zur Trennung von der Sowjetunion versuchte Armenien mit der Türkei und dem Iran Handelsbeziehungen aufzunehmen. Die neue Perspektive kam auch in der im August 1990 veröffentlichten Unabhängigkeitserklärung zum Wort. In der Erklärung wurde der angebliche Völkermord wieder erwähnt, jedoch von einem Anspruch auf Boden wurde nicht gesprochen.

Der Zerfall der Sowjetunion gefährdete die Annäherung in der sensiblen türkisch-armenischen Beziehungen. Dass, die Türkei als erstes Land die Unabhängigkeit Aserbaidschans anerkannte, beeinträchtigte ebenfalls diese Beziehungen.

Im November 1992 besuchte eine Delegation der armenischen Regierung die Türkei. Die Türkei hatte vier Bedingungen für die Erweiterung der Beziehungen gestellt:

1. Armenien muss die vorhandene Grenze zwischen der Türkei und Armenien anerkennen,
2. Armenien muss seine internationale Propaganda, über den angeblichen Völkermord von 1915 aufgeben,
3. Armenien darf sich nicht in die inneren Angelegenheiten der Türkei einmischen (Dabei wurde insbesondere die Unterstützung Armeniens für die PKK in Betracht genommen)
4. Armenien muss in Berg Karabagh mit den Bedingungen Aserbaidschans einen Waffenstillstand annehmen.

Die Parteien hatten sich über die ersten drei Artikel geeinigt und die Energieminister beider Länder hatten sogar einen Protokoll für den Stromverkauf aus der Türkei nach Armenien unterzeichnet. Doch konnte der damalige türkische Außenminister weder die Regierung Aserbaidschans noch die Opposition in der Türkei, von der Bedeutung des Inhalts dieses Protokolls überzeugen. Aus diesem Grund konnte die Türkei das Protokoll nicht umsetzen. Dies war ein großer Schlag für die armenische Regierung, die unter Energiemangel litt. Wie bekannt, importiert Armenien 96 Prozent seines Energiebedarfs. Armenien importierte 80 Prozent seines Erdgasbedarfes aus Aserbaidschan. Im Herbst 1991 stoppte Aserbaidschan jedoch die Erdgaslieferung nach Armenien. Aus diesem Grund musste Armenien aus Türkmenistan Erdgas kaufen. Die Erdgasleitung führt in Georgien durch ein, früher Borcali, jetzt Marneuli genanntes Gebiet, wo Aserbaidschaner leben. 1995 wurde die Rohrleitung mindesten 10 mal sabotiert.

Die Öffnung des türkischen Flugraums für Flüge nach Armenien wurde als ein Versuch zur Erstellung eines Gleichgewichtes, im Gegensatz zu ihren Hilfen für Aserbaidschan bewertet.

Während die Weltöffentlichkeit mit dem russischen Angriff in Tschetschenien beschäftigt war, übte der Staatspräsident Levon Ter-Petrosyan eine politische Säuberungsaktivität aus, nachdem er sich von dem Berg Karabagh- Ausschuss trennte und die Führung der Armenischen- Nationalen- Volksbewegung übernahm. Wie bekannt, befahl Gorbatschow die Verhaftung der 11 Mitglieder des Berg Karabagh Ausschusses, unter welchem sich auch Levon Ter-Petrosyan befand.

Am 28 Dezember 1994 verbot Levon Ter-Petrosyan mit einem einzigen Befehl die Aktivitäten der „Daschnaksutyun- Partei“, die als die Armenische- Revolutionäre- Föderation bekannt war. Außerdem ließ er viele Organisationen und Zeitungen der Daschnaksutyun- Partei schließen.

Nach seiner politischen Säuberungsaktivität sagte Ter-Petrosyan im Fernsehen, dass die Daschnaksutyun Partei in Drogenschmuggel verwickelt gewesen war, dass diese Partei politisch motivierte Morde verwirklichte und 50 Mitglieder der terroristischen Organisation DRO aufgenommen hatte. Er teilte ferner mit, dass die DRO eine Gefahr für die Staatssicherheit sei, und dass die DRO- Spionage Aktivitäten gegen geheime Information der Streitkräfte führte.

Diese Initiativen von Ter-Petrosyan waren keine Überraschung. Er führte seit langer Zeit einen Kampf gegen die Daschnaksutyun- Partei. Zum Beispiel verbannte er im Juni 1992 erneut den Führer dieser Partei, den Hrair Marukyan nach Griechenland.

Der Parlamentssprecher Babken Ararksiyan, bekundete bei seiner Bewertung der politischen Säuberungsaktivitäten von Ter-Petrosyan, dass die Demonstrationen in der Führung der Daschnaksutyun- Partei eine Gefahr für das Land seien.

Das Verfassungsgericht verbot mit der Begründung, dass eine politische Partei keine Zweigstellen im Ausland öffnen und auch keine ausländischen Mitglieder in der Führung haben kann, verbot die Aktivitäten der Daschnaksutyun- Partei vorläufig. Obwohl die Führer der Partei Armenier sind, haben die meisten von ihnen eine andere Staatsbürgerschaft. Eine doppelte Staatsangehörigkeit ist bis heute in Armenien nicht erlaubt. Die Daschnaksutyun- Partei hat viele armenische Mitglieder, die in verschiedenen Ländern leben und auch Zweigstellen in Ländern, wo Armenier leben. Die Parteizentrale liegt in Athen.

Die Daschnaksutyun ist nicht die einzige Partei, die nach dem Zerfall der Sowjetunion nach Armenien zurückgekehrt ist. „Ramgavar Azatakan“ (Liberale Demokraten) kehrten auch zurück. Diese Partei verfolgt eine mehr mittelmäßige Linie. Die Daschnaksutyun- Partei ist mehr nationalistisch eingestellt und stellt sich gegen viele Meinungen der Regierung.

Die Daschnaksutyun Partei, deren Aktivitäten verboten wurden, hatte zuvor die Absicht, als ein Teil der linken Parteien bei den Wahlen teilzunehmen. Dieser Block kam aus Gruppen zusammen, unter denen sich auch die Berg- Karabagh- Armenier- Gruppe, die Union der Intellektuellen, die Union der Verfassungsrechtler und die Erbensbewegung befanden. Aber der zentrale Wahlausschuss hat dem linken Block die Teilnahme bei den Wahlen nicht erlaubt. Auch die Monarchie Partei und die Partei der Armenischen Frauen durften bei den Wahlen nicht teilnehmen.

Ter-Petrosyan nahm an den Wahlen, zusammen mit 5 Partien, des „Republikanischen Blocks“ teil. Die Teilnahme der Bevölkerung an den Wahlen lag bei rund 55 Prozent. Der republikanische Block gewann 114 Sitze und damit auch die Mehrzahl im Parlament. Die Schamiran- Frauenbewegung erreichte den zweiten Platz. Die Armenische Kommunistische Partei hat den von ihr erwarteten Erfolg nicht erreicht. Der Stellvertretende Staatspräsident Gagik Harutunyan, teilte bei seiner Erklärung über die Erfolglosigkeit der radikalen nationalen Front mit, dass diese Parteien kein gutes Programm hatten und auch egoistisch gehandelt haben. Aber die Umfragen vor den Wahlen zeigten auf einen mindesten 20 prozentigen Anteil für die Kommunisten an der Regierung.

Armenien befindet sich zur Zeit in einem der schlechtesten Perioden seiner Geschichte. Das Volk ist in Armut. Der Mindestlohn der Rentner liegt unter einem Dollar. Nach den Zahlen des Staatlichen Institutes für Statistik, beträgt das durchschnittliche Einkommen ca. 2,5 Dollar. Auf der anderen Seite deuten die Zahlen des Zentralen Wahlausschusses für die Jahre 1991-1994 daraufhin, dass die Zahl der Bevölkerung in den letzten 3 Jahren um 30 Prozent gesunken ist. Das heißt, seit 1993 haben ca 1 Millionen Armenier das Land verlassen. Die Armenier in Berg Karabagh fliehen. Die Zahl der nach Russland und in den Westen ausreisenden Armenier nimmt zu. Nach den Worten von Georg Pogosyan, Vorsitzender des Armenischen Institutes für Soziologische Forschungen sind 70 Prozent der Bevölkerung Armeniens potentielle Aussiedler. Diese Tatsache hat seine eigenen sozialen und politischen Gründe. Armenische Zeitungen haben die Resultate einer soziologischen Forschung unter den Aussiedlern zwischen 1993-1994 durchgeführt und veröffentlicht. 45 Prozent der Teilnehmer beschwerten sich über die Handlungsweise der Polizei und der selben Ämter, 24 Prozent wiesen auf soziale-ökonomische Gründe hin und 12 Prozent meinte, dass sie das Land verlassen haben, weil eine Gelegenheit für freien Handel nicht vorhanden war.

Das von Armenien in Berg Karabagh und teilweise auch in Aserbaidschan geführter Krieg und das Embargo der Türkei und Aserbaidschans wegen des Krieges, hat eine negative Wirkung auf das Leben im Land.

Armenien versucht seine Beziehungen mit seinen Nachbarn, insbesondere mit Georgien, sowie als auch mit Russland und dem Iran zu verbessern. Die Zusammenarbeit zwischen Russland und Armenien zeigt sich fast auf allen Gebieten.

Obwohl der Kalte- Krieg vorbei ist, wird der geopolitische Krieg noch fortgeführt. Wegen der Schwächung Russlands, der Arbeiten der westlichen Ölkonzerne im kaspischen Becken und der Zunahme nationalistischer Bewegungen bildet sich im kaspischen Becken ein besonderes internationales System.

Es ist kein Zufall, dass der russische Verteidigungsminister Grachov, anstatt der Front, Armenien und Georgien besuchte, während die russische Armee einen Angriff auf die strategischen Punkte in Tschetschenien, nämlich Argun, Schali und Gudarmes verübte. Grachov besuchte, sowohl die russischen Truppen in den hiesigen Ländern führte, auch militärische Zusammenarbeitsgespräche mit den Regierungen dieser Länder. Es ist an dieser Stelle in Erinnerung zu bringen, dass Russland während seines Angriffes auf Tschetschenien von seinen Militärstützpunkten in Armenien und Georgien Gebrauch machte. Der Vertrag zu den russischen Militärstützpunkten in Armenien wurde im März 1995 erneut unterschrieben.

Obwohl in Russland ein gewisser Hass, gegen die Völker der Kaukasus- Region herrscht, sehen einige radikale nationalistische russische Organisationen Armenien als einen wichtigen Verbündeten. Radikale nationalistische Russen betrachten Armenien als ein antitürkisches und anti-islamisches Schutzschild. Armenien ist ein Mittel für Russland um die Türkei aus dem Kaukasus und aus Aserbaidschan zurückzuhalten.

Armenien muss den ersten Schritt machen, um seine Probleme mit seinen Nachbarn zu lösen, insbesondere, die mit der Türkei und Aserbaidschan. Bewaffnete armenische Banden müssen die besetzten Territorien Aserbaidschans verlassen und das Berg Karabagh- Problem muss im Rahmen der territorialen Integrität Aserbaidschans gelöst werden. Die heutige Situation ist weit entfernt von einem sogenannten „Recht auf Selbstdetermination“. Die Armenier bezeichnen Karabagh nicht nur als ihr eigenes Land, sondern bezeichnen es auch als „Drittes Armenien“. Der Artikel von Levon Schrinyan, der in der Zeitung Azatamar erschien, ist ein gutes Beispiel hierfür. Schrinyan behauptet, dass in der Umgebung von Armenien 20 Millionen Kurden mir der Idee zur Gründung eines Nationalen Staates leben, und dass es in der Zukunft zu weiteren und schlimmeren Vorfällen kommen wird. Es ist nicht möglich mit solchen Gereden zu einem Ergebnis zu kommen. Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass auf Hass beruhende Politik nichts bringt und auch in der Zukunft nichts bringen wird. Aus diesem Grund muss Armenien mit gesundem Menschenverstand handeln und Beitrag zu der Stabilität leisten.

Die Türkei liegt im Fokus der Welt und ist ein Stabilitätsfaktor im Gebiet. Die Pravda Zeitung, deutete darauf hin, dass die Länder, die Interesse am Kaukasus und in Zentralasien haben, sowohl den Iran als auch die Türkei berücksichtigen müssen. Nach der Pravda ist die Türkei mit ihren Möglichkeiten für Investitionen, ihrer modernen Technologie, ihrem säkularen System ein Vorbild für die Staaten des Kaukasus und Zentralasiens. Insbesondere nach dem Zerfall der Sowjetunion seien viele westliche Staaten sich nun der neuen geopolitischen Lage und der wichtigen Rolle der Türkei bewusst.

Nach der Financial Times Zeitung bewerten die westlichen Staaten die Türkei als ein Politischen- und Handelszentrum im Osten des Mittelmeers, als einen Stabilitätsfaktor in Kaukasien und Zentralasien. Alle europäischen Staaten und die USA bewerteten die Türkei als eine „Regionale Macht“ und ein „Säkulares Demokratisches Model“. Der Financial Times nach ist die Türkei ein Stabilitätselement von der Balkan- Region bis zum Kaukasus, vom Nahen Osten bis Zentralasien.

QUELLE:
1. Kirzioglu, M. Fahrettin: Kars Ili ve Cevresinde Ermeni Mezalimi (1918 – 1920) / Armenian Oppressions in the Kars Province and its Environs (1918 – 1920), KÖKSAV Yayinlari / KÖKSAV Publications, Ankara, 1999.

2. Aslan, Yasin: Ermenistan Tarihi Yol Ayiriminda / Armenian History at the Cross Road., Ankara, 1997.

3. Ermeni Alimleri ve Feryat Koparan Taslar / Armenian Scholars and the Stones That Create Screams (Rusca – Russian) 1902, p. 80 – 123.

4. AFP, 6. 5. 1994.

5. Azerbeycan Sovyet Ansiklopedisi IV / Azerbaijan Soviet Encyclopaedia IV, page 81 – 82, Azerbeycan Gazetesi / Azerbaijan Newspaper, 11. 3. 1994.

6. Moscow News, 11. 12. 1993, Nr. 46, ITAR – TASS, 31. 8. 1993.

7. Nezavisimaya Gazeta, 8. 4. 1994, Nezavisimaya Gazeta, 18. 1. 1994.

8. Moscow News, 15. 1. 1993.

9. Nas Sovremennik (Muasirimiz) Magazine 1993 / 4 issue.

10. Segodnaya (Bu Gün / Today) Newspaper, 9. 4. 1994.

11. Nezavisimaya Gazeta, 8. 4. 1994.

12. Nezavisimaya Gazeta, 18. 1. 1994.

13. Azatamart Newspaper, November 2 – 8, 1993.

14. Snark News Agency, December 7, 1993.

15. Moskovskaya Pravda, 24. 9. 1992.

16. Turan Ajansi / Turan Agency, December 4, 1993.

17. Moskovskiya Novosti Newspaper, 1992 / 13.

18. Azadlig, 12. 5. 1992.

19. Azatamart, 2 – 8. 11. 1993.

20. Soviet Analyst, May 15, 1991 nu. : 10.

21. Neue Züricher Zeitung, February 9, 1993.

22. Frankfurter Allgemeine Zeitung, February 15, 1993.

23. Wall Street Journal, January 25, 1995.

24. Segodniya, June 28, 1995.

25. Segodniya, July 13, 1995.

26. ITAR – TASS, November 27, 1994.

27. Snark News Agency, December 1, 1993.

28. New Times, November 1994.

29. Country Report, 3 rd Quarter / 1994.

30. Segoniya, June 30, 1995.

31. Salam (Iran Newspaper), October 7, 1995.

32. Moscow News, December 8 – 14, 1995.

33. Komersant – Daily, October 17, 1995.

34. Nezavisimaya Gazeta, January 4, 1996.

35. Azatamart Newspaper, September 7 – 13, 1993.

36. Republik Ermenistan, August 3, 1993.

37. Pravda, March 3, 1993.

38. Financial Times, January 21, 1994.

39. Vremya, May 5, 1993.

40. Los Angeles Times, October 5, 1980.

41. Armenian Weekly, May 7, 1994.

VERZEICHNIS DES VÖLKERMORDES DER ARMENIER AN DEN TÜRKEN ZWISCHEN 1906 UND 1922 IM KAUKASUS UND IN ANATOLIEN

Quelle:
Staatsarchiv

Band und
Urkunde Nr.
Datum Ort Einzelheiten Tote
1/2 1914-2-21 Kars, Ardahan Zahl der durch die Armenier ermordeten Männer 30000
1 / 3 1916-5-8 Pasinler Zahl der Toten bei dem Umzug 2000
1 / 3 1916-5-8 Tercan Zahl der Toten bei den armenischen Überfällen auf die Dörfer 563
1/ 3 1916-5-8 Van, Tatvan Tote bei dem Überfall am Kai in Tatvan 1600
1 / 3 1915-5-9 Bitlis Tote bei den Angriffen gegen Grenzdörfer 40000
1 / 3 1915-5-8 Bitlis Tote bei den Fluchtversuchen 10000
1 / 3 1915-5-9 Bitlis Tote aus verschiedenen Dörfern durch Ermordung der Einwohner 123
l /4 1915 Van Tote durch Ermordung der Einwohner in verschiedenen Orten 44
l /4 1916-5-22 Van Erwürgte Kinder im Kreis Dir 1000
l /4 1916-5-22 Köprüköy/ Van Tote im vollständig vernichteten Dorf Köprüköy 200
l /4 1916-5-22 Van Tote bei dem Massaker der Russen und Armenier 15000
l /4 1916-5-22 Van Ermordete Männer im Stadtteil Samr 8
l /4 1916-5-22 Van Durch das Essen vergiftete Moslems 8000
l /4 1916-5-22 Van Ermordete Bevölkerung in Hosab 80000
l /4 1916-5-22 Van Tote durch Vernichtung des Volkes in Ergel und Atyan 15000
l /5 1916-5-23 Of Bei einem Überfall ermordete Frauen 5
l /6 1916-5-23 Trabzon Tote bei Massaker in einigen Dörfer 2086
1 / 6 1916-5-23 Van Ermordete Juden im Dorf Seyl 300
1 / 6 1916-5-11 Van Tote bei dem Massaker in den Dörfern von Van 44233
1 / 6 1916-5-11 Malazgirt Tote bei Überfällen in Malazgirt und einige 20000
1 / 7 1916-6-11 Bitlis Tote bei dem Massaker während der Besetzung 12
1 / 8 1916-4-1 Van, Reşadiye Tote bei dem Massaker im Dorf Aşnak 15
1 / 9 1916-6 Van, Abbasağa Folterei auf Einwohner des Dorfes Abbasağa 14
1 / 9 1916-6 Edremid, Vastan Tote bei dem Massaker in Edremid 15000
1 / 10 1915-4 Bitlis Tote bei dem Massaker im dorf Savur 29
1 / 10 1915-4 Muradiye Tote bei dem Massaker der Einwohner des Dorfes Abaağa 10000
1 / 11 1915-5 Van Tote aus dem Stamm Hasanan 20000
1 / 11 1915-2 Haskay Tote bei den Kämpfen gegen armenische 200
1 / 11 1915-2 Dutak Tote bei dem Überfall auf dem Dorf 3
1 / 12 1915-4 Van Tode bei dem Überfall auf dem Dorfern 150
1 / 12 1915 Van Tote bei den Überfällen der Russen, Armenier und Kasachen 16000
1 / 11 1915 Bitlis Tote bei Angriffe gegen die Dörfe 500
1/11 1916-5 Muş Zahl der Vernichteten in Bayezid 14000
1/12 1916-5-25 Bayezid Durch die armenischen Banden ermordet Einwanderer 800
1/ 13 l 915 Muş Ermordete Einwohner bei der Evakuierung 126
1/ 13 1915 – 8 Müküs Zahl der ermordeten Bevölkerung 121
1 / 13 1916-6-7 Müküs, Sehan Zahl der im Brunnen gefundenen Tote 19
1 / 13 1915-7 Muş Akçan Zahl der Gefallenen vor dem Kloster Anak 10
1 / 13 1329 Muş Tote bei dem Massaker in den Dörfern im Kreis Uçum 113
1 / 14 1915 Bitlis Hizan Tote bei dem Massaker in den dörfern 5200
1 / 15 1915 Van Tote bei dem Massaker in den Dörfern 311
1 /16 1916-8-14 Bitlis Tote bei dem Angriff auf das Dorf 45
1 / 19 1916-6-6 Şatak Serir Tote bei dem Angriff der Armenier 1150
1 / 19 1916-6-6 Şatak Tote bei dem angriff der armenischen Banden 9
1 /2 3 1916-1-15 Terme zahl der ermordeten Abgeordneten 9
2/2 1919-1-25 Kars Während der Patrouille ermordete osmanische Soldaten 2
2/3 19 19-1-21 Kilis Zahl der ermordeten Einwohner 4
2/4 19 19-1-26 Adana, Pozantı Ermordung des Telegrafendirektors in Zor 1
2/5 1919-5-18 Osmaniye Zahl der Ermordeten um dem Dorf Isısar 3
2/7 1919-6-13 Pasinler Tote bei den Angriffen auf die Dörfer des Stammes Abbaskulu 8
2/10 1919-6-3 Iğdır Durch Armenier ermordete 9
2/11 1919-7-7 Kars,Göle Tote bei den Auseinandersetzungen mit den Armeniern 6
2/12 1919-7-9 Kağızman Tote bei dem Überfall auf Kurudere 8
2/l3 1919-7-9 Kurudere Tote bei dem Überfall der Armenier 4
2/16 1919-7-8 Mescidli Tote bei dem Überfall der Armenier 10
2/16 1919-7-8 Gülyantepe Tote bei dem Angriff auf die Dörfer 20
2/22 1919-7-11 Mescidli Tote bei dem Angriff auf die Dörfer 2
2/26 1919-7-19 Bulaklı Tote bei dem Überfall auf den Rat und seiner Familie 9
2/31 1919-7-24 Kars, Kağızman Tote bei dem Überfall der Bande Antranik 803
2/36 1919-7 Sankamış Bei dem Rückzug durch die Armenier Ermordete 695
2/37 1919-7 Sankamış Tote bei den Angriffen Dörfer der Armenier auf die Dörfer 2502
2/38 1919-8 Verschiedene Tote durch Folterei 4
3/1 1919-7-5 Kağızman Tote durch Folterei und Vergewaltigung 5
3/1 1919 Tiknis, Ağadeve Tote bei Dorfüberfälle 2
3/1 1919-7-19 Pasinler Tote bei mehreren Dorfüberfällen 4000
3/1 1919 Nahçıvan Tote im Massaker bei dem Überfall 8
3/6 1919-7 Kurudere Tote bei dem Dorfüberfall 180
3/6 1919-7-4 Akçakale Tode durch Vernichtung und Hinrichtung 9
3/6 1919 Sarıkarnış Tote bei verschiedenen Foltereien 153
3/7 1919-8-15 Erzurum Tote durch Verbrennung und Erwürgen 426
3/7 1919-8-15 Erzurum Tote bei dem Angriff und den Hinrichtungen 3
3/14 1919-9 Allahüekber Tote bei der Auseinandersetzung 2
3/16 1919-9-14 Sarıkamış Tote bei den Straßenkämpfen 2
3/18 1919-11-11 Maraş Aus dem Zug hinausgeworfene Opfer 4
3/19 1919-11 Adana Tote durch Aushöhlung der Augen 7
3/19 1919-11-6 Ulukışla Tote bei der Auseinandersetzung 4
3/22 1919-12-7 Adana Tote bei dem Angriff 1
3/26 1920-1-22 Antep Tote durch Folterei 12
3/27 1919-9 Ünye Tote bei dem Angriff auf gefangene türkische Soldaten 40
3/28 1920-2-28 Pozantı Mit Maschinengewehr ermordete 100
3/29 1920-2-10 Çıldır Standrechtlich erschossene 400
3/32 1920-3-9 Zaruşat Tote wegen Schneesturm und durch Massaker bei der Flucht 1350
3/33 1920-2-2 Şuregel Tote wegen Schneesturm und durch Massaker bei der Flucht 1350
3/35 1338-3 Maraş Tote durch Bombenanschlag 4
3/36 1920-3-22 Şuregel, Zaruşat Auf verschiedene weise ermordete 2000
3/36 1920-3-9 Zaruşat Mit Axt und Bajonett ermordete 120
3/37 1920-3-16 Kağızman Auf verschiedene Weise durch Massaker ermordete 720
3/37 1920-4-6 Gümrü Aus dem Zug heraus gezwungene und erschossene 500
3/39 1920-4-28 Kars Mit Waffen ermordete 2
3/40 1920-5-5 Kars Tote durch Folterei, bewaffneten Angriff und Bombenanschlag 1774
3/41 1920-5-22 Kars Tote bei dem Überfall 10
3/46 1920-7-2 Kars, Erzurum Tote bei dem Überfall auf Umsiedler 408
3/47 1920-7-2 Zengibasar Auf dem Fluchtweg Im Wasser ermordete 1500
3/47 1920-7-27 Erzurum Tote bei dem Angriff 69
3/49 1920-2-1 Zaruşat Tote bei Massaker und Erwürgen im Wasser 2150
3/50 1920-5 Kars, Erzurum Tote bei verschiedener Massaker 27
3/50 1920-8 Oltu Tote bei dem Massaker während der Umsiedlung 650
3/50 1920-8 Kars, Erzurum An Bäumen gefesselte und erwürgte 18
3/51 1920-10-15 Bayburt Tote bei dem Massaker in 99 Dörfern 1387
3/52 1920-10-20 Göle Tote bei dem Massaker im Dorf 100
3/53 1920-10-17 Pasinler Tote bei dem Massaker in 30 Dörfern 9287
3/54 1920-10-18 Tortum Tote bei dem Massaker in 64 Dörfern 3700
3/55 1920-10-19 Erzurum Tote bei Massaker an verschiedenen Orten 8439
4/2 1920-10-26 Kars civarı Tote durch verschiedene Foltereien 10693
4/3 1920-10-?8 Aşkale Tote bei den Massaker in den Dörfern 889
4/4 1919-1-6 Zaruşat Tote durch Kanonensalven und Folterei 86
4/5 1920-12-1 Kosor Tote bei den Massaker in den Dörfern 69
4/6 1920-12-3 Göle Mit Bajonett und Granaten ermordete 508
4/7 1920-12-4 Kosor Tote bei den Massaker in den Dörfern 122
4/9 1920-12-4 Kars, Zeytun Durch Verbrennen und auf andere Weise ermordete 28
4/10 1920-12-4 Sarıkamış Tote bei den Massaker in 13 Dörfern 1975
4/12 1920-12-6 Göle Tote bei den Massaker in den Dörfern 194
4/14 1920-12-7 Kars, Digor Tote bei den Massaker in verschiedenen Dörfern 14620
4/16 1920-12-14 Sarıkamış Tote bei den Massaker in 18 Dörfern 5337
4/17 1920 Göle Tote bei dem Angriff auf Frauen und Kinder 600
4/17 1920 Kars Tote bei den Massaker in den Dörfern 3945
4/18 1920 Haramivartan Tote bei den Massaker in den Dörfern 138
4/19 1920 Nahçıvan, Tote durch Verhungern, Krankheit , Kälte und Ermordung 64408
4/20 1920-11-29 Zarcışat Tote bei denm Massaker in 55 Dörfern 1026
4/21 1921-2 Zenibasar Erschossene 18
4/23 1920 Nahçıvan Tote bei dem Massaker in verschiedenen Dörfern 5307
4/24 1920-2 Kars civarı Tote bei dem Massaker ineinigen Dörfern 561
4/26 1920-12 Erivan Tote durch Folterei 192
4/27 1921 Karakilise Tote durch Katastrophe und Umsiedlung in 24 Dörfern 6000
4/29 1921-11-21 Pasinler Tote bei dem Überfall auf die Einwohner 53
4/29 1921-11-21 Erzurum Tote bei den Überfällen auf 39 Dörfer 1215
4/30 1918 Hınıs Tote bei den Überfällen 870
4/31 1918 Tercan Tote bei dem Massaker in den Dörfern 580
4/32 1921 Nahçıvan Entführte und durch Folterei ermordete 12
4/33 1921 Bayburt Tote durch Folterei 580
4/34 1921 Arpaçay Tote bei dem Überfall auf Umsiedler l48

Quellen für Interessierte

Osmanlı Belgelerinde Ermeniler (1915-1920).Başbakanlık Devlet Arşivleri Genel Müdürlüğü Yayınları, 1995

Hüseyin Nazım Paşa, Ermeni Olayları Tarihi, Başbakanlık Devlet Arşivleri Genel Müdürlüğü Yayınları, 1994

Arşiv Belgelerine Göre Kafkaslar’da ve Anadolu’da Ermeni Mezalimi (türkisch und englisch),4 Bänder, Başbakanlık Devlet Arşivleri Genel Müdürlüğü Yayınları, 1995,1995,1997.1998

Armenians in Ottoman Documents (1915-1920),

The turkish Republic Prime Ministry General Directorate of thi State Archives publication,1995

Kars ili ve Çevresinde Ermeni Mezalimi. Dr.Fahrettin Kırzioğlu.1970.

Kars Turizm Derneği Arşiv Vesikalarıyla Tarihte Ermeni Mezalimi ve Ermeniler, Mehmet Hocaoğlu ,1976 Osmanlı ve Sovyet Belgelerinde Ermeni Mezalimi, Halil Kemal Türközü,1983

Ermeni ve Rus Mezalimi, Erdal İlter,1999

DAS DENKMAL AN DAS MASSAKER VON IGDIR UND MUSEUM

An dem internationalen Symposium „Historische Tatsachen und die Armenier“, das zwischen dem 24. und 26. April 1995 in Igdir veranstaltet wurde, nahmen viele Wissenschaftler und Politiker aus verschiedenen Ländern teil. Das Projekt des Architekten Prof. Dr. Cafer Gayisi, aus Aserbaidschan, zur Errichtung eines Monumentes in Erinnerung zu den Opfern des armenischen Massakers an den Türken, fand Anhänger und es wurde in der Schlussmitteilung des Symposiums wie folgt bekundet: „Es wurde die Errichtung eines Denkmales in Igdir, in Erinnerung an die mehr als eine Million Opfer der Vergangenheit und eines Grabmales in dem Dorf Oba beschlossen, als eine Antwort für diejenigen, die in der internationalen Bühne, ihren sogenannten Massaker Tag vom 24 April anerkennen lassen zu versuchen. Das Denkmal in Igdir soll uns an die dunklen Tage der Vergangenheit und an die Imperialisten erinnern, die uns zu Feinden machten. Es soll auch einen Beitrag zur guten Nachbarschaft und Zusammenarbeit leisten.

Als Baustelle des Denkmals wurde die östliche Einfahrt der Stadt Igdir, also die Kreuzung der Straßen aus Aserbaidschan, Iran und Armenien ausgewählt. Die Fläche des dreieckigen Platzes beträgt 1.3 Hektar. Außerdem sollte das Denkmal eine Perspektive zum Agri- Berg haben. Am 1. August 1997 wurde mit dem Bau des Denkmals begonnen.

Das Denkmal befindet sich in der Mitte des dreieckigen Platzes und ist 7.20 Meter hoch. Auf der weiten Geographie der Türken sind Hügeldenkmäler sehr üblich. Sie wurden für die Oberhäupter der Staaten und der Armeen auf den Steppen Asiens errichtet. Im inneren dieser Hügeldenkmäler befand sich ein Grabzimmer. Diese Tradition wurde auch am Denkmal in Igdir fortgeführt. In dem kreisförmigen Saal in der Mitte des künstlichen Hügels befinden sich die symbolischen Gräber der Opfer. Dieser Saal steht im Zentrum des Massaker- Museums. In diesem Saal wird die Grausamkeit der Armenier mit Gegenständen und Photos aus den Massengräbern ausgestellt. An der linken Seite befindet sich eine Bibliothek für Forschungen.

Das Eingangstor zum Museum wurde gemäß der Architektur der Seldschuken, kronenartig gebaut. Das Tor trägt auch Spuren von Moscheenischen, wie die zu der Zeit der Kadavali Osmanli. Hiermit wird betont, dass sich dieses Tor in einen heiligen Raum öffnet. Das Eingangstor zum Museum ist aus Bordeaux und schwarzem Granit, und die schmalen und wenigen Fenster deuten auf die Grausamkeit des Massakers hin.

In der Mitte des Hügels mit einer Höhe von 36 m befindet sich die Schwertgruppe. Zum Gedenken an die türkische Armee, die das moslemische Volk vor dem Massaker der Armenier geschützt hat, an die Märtyrer und Blutzeugen. Diese sind nach einem fünfeckigen Plan aufgestellt. Und zwar in Form des fünfeckigen Sterns, des Symbols des türkischen Staates, das auch auf der türkischen Fahne zu sehen ist.

Die türkischen Soldaten, so die Legende, schärften ihre Schwerter im Wind, im Regen und unter Blitz. Und diese Schwerter neben dem Agri- Berg, werden von der Sonne, vom Regen und Wind geschärft. Die Armenier, deren nationales Ziel es ist „für die Zukunft irgendwann einmal die Umgebung des Agri- Berges“ zu erobern, sehen nun vor diesem heiligen türkischen Berg, die Schwerter der Türken.

Die Spitzen dieser fünf Schwerter bilden eine Kuppel am Gipfel. Somit ähneln sie den seldschukischen Türben. In der türkisch-oghusischen Monumental- Architektur wurden Kuppel- Gräber für Sultane, Helden, Kommandanten und wichtige Personen errichtet. Traditionelle Grabdenkmäler der Seldschuken aus einem unterirdischen Grab und einer oberirdischen Kuppel. Das Massaker-Denkmal in Igdir besteht auch aus zwei Stockwerken. Das untere Stockwerk befindet sich unter dem künstlichen Hügel, ein symbolisches Grab, das als ein Museum dient. Das obere Stockwerk besteht aus einer Kuppel, die von fünf Schwerter gebildet wird.

Somit trägt das Massaker- Denkmal von Igdir, von der Architektur her, Spuren der drei größten türkischen Architektur Tradition aus der Geschichte (Kuppel, seldschukisches Grabmal und Grabsteine). Diese wurden mit moderner Architektur in einem neuen Bau zusammengebracht.

Das Schwert in der Hand eines Menschen ist furchtbar. Doch Schwerter, die an der Spitze gestützt und gekreuzt liegen, sind ein Symbol der Gesundheit, des Wohlhabens und des Friedens. Sie symbolisieren auch die Verteidigungskraft der Nation. Dass die scharfen Seiten nach außengerichtet sind, weisen daraufhin, dass man jederzeit auf Angriffe der Feinde vorbereitet ist.

Der kreisförmige Museumsaal (das symbolische Grab) wird von oben, von fünf Öffnungen der gekreuzten Schwerter beleuchtet. Die Bedeckung der Öffnungen ist eine Pyramide aus Glas, die ein Zelt symbolisiert. Dieses Zelt, mit goldfarbenem Rahmen und buntem Glas, symbolisiert das Goldene Zelt, das Meisterstück der türkischen Steppenarchitektur. In den alten Zeiten befand sich die Fahne des Staates auf dem Goldenen Zelt als Symbol der Staatsmacht. Das Goldene Zelt, das in der Mitte des Hauptquartiers der Truppen auf dem Marsch errichtet wurde, schützte man besonders. An diesem Denkmal, an dessen Spitze sich die Fahne des Türkischen Staates befindet, wird von fünf Schwerter geschützt.

Die Heiligkeit des Schwertes kommt auch in der Ästhetik zu Schein. Der Griff des türkischen Schwertes wurde mit wertvollen Metallen beschmückt. Auch bei dem Igdir- Denkmal wurden die Griffe der Schwerter mit Granitrahmen und Bronzereliefs verziert. Auf jedem der Griffe befinden sich Figuren des Grauen Wolfes, eines Pferdes und des zweiköpfigen Adlers.

Der Graue Wolf war das Haupttotem der Türken und wurde als ein Wegweiser bewertet. Von der Herrschaftszeit des hunnischen Reiches bis zu den Osmanen war es ein nationales Symbol. Vor dem Islam befand sich der Kopf des Grauen Wolfes auf den Fahnen der Türken. Im Laufe der Zeit wurde diese Abbildung durch den Stern und den Halbmond ersetzt.

Von den Altai bis hin nach Anatolien wurde der starke, kluge und auf seine Freiheit nicht verzichtende Graue Wolf geliebt und respektiert. In der Zeit von Gazi Mustafa Kemal Atatürk, des Begründers der Türkischen Republik, wurde der Graue Wolf auf Banknoten, Münzen und öffentlichen Gebäuden abgebildet. Das Relief eines Grauen Wolfes am Schwertgriff, als Symbol der Befreiung, ist ein Zeichen des Respekts gegenüber von nationalen Werten und der Treue zu den Prinzipien Atatürks.

Die „Schwertzeit“ wurde in der Geschichte zugleich auch die „Pferdezeit“. Nach Angaben von türkischen Historikern hatten „Pferdezucht und Schmieden“" und insbesondere Schmieden, bei der großen Eroberung der Türken die wichtigste Rolle gespielt. Schmieden war wichtig für die Herstellung der Schwerter und Pferdezucht für die Feldzüge in entfernte Gebiete. Die türkischen Soldaten zogen mit ihren Pferden, Schwerter und Zelten nach entfernten Gebieten.

Das Pferd war das wichtigste Totem der Türken und ein unentbehrlicher Freund und Gehilfe der Soldaten. Es ist unmöglich, in der Kriegsgeschichte, einen Schwert ohne ein Pferd und einen Türken ohne Schwert und Pferd sich vorzustellen. Aus diesem Grunde wurde an den Griffen der Schwerter, als ein Symbol des Glücks, ein Pferdesymbol benutzt. Grauwolf- und Pferdereliefs befinden sich an beiden Seiten der Griffe.

An den Innenseiten der Griffe befindet sich ein Relief von einem zweiköpfigen Adler. Der zweiköpfige Adler wurde in Anatolien zuerst zum Symbol der Hetiter und danach der Byzantiner. Danach wurde er zum Symbol der Seldschuken, der Niederlassung der Türken auf anatolischen Territorien und zum Symbol des Unterganges der Byzanz.

An den Außenseiten der Griffe befinden sich Figuren von Soldaten. Grauwolf, Pferd und Adler, die Symbole der Türken werden wiederholt. Die Soldatenfiguren sind anders. Auf jedem dieser Griffe befindet sich ein Soldat aus einer Epoche. Diese sind Soldaten, aus der Zeit des Hunnen- und des Göktürkreiches, der Seldschuken, der Osmanen und der modernen Türkei.

Die türkischen Soldaten, die in der Zeitgeschichte eine Reihe von Staaten gegründet haben, verdienen das größte Denkmal. Die Soldatenfiguren aus Bronze symbolisieren alle türkischen Soldaten in der Geschichte, die zur Wohlhabenheit und zum Frieden des Landes beigetragen haben.

Am 1. August 1997 wurde mit der Anweisung des Gouverneurs von Igdir, Semsettin Uzun mit dem Bau des Denkmales begonnen. Die Umgebungsmauern des Denkmales wurden aus dem sogenannten Holzbirnenstein gebaut. Das Tor, die Fenster und Schränke des Denkmales sind aus Kastanienbaum. Die Schwerter wurden aus dem so genannten „Bianco Maris“ Granitstein aus Italien hergestellt. Für Einzelheiten der Architektur wurden „Afrikan Red“ Granitsteine benutzt. Am Denkmalstein wurden verschiedene Marmorsteine aus verschiedenen Gebieten der Türkei benutzt: „Toros Schwarz“ aus Kayseri, „Teos Grün“ und „Ege Füme“ aus Izmir, „Hazar Pink“ aus Diyarbakir, „Ege Bordo“ aus Mugla, „Traversin“ aus Denizli und Kütahya, „Bodrum Kayran“ aus Mugla, „Bergama Granit“ aus Izmir und „Imyra“ aus Antalya. Dieses Material wurde an verschiedenen Stellen des Denkmales benutzt.

Der Bau des Denkmales und des Museums wurde von der Entwicklungsstiftung für die Provinz Igdir und der Kreisstädte finanziert. Dieses Denkmal und das Museum sind in erster Linie die heilige Grabstätte der türkischen Märtyrer, die in Massen getötet wurden und keine Gräber haben. Jeder, der diese heilige Grabstätte besucht, wird sich an die türkischen Märtyrer erinnern, die zeitweilig vergessen werden und versuchen die Gründe dieser Katastrophe herauszufinden, die die Dimension eines Massakers erreicht hat.

QUELLE:
Giyasi, Cafer A.: Igdir Soykirim Anit ve Müzesi, Atatürk Arastirma Merkezi Yayini, Ankara, 2000, s.5-9

DIE AUSGRABUNG DES MASSENGRABES IM DORF IGDIR OBA

Der Archäologe Prof. Dr. Cevat Basaran, der in der Region Untersuchungen durchgeführt hat, übermittelt folgendes:

„Prof. Dr. Enver Konukcu hat als erster festgestellt, dass es im Dorf Oba des Kreises Igdir ein Massengrab, der von Armeniern ermordeten Türken gibt, was auch mit Dokumenten aus dem Archiv bestätigt wurde.

Die am 1. März 1986 vorgenommenen Ausgrabungen am Massengrab bestätigten die Funde die historischen Dokumente. Mit Hilfe der Aussagen der Augenzeugin Sakine Aksu wurde das sogenannte „Tandir Dami“ Massaker bis ins Detail aufgedeckt. Bei der ersten Ausschachtung im inneren Teil der an der nördlichen Seite des 6 x 8 m großen Gebäudes stehender Tür, entdeckte man ein „verschlossenes Eisenschloss“. Bei der zweiten Ausschachtung im mittleren Teil des Zimmers stieß man 1 m unter dem Boden auf rund 90 Skelette. Es wurde festgestellt, dass es an einigen der Schädel Löcher und Brüche gab. Südlich des Ofens, der in der Mitte des Raums stand, befanden sich die restlichen abgebrannten Teile eines Holzbalkens, welcher zu seiner Zeit das Dach des Gebäudes trug.

Sowohl die Befunde als auch die Aussagen der Augenzeugin weisen daraufhin, dass die Armenier beim „Massaker am Tandir Dami“ die unbewaffneten Zivilen des Dorfes Oba mit Gewalt zusammenführten, eine Vielzahl dieser folterten, alle mit Gesicht zum Boden in den Raum zwangen und auf sie schossen. Danach setzten sie das Gebäude in Brand und nach dem Abbrennen des Holzbalkens fiel das Dach des Gebäudes zusammen.

Bei der Ausgrabung wurden geschmolzene Eisenteile, abgebrannte Holzstücke, Scherben, leere Patronenhülsen, Stoffteile und Skeletten gefunden. Die Brandspuren am Dach und an den Wänden des Gebäudes als auch die Asche, weisen daraufhin, dass weitere Dokumente bei dem Brand verloren gingen.“

AUSGRABUNG EINES MASSENGRABS IM DORF YEŞİLYAYLA (DUMLU/ERZURUM)

Die Ausgrabung am Massengrab im Dorf Yesilyayla bei Erzurum begann mit der Teilnahme der ausländischen Presse am 7. Oktober 1988

Archäologe Doz. Dr. Cevat Basaran

„Sie waren auch Menschen und hatten auch das Recht auf Leben. Bei dem Massaker in Yesilyayla, von dem wir laut den Erinnerungen von Kazim Karabekir Pascha erfahren, dass es im März 1918 geschehen ist, wurden ältere Männer, Frauen und Kinder in einer Scheune versammelt und erschossen. An der Grabungsstätte wurden Tabakbüchsen mit Mond und Sternabbildungen, abgerissene Seiten aus dem Koran, Patronenhülsen, halb verbrannte Teile von Holzpfeilern, lange Haarzöpfe, Überreste von seidenen Kleidern und kleine Kleiderknöpfe gefunden. Aus dem Massengrab wurden über 100 Skelette ausgegraben. Die Fundstücke werden vom Museum im Erzurum ausgestellt.“

Prof. Dr. Cevat BASARAN, Archäologe

AUSGRABUNG DES MASSENGRABS IN VAN-ZEVE

Der Archäologe Prof. Dr. Cevat Basaran, der Untersuchungen im Gebiet vorgenommen hat, schreibt folgendes:

Eine weitere Ausgrabung eines Massengrabes, dass die Ereignisse zwischen 1915 und 1918 in Ostanatolien in ihrer ganzen Unmenschlichkeit offenbarte, erfolgte in Van-Zeve. Die Ausgrabungen am Massengrab bei dem Ehrenfriedhof in Zeve, das am Ufer des Baches Ablangis (Mermit) in der Nähe des Dorfes Citören (Harabe) 18 km nordwestlich von Van liegt, begannen wie geplant am 4. April 1990 und wurden mit der Unterstützung der Yüzüncü Yil Universität und des Museum von Van durchgeführt.

Die Ausgrabung an dem Ehrenfriedhof in Zeve, wo ca. 3000 Türken liegen, die durch armenische Banden mit russischer Unterstützung ermordet wurden, begann am 4. April 1990.

Die Ausgrabung wurde durch Adnan Darendeliler, Gouverneur der Stadt Van, Prof., Dr. Nihat Baysu, Rektor der Yüzüncü Yil Universität, Prof. Dr. Azmi Süslü von der Universität Ankara, Prof. Dr. Enver Konukcu und Dr. Cevat Basaran von der Atatürk-Universität, Prof. Dr. Metin Özbek und Prof. Dr. Ercüment Kuran von der Hacettepe Universität, Prof. Dr. Fahrettin Kirzioglu von der Gazi Universität, Prof. Dr. Cevdet Kücük von der Universität Marmara und Ersin Kavakli, Direktor des Museums von Van in Anwesenheit von zahlreichen einheimischen und ausländischen Pressevertretern durchgeführt.

Die Arbeiten wurden öffentlich unter Begleitung der Presse durchgeführt.

Die Ausgrabungen im Dorf Zeve (Zive – Zaviye), das aus 25-30 Häusern besteht und während der armenischen Angriffe im Jahre 1915 dem Boden gleich gemacht wurde, sind infolge der Aussagen von Ibrahim Sargin, einer der Augenzeugen, der die Ereignisse miterlebt hat, und anhand von verschiedenen Dokumenten mit einer Öffnung von 4 x 4 m bei einem zerstörten Gebäude an der Anhöhe südwestlich des Dorfes begonnen worden. Bei den zwei Sondierungen in der Nähe der Straße direkt bei der eröffneten Grube wurde ein Backofen, der zu einem der alten Häuser gehörte und viele Tonscherben von Küchengeräten gefunden.

Die Ausgrabungen konzentrierten sich zunächst auf die erste Öffnung, wo sich nach den Kindheitserinnerungen von Ibrahim Sargin ihr Haus und ihre Scheune befand. Dabei wurden nach einer Ausschachtung von 30 – 40 cm Erde die Knochen von mehreren gleichzeitig ermordeten Menschen entdeckt. An einigen Skelette, die zusammen mit insitu Material ausgegraben wurden, waren die Schädeldecke eingeschlagen oder zerdrückt, rissig und auch verbrannt. Bei der ersten Ausgrabung wurden 12 Skeletts aufgedeckt.

Die Skelette gehörten wahrscheinlich Frauen, kleinen Mädchen und älteren Menschen. Die bei der Ausgrabung gefundenen dünnen Haarzöpfe und Talismane bezeugen, dass unter den Ermordeten sich auch kleine Kinder befanden. Zu den anderen Funden der Ausgrabung gehören verrostete Dolche und Klingen, verrostete und an der Spitze abgebrochene Schaufeln, viele leere Patronenhülsen russischen Typs, volle Patronen und deren Projektile, Unterwäsche, seidene Stoffstücke, eine Halskette aus Achat, verziert mit Perlen, einem Halbmond- und Sternmotiv und dem Namenszug des Sultans Reschad, ein in Wachs eingehüllter Talisman, verrostete Armringe aus Draht und Fingerringe, eine sogenannte „5 Para“ Silbermünze mit dem Namenszug des Sultans Reschad, zwei Kupfermünzen, zahlreiche Perlen aus Achat und farbigem Glas, Kindertalismane, farbige Kleiderknöpfe in verschiedenen Größen und ein Hornkamm. Die Funde der Ausgrabung wurden dem Museum von Van übergeben und die Skelette wieder begraben.

Der Massenmord in Zeve, der durch die Aussage des Augenzeugen Ibrahim Sargin, die relevanten historischen Dokumente und durch die Ausgrabung bestätigt wird, verlief folgendermaßen: Im Jahre 1915 waren die armenischen Banden mit der Unterstützung der Russen in das Gebiet eingedrungen, hatten die dortigen Dörfer überfallen und begannen das moslemische Volk erbarmungslos zu ermorden, ohne Rücksicht darauf, ob es Frauen oder Männer, Kinder oder ältere Menschen waren. 2000 – 3000 Einwohner aus den benachbarten sieben Dörfern flüchteten nach Zeve. Nach einem kurzen Widerstand begannen die Armenier auch diese qualvoll zu ermorden. Sie setzten das wehrlose Volk, das überwiegend aus Frauen und Kindern bestand, einem Kugelhagen aus, nachdem sie sie mit spitzen und scharfen Gegenständen gequält hatten. Danach brannten sie, wie es vorher bei den Massenmorden in Oba, Alaca und Yesilyayla geschehen war, alle Häuser nieder. Nach Angaben des Augenzeugen hatten sie die im freien qualvoll Ermordeten in den Bach Ablangis geworfen. Spätere Ausgrabungen und Forschungen belegten diese mit allen Einzelheiten.

Die während der Ausgrabung gefundenen Dolche, Messer, an der Spitze abgeschnittene Schaufeln und Eisenstäbe zeigen, dass diese Menschen vor ihrem Tod einer unmenschlichen Folter ausgesetzt waren. Ein abgebrochener Schaufel an einem Schädel ist ein weiterer Beweis dafür.

Die aufgedeckten Patronenhülsen und Geschosse zeigen offensichtlich, dass die Menschen, die in den Häusern versammelt wurden, nach der Folter erschossen worden sind. Das beweist eine Kugel im Hüftbein eines kleinen Kindes, das während der Ausgrabung gefunden wurde. Die Brandspuren auf einigen Schädeln zeigen, dass der Massenmord mit einem Brand verheimlicht wurde. Die Deckenträger stürzten nach dem Brand auf die Ermordeten und begruben sie unter sich.

AUSGRABUNG EINES MASSENGRABS IN SUBATAN/KARS

Der Archäologe Prof. Dr. Cevat Basaran, der Untersuchungen im Gebiet vorgenommen hat, schreibt folgendes:

„Einer der Massengrabausgrabungen zur Aufklärung der grausamen Ereignisse zwischen 1915-1918 in Ostanatolien wurde in Subatan bei Kars vorgenommen (Zeichnung 1). Im Dorf Subatan, etwa 28 km südlich von Kars, an der türkisch-russischen Grenze, in der Nähe der Ani-Ruinen, wurde das Massengrab am 20.06.1991 nach den Symposien „Kars und Ostanatolien in unserer neueren Geschichte“ entdeckt.

Dorf Subatan, das 1918 während des Rückzugs der Armenier aus dem Gebiet, wie viele andere Ortschaften durch armenische Banden überfallen wurde, auf der Straße nach Ani, südlich der großen und kleinen Yahni-Anhöhen. Die Ausgrabungen im Dorf Subatan, in dem heute 20-30 moslemische Familien leben, wurden auf Grund der Aussagen der Augenzeugen (Fariz Öztürk, 120, und Duraga Öztürk, 95) an vier verschiedenen Stellen in der Scheune im Dorfteil Köseogullari durchgeführt (Zeichnung 2). Die Fläche wurde in vier Rechtecke von 4 x 5 m eingeteilt und die Ausgrabung begann an der Grube A-I. Die Grabung wurde zuerst auf der breiten Oberfläche geführt und konzentrierte sich danach auf, die inneren Schnittpunkt der Gruben A-I und B-I. Nach der Aushebung der 40 cm dicken Erdschicht wurde das erste Skelett entdeckt. Es wurde festgestellt, dass die mit insitu Material gefundenen Skelette überwiegend Kleinkindern zwischen 0-1 Jahren gehörten. Die Skelette in 80 cm Tiefe in der Grube A-I wiesen eine interessante Struktur auf. Die in Richtung Nord-Süd liegenden Skelette gehörten wahrscheinlich einer Mutter und ihrer Tochter. Die Frau war auf die rechte Seite gefallen und umarmte mit ihrem linken Arm ihr Kind. Die zwei Schlagspuren auf dem Schädel weisen darauf hin, dass sie mit einem Beil oder ähnlichem Gegenstand getötet wurden, der am Kopf aufprallte. Das Beil, das bei dem ersten Hieb nicht wirksam genug traf, spaltete bei dem zweiten Hieb den Schädel tief in zwei Hälften. Die Frau und ihr Kind wurden mit ihren Kleidern begraben. Von der Skelettgruppe in der Südecke der Grube A-I konnte ein kleiner Teil aufgedeckt werden. Sie wurden offensichtlich aufs Geratewohl begraben. Hier wurden Anfangs Skelette von 12 Kindern und 3 Erwachsenen aufgedeckt. Unter den anderen Funden sind Unterwäsche und Teile eines seidenen Kleides, die Metalschnalle eines Gürtels, ein Paar Ohrringe, viele farbige Perlen einer Halskette, eine Metallkette, Kleiderknöpfe, eine weitgehend oxidierte Kupfermünze und verrottete Holzbalken vorhanden. Diese Fundstücke sind in die Austellung im Massenmord-Museum Kars aufgenommen worden.

Nach den Aussagen der Augenzeugen Fariz Öztürk und Duraga Öztürk, die auch durch Archivdokumente belegt werden, lief das Massaker der Armenier am 25. April 1918 folgendermaßen ab:

Die armenischen Taschnakbanden, die auf dem Rückzug aus Kars und Sarikamis waren, griffen das Dorf Subatan an, wo damals Türken, Armenier und Griechen zusammenlebten. Sie schossen wahllos auf die Einwohner und töteten auf grausame Weise, die die sie fassen konnten.

Nach den Fotos aus den Archivunterlagen und den Funden wurden die Frauen, Kinder und ältere Männer, denen mit Beilen die Köpfe gespalten und mit Bajonetten in die Bäuche gestochen wurde, auf der Straße getötet und dort liegen lassen.

Nach den Angaben aus den Archivdokumenten sind im Dorf Subatan 570 Personen grausam ermordet worden. Nach dem Rückzug der armenischen Banden wurde das Gebiet wieder von türkischen Militäreinheiten unter Kontrolle genommen. Die Leichen der Ermordeten, die auf den Straßen verwest und zum Teil von Hunden gefressen waren, wurden von Überlebenden und Soldaten gesammelt und in die Scheunen gebracht. Wegen den mangelnden Möglichkeiten und der Vielzahl der Toten wurden Scheunen als Grabstätten gewählt und durch Einsturz der Decke in Massengräber umgewandelt. An den drei Grabstätten in Subatan steht auf Grund der Archivdokumente und Zeugenaussagen fest, dass unter dem eingestürzten Scheunendach im Dorfsteil Köseogullari über 180, in der Tiptip-Straße über 257 Kinder und in der Scheune südlich der Dorfsmoschee über 350 Gefallene begraben sind.

AUSGRABUNG EINES MASSENGRABS IN ÇAVUŞOĞLU SCHEUNE BEI ERCİŞ/VAN

Prof. Dr. Metin Özbek, der Untersuchungen im Gebiet vorgenommen hat, erzählt folgendes:

„Während der Ausschachtung des Fundaments eines Hauses in der Cavusoglu- Scheune wurden durch einen großen Zufall Menschenskeletts gefunden, die ich für eine anthropologische Untersuchung zu unserem Labor an die Hacettepe Universität brachte. Bekanntlich kann die Anthropologie durch ihre Methoden und Techniken solide Aussagen über Todesalter, Todesursache, Krankheiten und andere Informationen der Skelette machen. Ferner kann durch Untersuchung des Schädels die Rasse festgestellt werden. Bei den untersuchten Skeletts war es nicht möglich, die Schädel und die Körperknochen zusammenzusetzen. Deshalb wurde die Anzahl der Personen nach der Zahl der Schädel bestimmt und die Schädel wurden einzeln numeriert. Jeder Schädel bekam auf diese Weise eine anthropologische Identität. Unter den Funden wurden 5 Frauen und 4 Männer identifiziert. Das wesentliche Kriterium zur Bestimmung des Todesalters der Personen ist der Symphysis pubis, ein Teil des Hüftknochens, der Symphysis pubis genannt wird. Bei 7 Personen war dieser Teil erhalten. Die Altersbestimmung der Skelette aus der Cavusoglu Scheune ist wie folgend:

Weiblich (P6) 17-18 Jahre alt
Männlich (P7) 17-18 Jahre alt
Weiblich (P4) 18-19 Jahre alt
Weiblich (P3) 27-30 Jahre alt
Männlich (P2) 35-40 Jahre alt
Weiblich (P1) 39-44 Jahre alt
Männlich (P5) ca.50 Jahre alt
Kind (D.1) ca.15 Monate jung

Die, hier mit Alter und Geschlecht aufgeführten, Skelette hatten eine interessante Gemeinsamkeit. Alle hatten am Schädel durch scharfe Gegenstände verursachte Schlagspuren. Es war offensichtlich, dass sie durch Folter ermordet wurden.

I. Schnittspuren am Schädel:
Nr. 1) Weiblich: Auf dem Schädel sind zwei Spalten vorhanden, die durch einen scharfen Gegenstand verursacht worden sind. Die Erste befindet sich am rechten Scheitelbein und ist 4 mm lang. Die Zweite befindet sich wieder am rechten Scheitelbein, am Hinterkopf und ist 36 mm lang. Es ist festzustellen, dass sie infolge der Hiebe, die auf das Gehirn trafen, am Tatort gestorben ist.

Nr. 2) Weiblich: Es wurden vier Schnittspuren auf dem Schädel festgestellt. Die Erste befindet sich am linken Scheitelbein und ist 95 mm lang. Der scharfe Gegenstand drang durch den Schädel bis ins Gehirn. Die zweite Spalte befindet am Scheitelbein. Der scharfe Gegenstand (evt. eine Axt) traf von oben auf den Schädel und zerschmetterte ihn und auch mit großer Wahrscheinlichkeit das Gehirn. Ein solcher Hieb genügt, das Opfer auf der Stelle zu töten. Der dritte Hieb traf wieder auf das linke Scheitelbein, etwa 12 mm hinter der ersten Hiebstelle. Die Spalte ist 48 mm lang und 19 mm breit. Der Ausschnitt hat die Form eines Weberschiffchens. Der vierte Schlag auf den Schädel ist in der selben Richtung, wie der Dritte und liegt sofort hinter ihm. Die Hälfte der Spalte befindet sich an dem Hinterhauptsbein.

Nr. 3) Männlich (Abb. 2a): Dieser Schädel hat die meisten Schnittspuren. Der erste Hieb traf auf das linke Ohr, der scharfe Gegenstand riss den mastoiden Vorsprung vollständig ab und strich leicht am Hinterhauptsbein vorbei. Der zweite Schlag traf das linke Auge und hinterließ am Stirnbein eine tiefe Spur. Die 75 mm lange dritte Wunde wurde am linken Scheitelbein festgestellt. Der scharfe Gegenstand drang ins Gehirn und verursachte eine Spalte vom linken Scheitelbein bis zur Sutura lambdoidalis. (Abb. 2b) Durch die Wucht des Hiebes entstanden Risse am Schädel. Der vierte Hieb auf den Schädel schnitt in die sagitale Naht. Der Schnitt ist 48 mm lang. Der fünfte Schlag traf horizontal und brach das rechte Scheitelbein in der Nähe der sagitalen Naht ab. Der scharfe Gegenstand traf auch auf das linke Jochbein und schnitt in diesem Gebiet das Jochbein und einen Teil des Oberkiefers. Die Person wurde nachfolgend verbrannt.

Nr. 4) Männlich (Abb. 3): Auf das Gehirn wurden mit einem scharfen Gegenstand drei Schläge ausgeübt. Der Erste traf senkrecht auf das rechte Scheitelbein und ist eine Schnittwunde von 37 mm Länge. Der Zweite ist eine Spalte auf dem linken Scheitelbein und hat eine Schnittlänge von 92 mm. Der Dritte traf wieder das linke Scheitelbein und verursachte eine 49 mm lange und 21 mm breite Spalte. Der scharfe Gegenstand hat die tabula Externa abgeschabt. Diese direkten Schläge auf den Kopf töteten die Person auf der Stelle. Auch diese Person wurde wie die vorige Person verbrannt.

Nr. 5) Weiblich (Abb. 4): Es wurden vier Schnittspuren am Schädel festgestellt. Die Erste befindet sich am Stirnbein und ist eine nicht sehr tiefe Wunde mit 28 mm Länge. Die Zweite befindet sich auf dem Schädel am Scheitelbein und ist eine 77 mm lange und ziemlich tiefe Wunde. Allein sie genügt die Frau auf der Stelle zu töten. Der dritte Hieb ist auch tödlich und traf auf das rechte Ohr. Er schnitt den mastoiden Vorsprung ganz und das Kondyl der Unterkiefer teilweise ab. Die vierte Schnittspur ist auf dem Oberkiefer rechts, im alveolaren Teil. Der scharfe Gegenstand schnitt nicht nur in den Knochen ein, sondern zerstörte auch die Krone des zweiten kleinen Eckzahns.

Nr. 6) Männlich (Abb 5): Ein Erwachsener mit vier Spalten auf dem Schädel. Die Erste ist 57 mm lang und 14 mm breit, ziemlich tief und befindet sich am linken Scheitelbein. Hier drang der scharfe Gegenstand in das Gehirn ein. Vor der Spalte, auf der Seite der sagitalen Naht befindet sich eine Schnittspur mit 23 mm Länge. Die zweite Schlagspur ist am rechten Scheitelbein und in der Mitte der Sagitalnaht. Diese 29 mm lange und 28 mm breite Spur wird waagerecht von diagonal zwei separaten Spalten gekreuzt. Die Erste davon ist 43 mm, und die Zweite 42 mm lang. Der dritte Schlag traf auf das rechte Scheitelbein und befindet sich ein paar mm vor der Scheitelbeinöffnung und reicht diagonal weiter. Der vierte Schlag kam nicht von einem scharfen, sondern von einem spitzen Gegenstand. Dieser traf in die Nähe der Sagitalnaht des männlichen Schädels, wahrscheinlich wurde er auf dieser Weise gefoltert.

Nr. 7) Männlich (Abb 6): Es wurde auf diesen Schädel 5 separate Hiebe mit einem scharfen Gegenstand ausgeübt. Der erste traf auf die Zone des linken Ohres. Die Angriffswaffe schnitt den mastoiden Vorsprung ganz ab, sie schnitt sogar in die Wurzel des Jochbeins. Auf die Wurzel des linken Ohres trafen hintereinander zwei Hiebe. Die Person starb auf Grund dieser Hiebe sofort. Die zweite Schnittspur ist in der Nähe der Lambdanaht am rechten Scheitelbein. Die teilweise waagerechte Spalte ist 41 mm lang. Die dritte Schnittspur befindet sich zwischen den beiden Lambdanähten am Hinterhauptsbein und ist 44 mm lang. Die fünfte Schnittspur ist auf dem Hinterkopf und misst 53 mm in Länge.

Nr. 8) Weiblich: Diese junge Frau starb in ihrem etwa 15. Lebensjahr und hat drei Schnittspuren auf dem Schädel. Die Erste befindet sich am rechten Scheitelbein, ist 50 mm lang und ragt tief in das Gehirn hinein. Die zweite Schnittspur steht rechteckig zur ersten und ist 20 mm lang. Die dritte Spalte befindet sich auf dem Hinterkopf. Diese junge Frau wurde später auch verbrannt.

Nr. 9) Weiblich: Diese junge Frau starb mit 17-19 Jahren. Auf den erhaltenen Teilen des Schädels befinden sich keine Schlagspuren. Ein wesentlicher Teil des Hinterhauptsbeins ist abgebrochen und verlorengegangen. Über die Todesursache kann keine Aussage gemacht werden.

II. Rassenbestimmung auf den Skeletten:

Die Rasse kann durch den Schädel, durch Maß, Indiz und morphologische Beobachtung bestimmt werden. Jedoch ist nicht zu vergessen, dass in jeder Rasse Variationen vorhanden sind. Nach der Methode der Anthropometrietechnik wurden die Skelette aus der Cavusoglu-Scheune untersucht. Demnach wurden bei 8 Schädel die Schädelindizien, die Merkmale für die Rasse sind, berechnet. Die berechneten Werte sind zwischen 76 und 89. Somit waren vier Individuen in die Mesozephale, die anderen in die brachizephale Gruppe einzustufen. Auf keinem Schädel wurde die dolickozephale Struktur gefunden. In Anatolien ist der Typ der Alpin- Rasse sehr verbreitet und wie bekannt, beinhaltet sie den brachizephale, sowie den mesozephalen Typus. Außer einem einzigen gehören alle Skelette der Alpin- Rasse an. Man kann behaupten, dass die anatolischen Türken überwiegend der Alpin- Rasse angehören. Die 17-19 jährige junge Frau gehört nicht in diese Rasse. Sie gehört der armenoiden Variation der dinarischen Rasse an.

Bei der Betrachtung der Längen wurden die Regressiongleichungen von Trotter und Gleser verwendet. Bei drei Frauen wurden die Werte 152,9 cm, 159,2 cm und 168,2 cm berechnet. Bei drei Männern wurden 170,1 cm, 172,4 cm und 173,5 cm berechnet.

Bei den Skeletten in der Cavusoglu- Scheune wurde ein Hemdenknopf, ein scharfes Eisenstück und ein Teil eines Oberkiefers gefunden. Nach den Angaben von Prof. Dr. Ilter Uzel von der Medizinischen Akademie Gülhane gehört das Fragment der oberen Totalprothese dem rechts hinteren Abschnitt an. Die Prothese ist aus Gummi und die Zähne aus Porzellan. Prothesen wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts von reichen Personen verwendet. Die Nikotinflecken auf der Prothese lassen vermuten, dass sie einem Mann gehört. Diese Art von Porzellan war zwischen 1915-1925 benutzt worden. Es gehört zu den Produkten der Firma SSN (USA). Damit konnte festgestellt werden, wann das Skeletts gelebt haben könnte.

III. Die Wunden auf den langen Knochen:

Obwohl auf den Schädel sehr viele Schnittspuren gefunden worden sind, befinden sich an den Armen, Beinen oder an anderen Stellen des Körpers fast keine Spuren. Natürlich zielt man direkt auf den Schädel bzw. auf das Gehirn, wenn man jemanden töten möchte.


Am Oberarmbein eines Erwachsenen befinden sich 3 Schnittspuren. Am Knochen sind Brandspuren zu erkennen.

Am Schienbein einer Frau befindet sich auf der vorderen Seite eine tiefe Schnittwunde.

Am rechten Schienbein eines Mannes wurde in der Nähe des unteren Teils wieder eine ziemlich tiefe Schnittwunde festgestellt.

IV. Schlussfolgerung und Bewertung:

Die durch einen Zufall in der Cavusoglu- Scheune (Bezirk Ercis) gefundenen und einer ausführlichen anthropologischen Untersuchung unterzogenen Skeletts gehören überwiegend jungen Personen, die gewissenhaft ermordet und teilweise auch verbrannt wurden. Der grausame Angriff und die Folter, der diese Personen, mit großer Wahrscheinlichkeit Türken, da es vom Rassentypus, vorwiegend Alpine sind, ausgesetzt waren, unterstützen die Aussagen von Augenzeugen. Es hat sich herausgestellt, dass nicht die Armenier, sondern die Türken in Massen ermordet wurden.

Prof. Dr. Metin ÖZBEK, Anthropologe

ÜBERBLICK ÜBER DIE ARMENISCHEN MASSAKER

Den Armeniern hat man der Reihe nach in Anatolien die Organisationen „schwarzes Kreuz“, „Armenakan“ und „Heimatbeschützer“, in Genf „Hintschak“ und in Tibilisi „Taschnak“ gründen lassen. Diese Organisationen zielten auf die ostanatolischen Territorien ab und strebten eine angebliche Einheit der osmanischen Armenier an.

Für diese Zwecke aufgehetzte armenische Organisationen stifteten zum ersten Mal im Jahre 1890 den Aufstand von Erzurum und dann die Demonstration in Kumkapi, die Bewegungen in Kayseri, Yozgat, Corum und Merzifon, den Aufstand von Sason, die Demonstration in Bab-i Ali, die Aufstände in Zeytun und Van, die Besetzung der Osmanli Bank, den Attentatsversuch auf Sultan Abdülhamit und im Jahre 1909 den Aufstand von Adana an. Bei diesen Aufständen wurden im Jahre 1914 in Zeytun 100, im Jahre 1915 in Van 3000 und zwischen 1914 und 1915 in Mus 20000 Türken durch Greueltaten der Armenier getötet.

Die Armenier fügten dem türkischen Volk den größten Schaden mit ihren Massenmorden während des Ersten Weltkrieges zu. In dieser Zeit hatten die Armenier im Namen der Russen spioniert, die Aushebung für die Mobilisierung nicht berücksichtigt und den Wehrdienst verweigert, und diejenigen, die sich zum Wehrdienst stellten, wechselten auf die russische Seite um und begangen gemeinsamen „Landesverrat“. Schon zu Beginn der Mobilisierung griffen die armenischen Banden die türkischen Einheiten an und fügten durch Überfälle auf türkische Dörfer dem zivilen Volk großen Schaden zu. Zum Beispiel wurden alle Einwohner des Dorfes Zeve bei Van, ohne Rücksicht darauf, ob Frau, Kind oder altäre Menschen, von Armeniern ermordet.

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