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ALBUM

WIE BETRACHTEN ARMENISCHE GEISTLICHE DIE BEHAUPTUNGEN NACH EINEM VÖLKERMORD?

DIKRAN KEVORKAN

(Vorsitzender der armenischen Kirche in Kandilli)

Der Vorsitzende der armenischen Kirche in Kandilli, Dikran Kevorkan hat an dem TV Programm „Ceviz Kabugu“ teilgenommen und folgendes gesagt:

„Völkermord und Umsiedelung (von einem Ort zum anderen bringen) haben verschiedene Bedeutungen. Die Spiele der Imperialisten, die apolitischen Traumführer der armenischen Leiter (Medien, Kirchen, Geistliche) sind schuld an diesen Ereignissen. Der Patriarch ist ein geistlicher Führer. Es wird ein Fehler begannen, indem man in politischen Angelegenheiten die Ansichten eines Patriarchen erfragt. Was hätten ASALA und PKK unternehmen können, wenn die imperialistischen Mächte nicht hinter ihnen gestanden wären?

Bei der Umsiedelungsangelegenheit hat Deutschland Druck auf Istanbul ausgeübt. Ziel war es, die ansässige Ordnung in Deutschland zu erschüttern und zum Thema der Eisenbahn von Bagdad sich wirtschaftliche Vorteile zu sichern. Warum kam die Armenier-Frage zu Lebzeiten von Atatürk nicht an die Tagesordnung? Denn damals war die nationale Seele vorhanden, es wurde zusammengehalten. Meiner Meinung nach kann man im gegenwärtigen Staatssystem von Vernachlässigung reden.

Zum Thema Assimilation kann ich sagen: Armenier können heute auf der Welt ihre eigene Idenität am besten in der Türkei ausleben. Der Armenier in der Diaspora im Ausland führt seinen Kampf fort, indem er seinen Namen ändert. Denn dort wird mit einer Kulturlast die Kultur dieser Menschen aufgelöst.

Die Armenier der Diaspora, die sich gegen die Türkei aussprechen, wissen genau, dass in bestimmten Kirchen in Amerika der Opfergottesdienst Sonntags und auf Englisch abgehalten wird. Die Armenier verlieren ihre Muttersprache. Doch wenn du das zur Sprache bringst, missfällst du jedem. Wir als armenische Staatsbürger in der Türkei bringen deshalb unser Bedauern zum Ausdruck. Warum? Es wird gegenüber der von Atatürk anvertrauten Seele der Nationalen Streitkräfte ein Unrecht verübt. Dies, sind die Spiele der Ausländer. PKK, ASALA und diese Verordnung, all, das sind Spiele der Ausländer. Wir als Staatsangehörige in der Türkei sind der Ansicht, dass der Türkei ein Unrecht begangen wurde. Armenier sollten so klug sein und sich nicht ausnutzen lassen.“


MESROB II.

(Armenischer Patriarch)

Im Oktober 2000 nahm der armenische Patriarch Mesrob II. An einem Programm des Fernsehsenders CNN-Türk teil. Ein Zuschauer Namens Henika Kiremitci stellte ihm die Frage: „Ich frage mich, was aus uns in der Türkei lebenden Armenier, also aus der Minderheit werden soll. Wir sind beunruhigt.“ Daraufhin antwortete er:

MESROB II. - Ehrlich gesagt, wenn ich den Puls der Kirchenmitglieder in Istanbul fühle, merke ich eine Beunruhigung. Aber wenn Sie erlauben, möchte ich von hier allen Armeniern und Kirchenmitgliedern in der Türkei mitteilen, es gibt überhaupt keinen Grund zur Beunruhigung. Bitte vertraut dem gesunden Menschenverstand unserer Landsleute in der Türkei und vor allen Dingen unserer Regierung. Es gibt keinen Grund für eine Beunruhigung. Denn Sie haben mit diesen Entwürfen und Tätigkeiten überhaupt nichts zu tun.

MESROB II.

(Armenischer Patriarch)

Während des Gottesdienstes vom 22. August in der Surp Krikor Lusavoric Kirche in Proti, bei dem auch der armenische Patriarch Mesrob II. als Vorsitzender anwesend war, predigte Hayr Sahak Apega von Surp Badarak zusammengefasst folgendes:

DER ERSTE TEIL DER PREDIGT

In Jerusalem gab es einen heiligen Brunnen der Siloam genannt wurde. Zur Zeit von Rab Hisus sagten die Stadtbewohner, dass das Wasser des Brunnens manchmal plötzlich wellen trieb. Der Glaube, dass derjenige, der in diesem Moment ins Wasser springt, von seinen Krankheiten geheilt wird. Hunderte von Kranken warteten am Rande des Brunnens und beteten. Einmal kippte eine der großen Säule am Rande des Brunnens um. 18 Menschen, die am Rande des Brunnens standen, kamen ums Leben, sie wurden unter der Säule erdrückt. Dieses Ereignis ist im 13 Kapitel der Lukas- Bibel registriert.

Rab Hisus hat seine Schüler an dieses Unglück erinnert und gefragt, ob diese 18 Opfer noch sündiger seien, als die anderen Mitglieder der Gemeinde. Als er keine Antwort bekam, sagte er „Nein!“. Denn Menschen sterben nicht nur infolge ihrer eigenen Fehlern oder Sünden, sondern auch aus anderen Gründen. Das eigentliche Thema ist: Naturkatastrophen oder auch andere Gründe, der Mensch muss immer auf den kritischen Moment zwischen Leben und Tod vorbereitet sein und soweit es in seiner Macht liegt, sool er nicht unvorbereitet erwischt werden. Die größte Katastrophe im geistlichen Leben ist die Möglichkeit das Königsreich Gottes nicht sehen zu können. Wenn wir die Nähe Gottes und seine Liebe und Güte als Vater spüren wollen, müssen wir uns mit Gott versöhnen, indem wir ein Bußversprechen ablegen. Dies bildet den Brennpunkt in der Predigt von Pater Yahya (Surp Hovhannes Migirdic) und auch von der Bibel von Rab Hisusdar: „Beichtet, denn das Königsreich Gottes ist sehr nah.“

Seit sechs Tagen beeinflusst uns das verherrende Erdbeben von Izmit. Neben den materiellen und geistlichen Werten ist auch die Belastung der 20 Tausend Opfer des Erdbebens kam auszuhalten. Dabei war bekannt, das sich das Erdbeben ereignen wird. Das ist eben die Natur des Menschen. Bis zum entscheidenen Zeitpunkt wollen wir Menschen nicht verstehen, dass die Maßnahmen viel zu Spät getroffen wurden. Ob die Bauunternehmer, die den Tot von vielen Menschen verschulden ein schlechtes Gewissen haben? Und die Verwalter, die in Zeitlupentempo handeln, was ist mit ihnen? Auf der anderen Seite die Griechen, die nicht nur Geld, sondern auch ihr Blut geschickt haben, die israelischen Zuständigen, die ihren Menschen und Landsleuten sogar in einem anderen Land würdigen, sind sie kein Beispiel der verdienten Hochachtung?

Vor der Fromm sein, muss man erst Mensch sein, können. Derjenige, der den Menschen nicht liebt, kann auch den aus Geist bestehenden Gott nicht lieben, sagt Surp Hagop. Diejenigen, die bei solchen Naturkatastrophen Unterschiede in Religion, Sprache und Rassen machen, sind bedauernswerte Schöpfungen. So wie Rab Hisus in der Iyi Samiriyeli Geschichte lehrt Menschen, die aus verschiedenen religiösen und ethnischen Gruppen kommen, sind sie die Kinder Gottes und sie sind zu dem noch Geschwister. Der Mensch sollte so tugendhaft sein, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, seinem Nächsten zu helfen. Menschen, die bei dem Erdbeben in Marmara gestorben sind, die leidenden Hinterbliebenen, deren Haus und Heim nicht mehr bewohnbar sind, sind unsere Geschwister. Jeder Gläubige sollte soviel Hilfe leisten, wie in seiner Macht steht. Bei solch einer Qual nur zu schauen, ist eine Schande und Sünde.

Zur Zeit haben die Herbstregen angefangen. Die Erdbebenopfer, die auf den Straßen schlafen, erkranken. Während wir zu Hause in Sicherheit leben, dreimal am Tag essen, sollten die Katastrophenopfer unsere Geschwister nicht vergessen werden. Ihr Anteil von unseren Gaben, die uns Gott gegeben hat, sollte sie erreichen. Dies ist unsere erste Aufgabe.

Unsere zweite Aufgabe ist es, den Schaden an den Schulen, Kirchen und Patriarchats-Gebäuden unserer Gesellschaft in kürzester Zeit gemeinsam zu reparieren, wieder aufzubauen und die Gebäude gegen weitere mögliche Erschütterungen zu stärken.

Doch während wir dies tun, dürfen wir eines nicht unbeachtet lassen. Und zwar: dieses Erdbeben sollte unbedingt ein Anlass dafür sein, sich selbst zu fragen, unsere Bußversprechen zu erneuern und uns in sozialer, administrativer und moralischer Hinsicht zu reorganisieren.

DER ZWEITE TEIL DER PREDIGT

Jetzt wo sich das neue Lehrjahr nähert, möchte ich im zweiten Teil meiner Rede ein wichtiges Thema erwähnen. Unser geistliches und kulturelles Leben ist eine große Ruine. Der einzige Grund dafür ist Snobismus und Angeberei. Die Entfremdung von den Gemeindeschulen und vor allem die Anmeldung von Kindern der Neueichen in teure Schulen ist unverständlich. Um ihr Handeln zu rechtfertigen, beanstanden sie die Qualität unserer Gemeindeschulen. In diesem Jahr haben 8 Schüler von unserer Gemeindegrundschule die Aufnahmeprüfung des Robert- College mit einer hohen Punktzahl bestanden. Die Übergangsqutoe von unseren Gymnasien zur Universität liegt auch ziemlich hoch. Unsere Gymnasien stehen auf Platz 150 unter den erfolgreichen Gymnasien.

Sind das keine Erfolgsanzeichen? Diejenigen, die zweihundert Millionen für unsere Schulen zu teuer finden, schicken ihre Kinder auf Schulen, deren Kosten sich auf mindesten 2- 3 Milliarden belaufen. Sie tun ihren Kindern keinen Gefallen. Sie berauben die eigene Kultur ihrer Kinder, Sprache und des seelischen Reichtums. Wenn die Kinder morgen, übermorgen erwachsen geworden sind, werden sie mit Sicherheit ihre eigenen Eltern beschuldigen. Es gibt Automobilmarken. „Der Nachbar hat ein Auto dieser Marke, wir sollten auch eins haben“, solche Gedanken können zum Vorschein kommen. Es gibt viele Alternativen bei Autos. Doch gibt es keine Alternativen für unsere Gemeindeschulen. In unseren Schulen werden die Kinder als bewusste türkische Staatsbürger erzogen und sie lernen die armenische Sprache und Literatur, beherrschen die Grundelemente der christlichen Religion.

Es gibt selbstverständlich Mängel an unseren Schulen. Doch sind die anderen Schulen perfekt? Natürlich nicht. So müssen wir also die inhaltlich leeren Kritiken zur Seite legen und zur Lösung der Probleme in den Verwaltungen, Schulkommissionen und im Elternbeirat aktiv teilnehmen. Die Erfolglosen, die sich nicht erneuernden Verwalter werden auf demokratische Art und Weise aus dem Amt entlassen. An ihre Stelle werden bessere gebracht. Dies kann nur mit der aktiven und wachsamen Teilnahme der Gemeinde möglich sein. Die Entfremdung von unseren Schulen bedeutet, dass unsere Familienordnung beeinträchtigt wird. Während es früher so gut wie gar keine Scheidungen gab, ist die Scheidungsquote in unserer Gemeinde in den letzten zehn Jahren dramatisch gestiegen. Ehen, die keine heilige Zusage haben und die Zahl der ohne Trauschein Zusammenlebenden liegt bei etwa 60 Prozent. Es gibt zum Glück Nächstenliebende, die sowohl finanzielle Unterstützung leisten, als sich auch mit den Problemen der Gemeinde befassen und Auswege suchen. Dann gibt es aber wieder Eingebildete, die weder eine finanzielle Unterstützung leisten, noch Anteil an der Lösung dieser Probleme haben. Doch wenn sie nicht am Haupttisch sitzen können oder auf den Fotos nicht zu sehen sind, werden sie wütend.

Was ist, wenn die führenden Persönlichkeiten des Volkes, die Gelehrten und Nächstenliebenden sich nicht mit diesen Problemen befassen, wer dann? Ich habe außer meiner geistlichen und seelischen Berechtigungen keine Macht. Als Euer Patriarch sage ich euch: Von Personen und Familien, die ihre Kinder von der eigenen Gemeinde, der Religion und den eigenen Schulen fern halten, nehme ich meinen Segen zurück. Wehe dem, der von der Segnung der Resuli- Kirche und den kirchlichen Würdenträger entbehrt ist. Was für ein Segen für diejenigen, die unter der Obhut der Familienliebe und Einheit leben.

Was für ein Segen für diejenigen, die durch unsere gnadenvolle und gütevolle Kirche, die mit den Sitten und Bräuchen unserer Vorfahren ausgerüstet ist, das Wasser der Unsterblichkeit von der Hauptquelle trinken können! Ich möchte kurz sagen: es sind nur noch ein paar Wochen, bis der Unterricht an den Schulen wieder beginnt. Unterstützt unsere Schulen, entfernt eure Kinder nicht von euren eigenen Schulen, ermutigt die Schulen und die lieben Lehrer, vertraut auf eure Schulen und Kirchen. Auch wenn eure Kinder seit 1-2 Jahren andere Schulen besuchen, bringt die Kinder in ihre eigene Lehrnester zurück!


MESROB II.

(Armenischer Patriarch)

Das Interview vom Berichterstatter der Zeitung Milliyet mit dem armenischen Patriarchen Mesrob II., am 22. Mai 1999.

Frage : Bis zur Sultan Fatihs- Periode hatten die Armenier in Konstantinopel keinen Patriarchen. Warum?

Mesrob II. - Die Geschichte der armenischen Gesellschaft in Konstantinopel führt bis in das 4. Jahrhundert n. Chr zurück. Wir wissen, dass es im 6. Jahrhundert im inneren der Festungsmauern eine armenische Kirche gab. Später hat Byzanz den Christen außer der Orthodoxischen- Konfession keine Toleranz gezeigt und somit haben die Armenier ihre Gottesdienste in den Gebäuden außerhalb der Festmauern abgehalten. In allen Gebieten Westanatoliens, Thrazien und sogar bis nach Lvov war der osteuropäische geistliche Führer der armenischen Gesellschaft in Bursa. Für die westlichen Armenier in Byzanz war ein Patriarch nicht erforderlich.

Frage – Wie war die Lage der Armenier in Anatolien bis zur Eroberung Istanbuls?

Mesrob II. - Die Geschichte der christlichen Armenier in Anatolien fängt mit den zwei Aposteln von Jesus Christus, dem heiligen Tadeos und dem heiligen Bartolomeos an, die in östlichen Gebieten als Missionar tätig waren. Im Jahre 301 hat das armenische Königreich das Christentum als offizielle Religion angenommen. Den 1700. Jahrestag dieses Ereignisses werden wir 2001 feiern. Somit wurde im Jahre 301 das Ecmiyadzin Patriarchat gegründet, das als Hauptpatriarchat der Armenier angesehen wird. Ab dem 6. Jahrhundert haben sich die Armenier in Jerusalem von der griechischen Kirche getrennt und ein armenisches Patriarchat gegründet.

Das Patriarchat auf der Insel Aktamar der Provinz Van war der dritte Aktamar Patriarchat im 10. Jahrhundert. Das Zilizien- Patriarchat in Kozan nahm seine Arbeiten im Jahre 1441 auf. Auf allen anderen Gebieten gab es, die armenischen Episkopus oder Hauptepiskopus, die in der osmanischen Sprache „marhasa“ genannt wurden.

Frage: Warum gab Sultan Fatih der armenischen Gemeinde in Istanbul die Patriarchat- Befugnis?

Mesrob II. - Nachdem Sultan Fatih Istanbul erobert hatte, ließ er aus verschiedenen Gebieten Anatoliens Armenier nach Istanbul bringen, um sie in der Stadt anzusiedeln. Die Anerkennungen von Gennadios als griechischer Patriarch vom Hauptepiskopus Hovagim aus Bursa als armenischer Patriarch kann darauf zurückgeführt werden, dass er ein Gleichgewicht zwischen den christlichen Staatsangehörigen herstellen wollte.

Man darf nicht vergessen, dass es innerhalb des Reiches eine große Schar gab, die die byzantisch-orthodoxe Doktrin nicht anerkannte. Außerdem musste die Steuer, die an den Staat abgeführt wurde, von den armenischen Staatsangehörigen eingesammelt werden.


Frage - Während der osmanischen Ära sehen wir die Armenier als Handwerker und Kaufleute und als ein Volk, das die Probleme nicht all zu sehr erlebte. Nach der Periode von Mahmut II. nähern sie sich dem osmanischen Palast. Nach der Tanzimat- Periode festigt die Gemeinde mit der Verordnung der armenischen Nation eine laizistische Autonomie und verfügt nun auch über eigene Abgeordnete und Minister. Unterdessen intensiviert sich die Auflösung auf osmanischen Territorien. Manche armenischen politischen Parteien leisten Widerstand gegen die zentrale Autorität. Im Jahre 1915 eskalieren die Ereignisse. Was denken Sie über die anhaltenden Diskussionen?

Mesrob II. - Ich glaube nicht, dass die Armenier zu dem Zeitpunkt auf der Suche nach Souveränität waren. Das Patriarchat und ein großer Teil der Gemeinde waren für die Osmanen. Ein Teil fühlte sich wegen der Plünderungen und dem politischen Durcheinander gestört und wollte eine vertrauensvolle Atmosphäre. Nur ein kleiner Teil, nämlich die Taschnaks, war hinter der Souveränität her.

In dieser Panik begangen die Verwalter den Fehler die Tendenzen dieser kleinen Minderheit der ganzen Minderheit zuzuschreiben. Meiner Meinung nach war das eingentliche Problem, der Anfang vom Ende der Osmanen. Viele Länder hatten ihre Unabhängigkeit erklärt. Natürlich haben auch einige westlichen Mächte bei diesem Durcheinander eine Rolle gespielt. Wegen dieser Gründe geriet die türkisch-armenische Beziehung in eine unsichere Atmosphäre. Somit trat das Umsiedelungsgesetz in Kraft, was die Armenier als „große Katastrophe“ ihrer Geschichte bezeichnen.

Es ist falsch anhand der letzten Phase der türkisch-armenischen Beziehungen bis zur Gründung der türkischen Republik die ganze Geschichte zu erläutern.

Man sollte die Geschichte ab dem fünften Jahrhundert betrachten. Man muss auch sehen, dass die erste armenische Druckerei in Istanbul gegründet, die ersten armenischen Bücher in dieser Druckerei gedruckt und das armenische Theater zu dieser Zeit in Istanbul gegründet wurde. Für mich ist das Wichtigste, dass Menschen von so vielen verschiedenen Gruppen, Kulturen und Religionen 600 Jahre lang in einem Reich unter dem gleichen Dach zusammen gelebt haben. Ich finde, das ist etwas zum Feiern.

Frage: Ist der Übergang zur Republik aus der Seite ihrer Kirche schmerzhaft gewesen?

Mesrob II. - Natürlich. Der Erste Weltkrieg und die Umsiedlung von den Menschen dieses Landes waren, erlebt worden. Eine Zerstörung hatte das ganze Volk beeinträchtigt. In den ersten fünf Jahren der Republik hatte die Gemeinde keinen Patriarchen. Nach der Wahl von Mesrob I. aus Mus im Jahre 1927 hatte die Normalisierung angefangen.

Frage – Was sind die heutigen Probleme ihrer Kirche und Gemeinde?

Mesrob II. - Von der religiösen und geistlichen Seite her besteht kein Problem. Wir können wann und wo wir wollen unseren religiösen Verpflichtungen nachgehen. Das größte Defizit liegt in Priester und Pater. Eine Theologieschule ist erforderlich. Doch möchten wir dies mit dem Rat für Hochschulausbildung innerhalb des Universitätssystems lösen.

Die Gemeinschaft hat soziale Probleme. Die Deklaration von 1936 hatte unseren Stiftungen einige unzeitgemäße Festlegungen gebracht und müsste der gegenwärtigen Situation angepasst werden. So wie jemand für eine Moschee spenden kann, so sollte es auch bei der Kirche sein. Die nach 1936 an die Stiftung, gespendeten, Grundstücke sollen mit dem Urteil von 1970, obwohl Grundbuchauszüge vorhanden sind, an ihre Eigentümer zurückgegeben werden. Wenn die alten Besitzer verstorben waren, wurden die Grundstücke beschlagnahmt. Ich wünsche, dass diese Durchführungen so schnell wie möglich aufgehoben werden.

Frage: Wie sehen sie heute, an der Schwelle des Jahres 2000, das türkische Volk?

Mesrob II. - Auch wenn die Tagesordnung der Türkei, deren 75. Jahrestag wir gemeinsam feiern, durcheinander aussieht, sehe ich, wenn ich aus dieser Atmosphäre raustrete, dass die Lage eigentlich gar nicht so schlimm ist. Ich bin hoffnungsvoll gegenüber der Zukunft. Ich bin optimistisch in bezug auf die regionale Situation als auch über die zukünftigen Bemühungen unseres Landes. Mit der zeitgemäßen Anpassung des Systems wird die Türkei jedes Problem bewältigen denke ich.

Frage: Was denken Sie über die gegenwärtigen Laizismusdiskussionen?

Mesrob II. - Dieses Prinzip ist auch in unserer Gemeinde vertreten. Das Dokument von 1863 bestätigt dieses. Diese Auffassung hält auch immer noch an. Ich, als der armenische Patriarch der Türkei, bin nicht daran interessiert, den Vorsitz von geistlichen Gerichten zu führen, die Ehen schließen und scheiden und Verfahren in Themen der Grundbesitze behandeln.

Ich, als Republiksmensch, bin der Ansicht, dass eine Rückkehr unmöglich ist. Während wir uns Schritt für Schritt dem Jahr 2000 nähern, finde ich jede Bemühung das Leben mit religiösen Gesetzen zu leiten, was heißt, in das Mittelalter zurückkehren, albern.

Frage: Die Feiern anlässlich des Jahres 2000 interessieren alle Menschen. Aber für die Christen trägt es eine besondere Bedeutung. Was sind ihre Beiträge für die „Millennium“ Feierlichkeiten? Sind diese Feierlichkeiten nicht eine große Gelegenheit für die Türkei? Meinen Sie die Türkei misst diesem Thema ausreichendes Interesse zu?

Mesrob II. - Wir messen dem eine große Bedeutung bei. Doch weiß ich immer noch nicht, für wie wichtig die zuständigen staatlichen Einheiten dies halten. Schauen Sie, in der Türkei gibt es die drei Hauptkirchen von Anatolien, nämlich die armenische, griechische und syrische Kirche. Soweit ich weiß, ist mit keiner dieser Kirchen Verbindung aufgenommen worden. Wir sind bereit alles mögliche zu leisten. Doch wenn das im letzten Augenblick geschieht, habe ich Bedenken darüber, dass große Hindernisse auftauchen. Ich habe es immer gesagt:

Wenn von christlichen Seite gesehen Palästina und der Vatikan die heiligsten Länder des Christentums sind, kommt Anatolien, also die Türkei gleich nach diesen. Denken Sie doch, die Hälfe der Apostel von Jesu sind hier begraben. Das ist hinsichtlich des Tourismus, der Kultur und der religiösen Beziehungen sehr wichtig. Im Jahr 2000 wird eine große Zahl von Menschen nach Israel reisen. Wie viele kommen zu uns? Wenn wir auf die Tourismus-Frage eine Antwort suchen, dann sollten wir dies beachten. Die kulturelle, folklorische und religiöse Struktur der Türkei muss bis auf das letzte angeboten und bekannt gemacht werden. Ich denke, dass das nicht gemacht wird. Diese große Gelegenheit sollte ausgeschöpft werden.

MESROB II.

(Armenischer Patriarch)

Am 22 Mai 1999 wurde im Hilton- Hotel ein Empfang veranstaltet, bei dem auch der armenische Patriarch Mesrob. II eine Rede hielt:

„Wir befinden uns an der Schwelle des 3. Jahrtausends. Wir bereiten uns darauf vor, in der menschlichen Geschichte eine neue Ära zu feiern. Ich denke, dass das eine Gelegenheit für uns alle ist. Unsere Zukunft, mit dem Traum der Zusammenheit der Kontinente, Kulturen und der Völker zu verwirklichen…

Unser aller Wunsch ist eine Welt, die das Menschenleben, persönliche Rechte und Freiheiten würdigt, gerecht ist und fern von jeder Gewalt ist.

Dieser Wendepunkt ist nicht nur eineinzigartige Gelegenheit, sondern auch eine schwierige Prüfung. Die zwei Jahrtausende, die wir zurücklegen werden, sind voll von tragischen Ereignissen.

Trotzdem sind darin auch Ereignisse enthalten, an die wir uns immer mit Respekt erinnern werden und in den nächsten Jahrtausenden mit Freude feiern werden.

So wie wir den heutigen Tag feiern…

Die Gründung des armenischen Patriarchats ist ein einzigartiges Ereignis in der Geschichte.

Acht Jahre, nachdem Fatih Sultan Mehmet Istanbul eroberte, hat er im Jahre 1461 mit einer Verordnung, die armenische Episkopus in Westanatolien zu dem Patriarchat in Istanbul umfunktioniert. Dies ist ein sehr großes Beispiel der Toleranz von Fatih und den osmanischen Sultanen.

Dass ein Herrscher einer anderen Religion für Gläubige einer sich fremden Religion eine geistliche Stätte bauen lässt, wurde weder vor noch nach Fatih erlebt.

Während wir in ein neues Millenium übergehen und die Spannungen auf der Welt betrachten, vor allem die Kriegsatmosphären gleich in unserer Nähe, dann denke ich, dass wir den Vorfall vor 538 Jahren besser verstehen, den Wert besser schätzen können, den Wert, der Toleranz zwischen Religionen und Kulturen.

Wir möchten hier an Fatih Sultan Mehmet, der innerhalb der Grenzen des Reiches eine Ordnung schuf, die der armenischen Gesellschaft ein Leben ermöglichte, in dem sie ihre Sitten und Bräuche leben konnten, an die Staatmänner, die auf seinem Weg dem Staat dienten und an den armenischen Patriarchen Hovagim aus Bursa, der im Jahre 1461 der erste in diesem Amt war und die ihm folgenden 83 Patriarchen, die treu ihre Dienste leisteten in Liebe gedenken.

Wir türkischen Armenier, die wir in unserem Land als die zahlreichste christliche Gemeinde leben, möchten das 75. Bestehungsjahr der Türkischen Republik mit Freude begehen und schauen der Zukunft der Türkischen Republik hoffnungsvoll entgegen.“

WIE IST DIE LAGE IM BEZUG AUF DIE UN-KONVENTION?

Der Begriff Völkermord wurde mit der UN-Konvention von 1948 über die Vorbeugung und Bestrafung des Völkermordes definiert. Dem 2. Artikel der Konvention zufolge ist der entscheidende Faktor dieses Verbrechens die Zerstörung und Beseitigung einer national, rassisch oder religiös bestimmten Volksgruppe. In der Völkermord- Konvention der Vereinten Nationen von 1948 bedeutet Völkermord eine der folgenden Handlungen, die Tötung von Mitgliedern der Gruppe, Verursachung von schwerem körperlichem oder seelischem Schaden an Mitgliedern der Gruppe, vorsätzliche Auferlegung von Lebensbedingungen für die Gruppe, die geeignet sind ihre körperliche Zerstörung ganz oder teilweise herbeizuführen, Verhängung von Maßnahmen, die auf die Geburtenverhinderung innerhalb der Gruppe gerichtet sind, gewaltsame Überführung von Kindern der Gruppe in eine andere Gruppe.

Wenn man das Thema hinsichtlich der Völkermord-Konvention aufgreift, muss man einige Ereignisse aus der Geschichte erwähnen. Für die Ausübung eines Völkermordes ist eine Neigung des Volkes zum Völkermord in seiner Vergangenheit erforderlich. Die Eigenschaft zur Neigung einer Person zu einer Tat, ist auch für Gesellschaften gültig. Bei Erforschung der türkischen Geschichte trifft man auf keinen Völkermord oder Assimilation zu. Nach einer kurzen Reise durch die Geschichte werden sie sich bestimmt an das von den Osmanen beherrschte Gebiet erinnern. Die Osmanen kamen in Europa bis vor Wien, erreichten Afrika, herrschten in ganz Nordafrika an den Mittelmeerküsten, im ganzen Nahen- Osten und auf der arabischen Halbinsel etwa 200 bis 400 Jahre. Ist irgendein ein in dieser Geographie lebendes Volk vernichtet worden? In der Periode, in der Anatolien scheriatrechtlich (nach religiösen Gesetzen) verwaltet wurde, Konfessionen, wie die christliche, älteste (alt)syrische, Feuer- und Pfauenanbeter und Jesidi lebten, wurden im Jahre 1800 trotz der Scheriatgesetze Kirchen in Anatolien eröffnet. Während einer von zwei Brüdern der osmanische Großwesir Sokullu Mehmet Pascha war, wurde der andere, Markarije zum Patriarchen der serbischen Kirche ernannt und ließ das serbische Volk aufleben. Völkermorde zur Zeit der Konfessionskämpfe in Europa, Völker im Fernen- Osten, deren Sprachen sich änderten (Hindus-Peschtum), Afrika, das Religion und Sprache änderte und Südafrika, die sind Ereignisse, die nicht übergesehen werden sollten.

Die Türkische Regierung ist es gewöhnt in ihren Herrschaftsgebieten mit Völkern anderer Kulturen und Stämme zusammenzuleben. Vielleicht ist dies eine Eigenschaft, die sie erlangten, nachdem sie in ihrer Geschichte lange Zeit mit verschiedenen Kulturen zusammenlebten.

In der türkischen Staattradition gibt es eine Jusiz, sowie die Erhaltung der Kulturen. Doch es gibt keine Massaker und Völkermorde. Dieses Thema wird in dem Buch „Tot und Verbannung“ von Justin Mc Carthy offen dargestellt. In diesem Buch wird beschrieben, wie die Völker vom Balkan und Kaukasus zu den Osmanen flohen, um vor dem Tod gerettet zu werden. Hier sollte den jenigen die folgende Frage gestellt werden: Wohin flüchteten die Moslems und Juden aus Spanien und Portugal im Jahre 1496, Tökeli Imre und seine Anhänger aus Ungarn im Jahre 1680, Rakoczi Ferench und seine Anhänger im Jahre 1711, Layos Kosuth und eine ungarische 2000 Mann- Gruppe im Jahre 1849, der schwedische König Karl und seine 1500- 2000 Männer, der polnische Prinz Chartorski im Jahre 1841 und im Jahre 1856, der russische Kommandant Vrangel mit seiner 135.000 Mann starken Armee im Oktober 1917 und sogar Trocki? Natürlich in das osmanische Land. Wissen diejenigen, die die Behauptungen nach einem angeblichen Völkermord an Armeniern im Jahre 1915 aufstellen nicht, das nach 1930 jüdisch-stämmige Polen und Deutsche in der Türkei Zuflucht gefunden haben? Warum flüchteten 25 bis 30 Jahre nach dem angeblichen Völkermord die Menschen in die Türkei?

Wir wollen uns an den Völkermord und die Assimilation auf dem Balkan 550 Jahre nach dem osmanischen Sultan Fatih erinnern, der im Jahre 1478 den Reformerlass (Ferman) über die Menschenrechte veröffentlichte und somit den Menschen die Möglickeit gab, all ihre Werte leben zu lassen und an die kommenden Generationen weitergeben zu können. Mit diesem Erlass wurden die Sprache, Religion, Kirche, Schule etc. der Nationen auf dem Balkan in Schutz genommen. Denn Anfang des XXI. Jahrhunderts wurden Bosnier, albanisch-stämmige Moslems, Mazedonier und bulgarische Türken für die Schaffung homogener Gesellschaften aus ihrer Heimat gerissen. Diejenigen, die die Türken heute mit Völkermord beschuldigen, haben monatelang dauernde Grausamkeiten übersehen, die Schreie der vergewaltigten Frauen, egal in welchem Alter, überhört. Das irakische Volk, das vor dem Völkermordversuch von Saddam mit Senfgas, das er von Balkan-Völkern und den westlichen chemischen Waffenherstellern bezogen hatte, floh, fand auch wieder Zuflucht in der Türkei. Trotz der begrenzten Möglichkeiten des türkischen Volkes, teilte es sein Brot und reicht den unschuldigen Völkern zu jeder Zeit in der Geschichte die helfende Hand entgegen. Das ist die beispielhafte Haltung der türkischen Nation, der Osmanen gegenüber anderen Nationen.

Professor Justin Mc Carthy brachte in seiner Rede über Informationen zur Verteidýgung zur Sprache, dass auch die Türken im Ersten Weltkrieg viel erleiden mussten. Dies brachte er wie folgend zur Sprache:

„… In Menschen, die während des Krieges ihr Hab und Gut verloren haben, sind Rachegefühle wach geworden. Wenn die neue Türkische Republik von diesen Gefühlen getrieben worden wäre, hätte es noch mehr Tote gegeben. Deshalb verfolgte die Regierung von Mustafa Kemal Atatürk eine Politik, die die Verluste der Vergangenheit übersah und mit den ehemaligen Feinden Frieden schloss. Die türkische Regierung hat gespürt, dass eine Druckausübung im türkischen Prozess gegen Armenier und andere den alten Hass erwecken und einen neuen Krieg mit sich bringen würde. Deshalb brachten die Türken ihre Sorgen nicht zum Ausdruck. Dies war der zu diesem Zeitpunkt geeignetste Entschluss. Doch da sich niemand für die Türken einsetzte, ist man am gegenwärtigen Punkt angelangt. Was sollten Türken denken, die für etwas kritisiert werden, von dem sie der Überzeugung sind, es nicht begangenen zu haben…“

WERDEN ARMENIER IN DER TÜRKEI NOCH HEUTE AUCH VON TÜRKEN UNTERDRÜCKT?

Die Behauptung, dass die Armenier in der Türkei auch heute noch unterdrückt werden, kommt zeitweise an die Tagesordnung. Die armenischen Propagandakreise weisen diese Behauptungen wegen den unten angegebenen Gründen vor:

a) Das Image „Türken quälen die Armenier“ ununterbrochen in der Geschichte bis in die Gegenwart tragen

b) Den jungen armenischen Gruppen ein Ziel zeigen, wofür sie kämpfen sollen

c) Der Propaganda eine aktive Eigenschaft verleihen

d) Den ausländischen Ländern Eingriffsmöglichkeiten in die Innenangelegenheiten zu verschaffen. Auch diese Behauptung beruht, wie die anderen auf keiner Basis

Unsere in der Türkei lebenden 40-50 Tausend armenische Landsleute sind heute keinen Unterschieden unterworfen. Sie besitzen alle die gleichen Rechte wie auch die anderen türkischen Staatsangehörige und können von den Freiheiten den gleichen Nutzen ziehen und leben in Vertrauen, Ruhe und Wohlstand.

Sie können frei in ihre Kirchen gehen, Gottesdienste abhalten, haben ihre eigenen Schulen, in denen sie in ihrer eigenen Sprache unterrichten, ferner geben sie Veröffentlichungen in ihrer eigenen Sprache heraus und können in ihren eigenen Vereinen ihre sozialen und kulturellen Aktivitäten verwirklichen. Die armenische Gesellschaft in der Türkei besitzt 30 Schulen, 17 Wohltat- und Kulturvereine, 2 Tageszeitungen unter den Namen Jamanak und Marmara und außerdem Zeitschriften, zwei Sportvereine mit dem Namen Schischli und Taksim, verschiedenen Stiftungen und Gesundheitsorganisationen.

Die Mehrheit der türkischen Armenier ist gregorianisch. Ihr geistlicher Führer trägt den Titel armenischer Patriarch in der Türkei. Neben der gregorianischen Mehrheit gibt es auch katholische und protestantische Armenier. Diese haben auch ihre eigenen Kirchen.

Ein sehr großer Teil, der in der Türkei lebenden armenischen Landsleute, leben in Istanbul. Deshalb befinden sich die meisten Vereinigungen auch wieder in Istanbul.

Unserer armenischen Landsleute erwähnen bei jeder Gelegenheit, dass sie keinem Druck ausgesetzt sind. Ferner sind sie zufrieden darüber in der Türkei zu leben und stolz darauf die türkische Staatsangehörigkeit zu haben. Die Armenier und ihnen voran der Patriarch, verurteilten bei jeder Gelegenheit Anschläge armenischer Terrororganisationen auf die türkischen Diplomaten im Ausland. Unter den Qualen dieses Terrors leiden sie zusammen mit den Türken und geben der armenischen Propaganda und Terrorbrennpunkten die wirksamste Antwort selbstpersönlich.

Am 1. November 1981 wurde zu Gedenken der in Ehre gefallenen türkischen Diplomaten im armenischen Patriarchat in Istanbul ein Gottesdienst unter der Führung der Patriarchen veranstaltet. Dies zeigte, wie sehr die türkischen Armenier gegen den armenischen Terror sind.

Auf den Beschluss des Europarates, dass die Minderheiten in der Türkei unterdrückt werden, erklärte im Februar 1982 das armenische Patriarchat „Die türkischen Armenier leben als türkische Staatsangehörige in Ruhe und können ihrem Glauben frei nachgehen und ihre Gottesdienste veranstalten.“ Als der türkischer Generalkonsul von Los Angeles am 28. Januar 1982 von armenischen Terroristen ermordert wurde, sagte der Patriarch „Die türkischen Armenier haben diesen Mord, so wie jeder türkische Landsmann, mit großem Kummer aufgenommen“ und forderte „die im Ausland lebenden Armenier auf gegen alle illegalen Tätigkeiten und Ermordungen vorzugehen“ auf.

Somit erhielten die Behauptung der armenischen Propaganda ihre Antwort von den türkischen Armeniern.

HABEN TÜRKEN ARMENISCHE TERRITORIEN GEWALTSAM AN SICH GERISSEN UND BESETZT?

Das Gebiet, auf dem die Armenier einst lebten, war im Verlaufe der Geschichte von 521-344 vor Christus eine persische Stadt, von 344-215 vor Christus ein Teil des mazedonischen Reiches, von 215- 190 vor Christus, einer Stadt, der Selefkits von 190 vor Christus bis 220 nach Christus, ein Kriegsgebiet, das dauernd vom Römischem Reich zu den Parthern überwechselte, von 220 bis Anfang des V. Jahrhunderts eine Stadt der Sasaniden, vom V. Jahrhundert bis zum VII. Jahrhundert eine byzantinische Stadt, ab dem VII. Jahrhundert ein, unter arabischer Herrschaft stehendes Gebiet, im X. Jahrhundert wurde es wieder zu einer byzantinischen Stadt und ab dem XI. Jahrhundert kamen die Türken in dieses Gebiet.

Die Armenier, die unter so verschiedenen Herrschaften lebten, verfügten niemals in der Geschichte über einen unabhängigen und vereinten Staat, außer einiger Feudalherrschaften, die damals die politische und gesellschaftliche Ordnung darstellten.

Die armenischen Herrschaftsgebiete, die die armenischen Historiker als ihr „Königtum“ bezeichnen, haben immer als „Vasallen“, die an „Suzerain“ angeschlossen waren, gelebt und eine Pufferzone für ausländische Staaten dargestellt. Die meisten armenischen Herrschaftsgebiete oder Fürstentümer wurden durch die ausländischen Staaten gegründet. Die dieses Gebiet beherrschenden ausländischen Staaten gaben den nahe stehenden armenischen Familien, um die Armenier auf ihre Seite zu ziehen oder sie gegen eine andere Macht auszunutzen, die Verwaltung dieser Herrschaftsgebiete oder Fürstentümer. Zum Beispiel ernannten die arabischen Khalifen Asot von der Bagrat Familie und Hacik Gaik von der Ardruzuni Familie zu Prinzen. Man muss betonen, dass einige von den armenischen Familien, die den Titel des Prinzen oder Beys erhielten, nicht armenischer Abstammung waren, sondern persischer Abstammung waren.

Dieser Betreff wird von dem armenischen Historiker Kevork Aslan mit folgenden Worten bestätigt:

„Die Armenier haben in Fürstentümern gelebt. Sie fühlten keine heimatliche Verbindung zueinander und waren auch politisch nicht verbunden. Sie waren lediglich an die Fürstentümer gebunden.

Deshalb war die Vaterlandsliebe nur örtlich. Ihre Bindung zueinander kam nicht von der Politik, sondern aus Religion und Sprache.“ (1)

Die Armenier haben während der Geschichte unter dem Einfluss der mächtigen Imperien und Staaten gelebt. Die armenischen Fürstentümer waren Kriegsgebiete zwischen ihnen. Damit sie zusätzliche Vorteile erlangen konnten, haben sie oft zwischen diesen Mächten die Seite gewechselt. Dies wiederum führte dazu, dass das armenische Volk große Qualen leiden musste. Der römische Historiker Tacitus schrieb in seinem Werk „Annalium Liber“: „Die Armenier haben gegenüber den römischen und persischen Imperien ihre Haltung geändert, mal waren sie auf der Seite der Römer, dann wieder auf der Seite der Perser“, aus diesem Grund nannte er das armenische Volk als „ein ungewöhnliches Volk“. Sowohl aus diesen Haltungen, als auch dass sie unter der Herrschaft mächtiger Imperien lebten, war oft der Grund für die armenische Zwangsumsiedlung oder sie wanderten von alleine aus.

Sie flüchteten vor den Persern und ließen sich in Mittelanatolien, in die Gegend von Kayseri nieder. Sie wurden von den Sasaniden in inneren Teile Irans, von den Arabern nach Syrien, von den Byzantinern nach Mittelanatolien, Thrazien, Mazedonien, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Siebenbürgen und Krim, während der Kreuzzüge nach Zypern, Kreta und Italien, bei der mongolischen Besetzung nach Kasan und Astrahahn, von den Russen aus Krim und Kaukasien ins Innere von Russland umgesiedelt. Die Verbreitung der Armenier von Sizilien bis Indien, von Krim bis Arabien, ist das Resultat dieser Umsiedelungen. Dies zeigt, dass die armenische Umsiedelung von den Osmanen im Jahre 1915 nicht ihre erste Umsiedelung war und dass die armenische Diaspora nicht infolge der Umsiedlung im Jahre 1915 entstanden ist. Ganz besonder die Ansiedlung der Armenier im Gebiet von Sivas, ereignete sich kurz vor dem Einmarsch der Seldschuken in Anatolien.

Die Annahme des Christentums und die Trennung von der byzantinischen Kirche im Jahre 451 führte bis zur Ansiedlung der Türken in Anatolien zu byzantinisch-armenischen Auseinandersetzungen, der Unterdrückung und Vernichtung der Armenier von Byzanz und der Auflösung der armenischen Fürstentümer, die von Byzanz verwaltet wurden. Die Vertreibung der Armenier in unterschiedliche Gebiete und die Ausspielung der Armenier an fremde Mächte ist auf das eben genannte zurückzuführen. Die Grausamkeit von Byzanz ist in der armenischen Geschichte bis auf das kleinste Detail aufgeführt worden.

Die seldschukischen Türken haben zu solch einem Zeitpunkt, in der zweiten Hälfte des XI. Jahrhunderts, angefangen, gemeinsam nach Anatolien zu kommen. Auf den anatolischen Territorien war zu der Zeit, als die Seldschuken diese Territorien eroberten, kein einziges armenisches Fürstentum unter Herrschaft einer anderen Macht vorhanden. Vor den Seldschuken stand Byzans als die einzige Macht in diesem Gebiet.

Der seldschukische Herrscher Alpaslan hat zwar im Jahre 1064 die Territorien des alten armenischen Fürstentums Ani erobert, doch wurde die Existenz dieses Fürstentums eigentlich schon im Jahre 1045, also 19 Jahre, bevor die Türken kamen, von Byzanz beendet. Die Territorien, auf denen sich die Seldschuken vorgearbeitet haben, waren byzantinische Territorien, auf denen neben den Armeniern auch andere Volksstämme gelebt haben. Also können Behauptungen, wonach die Seldschuken einen armenischen Staat oder ein Fürstentum besetzt und angegriffen haben, nicht als wahr angesehen und von geschichtlichen Seite her bestätigt werden.

Noch dazu beweist die Geschichte das Gegenteil. Sie zeigt, dass die Armenier den Seldschuken halfen die anatolischen Territorien zu erobern, um den Jahrhunderte anhaltenden Gewalttätigen von Byzanz ein Ende zu setzen.

Die Äußerungen des armenischen Historikers Asoghik, Armenier hätten sich, wegen ihrer Feindschaft gegenüber Byzanz, auf die Einwanderung der Türken nach Anatolien gefreut und sogar den Türken geholfen, dokumentieren dieses Faktum. Auch der aus Urfa stammende armenische Historiker Mateos vermerkte, die Armenier hätten die Eroberung Urfas durch die Türken gefeiert.

Hier sollte man ein armenisches Fürstentum erwähnen, das mit dem anatolische-seldschukischen Staat zeitgenössisch war. Dieses Fürstentum ist das armenische Fürstentum in Zilizien. Die Existenz der Armenier in Zilizien ist das Ergebnis der Umsiedelungspolitik von Byzanz. Das letzte, armenische Fürstentum in Ostanatolien wurde von Byzanz gestürzt. Daraufhin erfolgte eine neue Auswanderung der Armenier nach Zilizien. Diese letzte Auswanderung war Anlass im Jahre 1080 das armenische Fürstentum in Zilizien zu gründen. Dieses Fürstentum, das während der Kreuzzüge den Kreuzrittern behilflich war und zu der Byzanz an Macht verlor seine Existenz wahren konnte, doch trotzdem an Byzanz und später an die Kreuzritter und Mongolen und zum Schluss an die Katholiken gebunden war, befand sich in guten Beziehungen mit den Türken und setzte sich in Zypern fest und geriet hier unter die Herrschaft der katholischen Familie Lusignan. Mit diesem Zustand waren die gregorianischen Armenier nicht zufrieden. Diese Unzufriedenheit spielte eine große Rolle beim Übergang des Fürstentums im Jahre 1375 zu den Mamelucken.

Es ist von Nutzen zu erwähnen, dass die letzte Auswanderung der Armenier nach Zilizien, zur Gründung einer anderen Kirche als Ecmiyazin führte und diese Trennung heute noch andauert. In der osmanischen Zeit war die Lage viel klarer. Ostanatolien wurde während der Herrschaftszeit von Fatih Sultan Mehmet und Yavuz Sultan Selim von der Akkoyunlu-Dynastie und von Safaviden, sowie Südanatolien während der Yavuz Sultan Selim Ära von den ägyptischen Mameluken eingenommen.

Diese historischen Tatsachen widerlegen die Behauptung, dass die Osmanen die Territorien eines armenischen Staates oder Fürstentums erobert hätten.

Quelle:

1) ASLAN, Kevork: L’Arménie et les Arméniens, Istanbul, 1914

IST ANATOLIEN DAS VATERLAND DER ARMENIER?

Die Antwort auf diese Frage muss man in der anatolischen Geschichte suchen. Sogar die armenischen Historiker sind sich über die Abstammung der Armenier nicht einig. Und dies gibt die Frage, wo das Vaterland ist, zur Diskussion frei. Zu diesem Thema bezogen kann man die entgegengesetzten und widersprüchlichen Meinungen der armenischen Historiker wie unten dargestellt aufzählen:

a) Die Meinung, die die Armenier an den Propheten Noah stützt: Diesem Gedanken zufolge sind die Armenier der Abstammung von Hayk, dem Enkel von Noah. Weil das Schiff von Noah auf dem Berg Ararat strandet, ist das Vaterland der Armenier Ostanatolien. Noch dazu hat Hayk 400 Jahre gelebt und sein Land bis nach Babylon erweitert. Diese Meinung beruht auf eine Sage und hat nichts mit der Wissenschaft zu tun. Somit kann man sich mit dieser Meinung wisseschaftlich und realistisch nicht befassen. Der Historiker Auguste Carriére betont diesen Punkt und sagt „den Erkenntnissen der alten armenischen Historiker zu glauben, wäre eine Gedankenlosigkeit, denn die meisten Erkenntnisse sind erfunden.“

b) Die Meinung, die die Armenier an die Urartäer stützt: Die Urartäer sind eines der ostanatolischen Volksstämme. Sie reichen bis 3 Tausend Jahre vor Christus. Es ist bekannt, dass sie im 7. und 6. Jahrhundert vor Christus zuerst von den Szythen, später von den Meder angegriffen und vernichtet worden sind, dass das Gebiet auf dem sie lebten, als Schlachtfeld der Szythen und Meder diente und sie am Ende in die Herrschaft der Meder gerieten. Zu diesem Zeitpunkt begegnet man in Anatolien dem Namen Armenier überhaupt nicht. Außerdem sind sich das Armenische und Urartäische in keiner Hinsicht ähnlich. Die Urartäische ist eine asiatische Sprache und zeigt Ähnlichkeiten mit dem Uralaltaiischen. Zwischen den urartäischen und ural-altaiischen Kulturen sind die gleichen Ähnlichkeiten vorhanden. Die archäologischen Entdeckungen im Gebiet Erzurum zeigen das offenkundig vor. Die armenische Sprache hingegen akzeptiert, dass die indogermanischen Sprachen in die Satem- Gruppe gehört. Wenn das so ist, kann man keine Ähnlichkeit zwischen den Urartäern und Armeniern vorweisen. Um dies zu bestätigen, ist keine konkrete Entdeckung vorhanden.

c) Die Meinung, die die Armenier an den Stamm der Trak-Frig- Stamm, die das urartäische Gebiet besetzten, stützt: Nach den armenischen Historikern wird diese Theorie am meisten übernommen. Demnach ist der Ursprung der Armenier aus dem Balkan und sie stammen von den Trak-Frig ab. Wegen dem Druck der Illyria sind sie im 6. Jahrhundert vor Christus nach Ostanatolien ausgewandert und haben sich dort festgesetzt. Auf den Namen Armenier trifft man zum ersten mal im Jahre 521 vor Christus in der Inschrift von dem Med (Perser) Herrscher Darius Behistun an. Es wird behauptet, dass die Aussage von Darius „ich habe die Armenier besiegt“, die Wirklichkeit beweist. Diese Meinung vernichtet von selbst die Noah und urartäischen Theorien.

d) Die Meinung, die die Armenier an den Südkaukasusstamm stützt: Demnach ist das Vaterland der Armenier Südkaukasus. Ihre Nähe an die Kaukasus-Stämme und Kulturverwandtschaft werden als Grund für diese Theorie gezeigt. Ein anderer Grund ist, Darius, der die Armenier zum erstenmal erwähnte. Mit der Aussage „ich habe die Armenier besiegt“ meinte er den Ort Kaukasus. Aber leider haben die Armenier mit den anderen kaukasischen Stämmen nichts gemeinsam.

e) Die Meinung, die die Armenier an den Turan- Stamm stützt: Diese Theorie stützt sich an den Ähnlichkeiten zwischen einigen türkischen und aseri Stämmen angesichts der Kultur und dem verwandten Brauch gestützt.

Wie man sieht, wird die Abstammung und das Vaterland der Armenier sogar untereinander diskutiert. Unter solchen zweifelhaften Aussagen, kann nicht gesagt werden, dass die Armenier seit 3-4 Tausend Jahren in Ostanatolien existierten.

Der eigentliche Gedanke, der unter diesen Behauptungen vom armenischen Kreis liegt, ist, die armenische Existenz in Ostanatolien so weit wie möglich, in die Vergangenheit hinauszustrecken, Ostanatolien als ein Vaterland aufzuspielen und der Wunsch, noch dazu dies als eine alte Kulturexistenz zu zeigen. Somit wird vorgeschoben, dass die Türken das Land, das seit Tausenden von Jahren Eigentum der Armenier ist, besetzt haben.

Diese Behauptung ist überflüssig. Hinsichtlich der Geschichte waren die Armenier in Ostanatolien keine bodenständigen Einwohner, sondern haben sich hier später niedergelassen und können ihre Existenz auf diesem Gebiet nur bis 521 vor Christus vorweisen. Dabei weiß man, dass Anatolien seit mindestens 15 Tausend Jahren bewohnt ist. Das, seit 15 Tausend Jahren bewohnte Anatolien ist für ansässige oder nomandische Volksstämme und sehr reichen Zivilisationen zur Heimat geworden. Es kann nicht die Rede davon sein, dass die Armenier, die in dieses Gebiet aus anderen Gebieten kamen und einer der späten Volksstämme in diesem Gebiet waren, Ostanatolien für sich alleine und als Heimat in Anspruch nehmen.

 

Quelle:

CARRIERE, Auguste: Moise de Khoren et la Généalogie Patriarcale, Paris, 1896

HABEN DIE TÜRKEN 1915 DIE ARMENIER MIT PLAN UND SYSTEM EINEM VÖLKERMORD UNTERWORFEN?

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs und die Teilnahme des Osmanischen Staates ab dem 1. November 1914 auf der Seite Deutschlands gegen die Entente-Staaten wurden von Armeniern als eine große Gelegenheit betrachtet. Wie Louse Nalbandian betonte, war für die armenischen Komitees die Teilnahme der Osmanen am Ersten Weltkrieg die günstigste Zeit um einen totalen Aufstand zu starten. (1)

Wegen der Befürchtung, die Komitees könnten während des Kriegs mit Aktionen beginnen, verwirklichte die Osmanische Regierung im August 1914 ein Treffen mit Funktionären des Taschnak- Komitees. Dabei versprachen die Taschnak- Funktionäre bei einer Teilnahme der Osmanen am Krieg als treue Bürger auf der Seite der osmanischen Armeen zu sein. Doch sie hielten ihr Versprechen nicht ein. Denn vor dieser Versammlung wurde im Juni auf dem Taschnak- Kongress in Erzurum vereinbart, dass der Kampf gegen den Osmanischen Staat fortgeführt wird. (2)

Die russischen Armenier haben Vorbereitungen getroffen, um mit der russischen Armee den Osmanischen Staat anzugreifen. Zwischen dem Ecmiyazin Katoliko und kaukasischen Generalgouverneur Vranzof- Daschkof kam es zu einer Übereinstimmung, „wenn Russland den Osmanen die Reform für die Armenier umsetzen lässt, werden die russischen Armenier Russland bedingungslos unterstützen. (3)

Später wurde der Katolikos vom Zaren empfangen und teilte dem Zaren mit, dass die Rettung der Armenier nur dann möglich ist, wenn sie sich der türkischen Herrschaft entziehen und ein unabhängiges Armenien bilden und von den Russen geschützt werden. (4) Die Absicht von Russland war, Ostanatolien einzugliedern und dazu die Armenier ausnutzen.

Als die Russen den Osmanen den Krieg erklärten, hat das Taschnak- Komitee im Presseorgan Horizon die folgende Bekanntmachung veröffentlicht:

„Die Armenier haben ohne zu zögern auf der Seite der Ententestaaten ihren Platz eingenommen. Sie haben ihre ganzen Mächte Russland zur Verfügung gestellt; außerdem haben sie die freiwilligen Regimente gebildet.“ (5)

Das Taschnak- Komitee hat seiner Organisation die folgende Anordnung gegeben:

„Wenn die Russen die Grenze überschritten und die osmanischen Armeen anfangen haben sich zurückzuziehen, sollen überall Aufstände eingeleitet werden. Somit sollen die osmanischen Armeen ins Kreuzfeuer genommen werden. Falls die Osmanen vorrücken, sollen die armenischen Soldaten mit ihren Waffen ihre Truppen verlassen und Partisanengruppen bilden und sich mit den Russen vereinigen.“ (6)

Das Hindshak- Komitee teilte in seinen Anordnungen an seine Organisation mit, dass das Komitee mit all seinen Mächten an den Auseinandersetzungen teilnehmen und als Verbündeter der Ententestaaten, vor allem von Russland, alles tun wird, um in Armenien, Zilizien, Kaukasien und Aserbeidschan zu siegen und dafür mit allen Mitteln den Ententestaaten helfen wird.“ (7)

Papazyan, der im osmanischen Parlament als Van Abgeordneter tätig war, hat in einer Deklaration gefordert, dass in Kaukasien freiwillige armenische Regimente bereit gestellt werden. Diese sollten als die Führer der russischen Armee die wichtigen Punkte in Gebieten, die von Armeniern bewohnt werden, erobern und sich den auf anatolischen Territorien vorarbeitenden armenischen Regimenten anschließen.“ (8)

All diese Anweisungen wurden befolgt. Mit Beginn des russischen Einmarsches mit Vortrupps aus freiwilligen russischen und osmanischen Armeniern aus dem Osten ins osmanische Territorium desertierten die armenischen Soldaten der osmanischen Armee und schlossen sich mit ihren Waffen den russischen Truppen an oder bildeten Banden. Die Armenier rüsteten sich mit den seit Jahren in armenischen Schulen, bei Missionären und in Kirchen versteckten Waffen auf. An dieser Stelle wollen wir daran erinnern, dass der Wehrdienst für Armenier erst durch ein, in der zweiten konstitutionellen Periode erlassenes Gesetzt gebilligt worden ist. Die bewaffneten armenischen Banden folgten dem folgenden Befehl der Komitees: „Wenn du dich befreien willst, dann ermorde erst deinen Nachbar.“

So begannen die bewaffneten Armenier mit Massakern in den türkischen Städten, Kreisstädten und Dörfern, in denen alle Männer an der Front waren. So fielen sie den osmanischen Kräften in den Rücken, verhinderten sie an ihrer Offensive, sperrten ihre Nachschubwege, lockten Konvois mit Verletzten in den Hinderhalt, zerstörten Brücken und Straßen und ermöglichten durch ihre Aufstände in den Städten die russische Besetzung.

Die Grausamkeit der armenischen freiwilligen Regimente auf der Seite der russischen Kräfte war so übertrieben, dass die russische Kommandantur den Drang verspürte, einige armenische Einheiten von der Front zu ziehen und an die hinteren Linien zu versetzen. Die Memoiren einiger Offiziere, die zur damaligen Zeit bei der russischen Armee waren, sind Zeugen dieser Grausamkeit. (9)

Von armenischen Massakern waren nicht nur Türken betroffen. Auch Griechen um Trabzon und Juden in Hakkari wurden von armenischen Banden massakriert. (10) Die armenischen Komitees hatten das Ziel alle anderen Menschen außer Armeniern in den genannten Gebieten zu vernichten oder sie zur Migration zu zwingen. Sie wollten dadurch erreichen, dass in dem ersehnten armenischen Staat die Armenier die Mehrheit bildeten.

An der Spitze der ersten armenischen Einheiten, die zusammen mit russischen Streitkräften die Grenze überschritten hatten, stand der mit dem Spitznamen „Armen Garo“ bekannte ehemalige osmanische Abgeordenete Karekin Pastýrmacýyan. Wiederum der frühere osmanische Abgeordnete Hamparsum Boyaciyan mit dem Spitznamen „Murad“ griff mit armenischen Banden unter seiner Führung türkische Städte und Dörfer an und befahl sogar die Ermordung von türkischen Kindern, die für die armenische Nation eine Gefahr darstellten.


Die Russsen leisteten den Armeniern volle Unterstützung. Wieder ein alter Abgeordneter Papazyan hat mit seiner Bande Gegende, wie Van, Bitlis und Mus tyrannisiert.

Im März 1915 leiteten die russischen Kräfte eine Offensive in Richtung Van ein. Daraufhin begann am 21. April ein großer Aufstand in Van. Resultat war, dass Van in die Hände der Russen geriet. Der russische Zar Nikola II. hat am 21. April 1915 dem armenischen Komitee in Van ein Telegramm geschickt und im Namen Russlands wegen den geleisteten Diensten gedankt. In der armenischen Zeitung Gocnak, die in den USA veröffentlicht wurde, steht in der Ausgabe vom 24. Mai 1915 mit Stolz „in Van gibt es nur noch 1.500 Türken.“

Die Worte des Taschnak-Vertreters auf dem armenischen Nationalkongress im Februar 1915, dass Russland für die Bewaffnung der Armenier sowie für die Vorbereitung und Durchführung der Aufstände den osmanischen Armeniern 142.900 Rubel gewährt habe, (11) legt die russisch-armenische Allianz und die Vorbereitungen der armenischen Komitees vor Kriegbeginn offen dar.

Die Armenier haben die Gewohnheit, diese Bewegungen und Aufstände, nach der Umsiedelungsentscheidung der Osmanen, als Selbstverteidigung darzustellen. Dabei waren zu dieser Zeit noch kein Beschluss über Umsiedelung getroffen. Die Aufstände waren kein Ergebnis der Umsiedelung, sondern die Umsiedelung war ein Ergebnis der Aufstände.

Parallel zu diesen Ereignissen drangen britische und französische Marineeinheiten bis zu den Dardanellen vor. Osmanische Armeen kämpften von Galizien bis Ostanatolien und dem Irak an verschiedenen Fronten gegen den Feind.

Die Osmanische Regierung unterrichtete erst den armenischen Patriarchen, armenische Abgeordnete und führende Armenier darüber, dass bei einer Fortsetzung der Massakrierung von Moslems Maßnahmen ergriffen werden. Als dies zu keinem Ergebnis führte, wurden am 24. April 1915 die armenischen Komitees geschlossen und 235 Funktioräre dieser Komitees wegen staatsfeindlicher Tätigkeiten verhaftet.

Aus diesem Grund begehen die armenischen Gesellschaften im Ausland, den 24. April als Jahrestag des angeblichen „Völkermords“, an dem 235 Armenier festgenommen wurden.

Wegen der großen Gefahren im In- und Ausland ergriff die osmanische Regierung Maßnahmen, wie es jeder bedrohte Staat tun würde. So wurden Armenier aus den Regionen unweit der Kriegsgebiete in die südlichen osmanischen Regionen, nach Syrien und in die irakischen Provinzen umgesiedelt. Die Notverordnung, also das vorübergehende Gesetz über die Umsiedlung der Armenier wurde am 27.Mai 1915 erlassen.

So wie auch der armenische Historiker Leo betont hatte, hat die Osmanische Regierung ihr Recht auf Wahrung der eigenen Existenz, gegen die armenischen Komitees genutzt, die sich von den Russen provozieren ließen und mit Vertrauen auf die russischen Waffen Aufstände eingeleitet haben.

Außerdem ist eine Umsiedelung keine Strafe, sondern der Zwang eine bestimmte Gruppe aus Sicherheitsgründen von einem Ort zum anderen umzusiedeln. Um schädliche Aktivitäten von Gemeinschaften zu verhindern, deren Kollaboration mit dem Feind während eines Kriegs bewiesen ist und die sich damit rühmen, werden zu einer Zwangsumsiedlung gezwungen. Dies ist kein Grund für einen Einspruch. Diese Maßnahme trafen alle am Zweiten Weltkriegs beteiligten Staaten.

Noch dazu hat die Osmanische Regierung konkrete Bemühungen gezeigt, um die Armenier während der Umsiedelung vor Gefahren zu schützen. Die diesbezüglich veröffentlichten Befehle sind ein klarer Beweis dafür:

„Die Reise der in den erwähnten Kreisstädten und Dörfern lebenden Armenier in ihre neuen Wohngebiete, soll bequem verlaufen. Ihr Leben und ihre Eigentürmer sollen geschützt werden. Angefangen von ihrer Ankunft bis zur ihrer endgültigen Ansiedlung sollen ihre Verpflegungskosten vom Flüchtlingsfond getragen werden. Ihnen sollen je nach ihrer finanziellen Lage vor ihrer Umsiedlung und ihren gegenwärtigen Bedürfnissen Grundstücke und Güter gegeben werden. Für die Notdürftigen soll die Regierung Häuser bauen und für die Handwerker, Bauer, Samen, Geräte und Ausrüstung zur Verfügung stellen.“ (12)

„Da dieser Befehl nur eine Maßname zur Vorbeugung der Verbreitung der armenischen Aufstandkomitees war, soll diese Maßnahmen so umgesetzt werden, dass sie zu keinen gegenseitigen Massakerversuchen zwischen moslemischen und armenischen Gruppen führt.“

„Für die Bereistellung von Spezialbeauftragten, die die armenischen Gruppen bei ihrer Umsiedlung begleiten sollen, werden Regelungen getroffen. Die Nahrungsmittelbedürfnisse und andere werden gedeckt. In diesem Rahmen werden die erforderlichen Ausgaben vom Regierungsfond getragen.“ (13)

„Während der Reise sollen die armenischen Gruppen verpflegt werden. Für die Ansiedlung der armen unter ihnen soll ein Kredit gewährt werden. Die, für die Reisenden aufgeschlagenen Lager sollen regelmäßig kontrolliert werden. Für den Wohlstand dieser Menschen sollen die notwendigen Maßnahmen getroffen werden. Außerdem soll für ihre Ruhe und Sicherheit gesichert werden. Den armen unter ihnen soll genügend zu Essen gegeben und ihr gesundheitlicher Zustand jeden Tag von einem Arzt kontrolliert werden. Die Kranken, Frauen und Kinder sollen mit dem Zug, die anderen, je nach gesundheitlichem Zustand mit dem Pferd, dem Auto oder zu Fuß transportiert werden. Jeder Geleitzug soll von einer Schutztruppe begleitet werden. Die Nahrungsmittel von jedem Geleitzug sollen bis zur Ankunft beschützt werden. Wenn während der Reise die Lager oder die armenischen Gruppen angegriffen werden, sollen diese Angriffe sofort abgewehrt werden.“ (14)

Dass die Armenier während den ostanatolischen Kämpfen und der Umsiedelung Verluste erlitten, ist richtig. Im Grunde streitet das niemand ab. Es ist die Rede von einem Weltkrieg, einer Rebellion und Aufstand und die daraus resultierende Umsiedlung. Die allgemeine unruhige Atmosphäre, die auf den Krieg zurückzuführen ist, persönlicher Hass und Rachegefühle, diese waren Gründe dafür, dass die Umsiedler angegriffen wurden. Der Staat hat so gut wie nur möglich versucht, dies zu verhindern und die Verantwortlichen bestraft.

Auf der anderen Seite muss man auch die schwierigen Umstände während der Kriegszeit, den Mangel an Fahrzeugen, Brennstoff, Nahrungsmittel und anderen Möglichkeiten, die klimatischen Bedingungen und ansteckende Krankheiten wie Typhus, die zur Vernichtung führten vor Augen halten. Man darf dass 90 Tausend Mann starke osmanische Armeekorps, das an der Ostfront wegen Kälte und Krankheit umgekommen ist, nicht vergessen. Sogar in den von der Front entfernten Gebieten, selbst in der Hauptstadt Istanbul musste schlimmes durchgemacht werden. Diese Umstände und Notsituationen waren nicht nur für die Armenier gültig, sondern für alle Osmanen. Jeder teilte das erlebte Leid.

Die Basis der Brennpunkte der armenischen Propaganda und des Terrors, der heute als „Der erste Völkermord des XX. Jahrhunderts“ bekanntgemacht wird, ist darauf zurückzuführen.

Quellen:

(1) NALBANDIAN, Louise: o.g.W., Seite 111

(2) Die Handlung- und Rebellionsbewegungen des Armenier Komitee, Istanbul, 1917, Seite 144- 146

(3) TCHALKOUCHIAN, Gr.: Le Livre Rouge, Paris, 1919, Seite 12

(4) TCHALKOUCHIAN, Gr.: o.g.W

(5) URAS, Esat: o.g.W., Seite 594

(6) HOCAOGLU, Mehmet: Grausamkeit der Armenier und die Armenier, Istanbul, 1976, S. 570- 571

(7) Die Handlung- und Rebellionsbewegungen des Armenier Komitee, Seite 151- 153

(8) URAS, Esat: o.g.W., Seite 596- 600

(9) Beispiel „Journal de Guerre du Deuxieme Regiment d´Artillerie de Forteresse Russe d´Erzoroum, 1919″

(10) Semsi, Kara: o.g.W., Seite 41- 49

(11) URAS, Esat: o.g.W., Seite 604

(12) Ministerrat Bestimmungen vom Mai 1915, Archiv des Ministerpräsidums, Istanbul Ministersitzungsprotokolle, Band 198, Entscheidung- Nr. 1331/163

(13) Englisches Außenministerium Archiv, 371/9158/ E 5523

(14) Englisches Außenministerium Archiv, 371/9158/ E 5523

HABEN DIE TÜRKEN AB 1890 ANGEFANGEN DIE ARMENIER ZU ERMORDEN?

Man sieht, dass in der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts angefangen wurde, über eine „Armenier-Frage“ zu sprechen. Aber wenn man für die „Armenier-Frage“ einen Anfangspunkt suchen sollte, findet man diesen in dem Reformerlass von 1856 oder im osmanisch-russischen Krieg zwischen 1877- 1878 sowie dem darauffolgenden Abkommen von Ayastefanos und der Berliner Konferenz. Aber wir denken, dass wir noch weiter zurück bis 1820 gehen sollten, um die Angelegenheit besser verstehen zu können.

In dieser Phase taucht das zaristische Russland auf, dessen Macht auf der Welt immer mehr an Bedeutung gewann. Diese imperialistische Macht akzeptierte den Osmanischen Staat als ein natürliches Entwicklungsgebiet und versuchte sich mit Hilfe der Osmanen nach Süden und Südosten auszubreiten. Die Unabhängigkeit Griechenlands vom Osmanischen Reich ist zum größten Teil auf diese expansionistische Politik Russlands zurückzuführen. Eines der wichtigsten Elemente dieser Politik ist Russland zufolge der Schutz gegenüber den osmanischen Christen. Dies wiederum hat die Russen dazu getrieben, sich neben den orthodoxen Griechen auch mit den gregorianischen Armeniern zu befassen.

Während Russland im Westen versuchte in den Balkan einzudringen, stieg er über den Osten in Kaukasien ein. Diese Entwicklung versetzte die armenische Ecmijazin Kirche in Kaukasien unter russischen Einfluss. Ecmijazin ist ein religiöses Zentrum, an dass die gregorianischen Armenier gebunden sind.

Die Ecmijazin Kirche ging in kurzer Zeit zu den Russen über. Selbst Katolikos Nerses Aratarakes schloss sich an der Spitze einer armenischen 60 Tausend Mann Streitkraft beim 1827- 28 Russland-Irankrieg den Russen an.

Auch der Versuch der Russen sich unter die osmanischen Armenier zu mischen, geschah durch die Ecmijazin Kirche und nach 1844 wurde das armenische Patriarchat in Istanbul bei Gottesdiensten Ecmijazin Katoliko genannt.

Nicht nur Russland hatte die Absicht der Schützer der osmanischen Christen zu sein. Auch Großbritannien und Frankreich hatten die Absicht die osmanischen Christen zu den Protestanten und Katholiken zu gewinnen. Nachdem sie damit Erfolg hatten, wurde 1830 in Istanbul eine armenisch-katholische und 1847 eine protestantische Kirche gegründet. Weder bei diesen Entwicklungen, noch bei der Veröffentlichung des Reformerlasses ik Jahre 1856 war von einer „Armenier-Frage“ die Rede.

Der Reformerlass, der die Bedeutung, die nationale Ordnung im westlichen Modell neu zu organisieren, trug, brachte die Moslems und Nichtmoslems auf den gleichen Status und beendete somit die Vorteile und geistliche Befreiungen der Nichtmoslems. Nach diesem Erlass bereitete das armenische Patriarchat eine armenische Volksbestimmung vor und überreichte diese am 29. März 1862 der Osmanischen Regierung. Somit wurde sie bestätigt und trat in Kraft. Mit der Bestimmung wurde ein Parlament mit 140 Mitgliedern gegründet, die die Innenangelegenheiten des Volkes besprachen. Es wurde vorgesehen, dass 20 dieser Mitglieder Kirchenangehörige von Istanbul, 80 Mitglieder der Kirchengemeinschaft in Istanbul und 40 Mitglieder von der Provinz waren.

Der Reformerlass hat neben Russland auch Großbritannien und Frankreich dazu gebracht sich mehr mit den Armeniern zu befassen. Dies wiederum steigerte das Interesse Russlands an den Armeniern.

Hinter diesem Interesse lag nicht die Sympathie dieser Staaten, sondern ihre eigenen imperialistischen Vorteile. Um zu sehen, warum das so war, muss man die damaligen Machtbeziehungen und den Kampf um die Bewohner auf der Welt betrachten.

Eines der wichtigen Gebiete in diesen Einwohner und Vorteilkämpfe ist der Osmanische Staat. Einer der Grundsteine dieser neuen Politik waren die christlichen Elemente im Osmanischen Staat und vor allem wurden die Armenier gegen die Osmanen ausgenutzt. Ihnen wurde ein Armenien in Ostanatolien versprochen, dabei glaubten sie selbst nicht an die Realisierung dieses Versprechens.

Als Ergebnis des osmanisch-russischen Krieges zwischen 1877- 78 und wegen der Kriegsniederlage der Osmanen kam es zu neuen Entwicklungen. Daraufhin kam die „Armenier-Frage“ zum Vorschein.

Nach dem osmanisch-russischen Krieg forderte der armenische Patriarch von Istanbul, Nerses Varjabedyan, unter Vermittlung des Katholikos der Ecmiyazin-Kirche vom russischen Zaren, die von Russland besetzten osmanischen Gebiete in Ostanatolien nicht zurückzugeben. Darüberhinaus verlangte er im russischen Quartier in Ayastefanos vom russischen Großfürsten Nikola die Annektion Ostanatoliens durch Russland oder eine Autonomie wie in Bulgarien, wenn nicht, dann Reformen zu Gunsten der Armenier. Bis zur vollen Umsetzung der Reformen sollte sich die russische Armee nicht zurückziehen, so nach der Forderung des Patriarchs. Die letzte Forderung des Patriarchs wurde von Russen angenommen und als 16.Artikel in das Abkommen von Ayastefanos aufgenommen.(1) Wir brauchen gewiss nicht zu sagen, dass der Patriarch Varjabedyan osmanischer Staatsbürger war. Die russische Besetzung in Ostanatolien hat Russland die Möglichkeit verschafft, den Einfluss auf die osmanischen Armeniern zu vergrößern. Die armenischen Offiziere in der russischen Armee haben versucht die osmanischen-Armenier gegen den Staat aufzuhetzen und ihnen eingeprägt, „wie sich die Christen auf dem Balkan“ von den „Osmanen zu trennen und ihren eigenen Staat zu gründen versuchen“.

Großbritanien erkannte die Absicht der Russen und lehnte das Abkommen von Ayastefanos ab. Denn ein unter der Obhut Russlands in Ostanatolien zu gründender armenischer Staat würde die Sicherheit der britischen Handelswege zum Persischen Golf und nach Indien gefährden. Großbritannien gelang es, dass das Abkommen von Ayastefanos gegen Zypern geändert und auf der Berliner- Konferenz der Abzug der Russen aus Kars, Ardahan und Batum beschlossen wurde. Nach dem russischen Abzug sollten unter Aufsicht der 5 Mächte armenische Reformen umgesetzt werden. Ab diesem Zeitpunkt betrachtete Großbritanien die „Armenische Reform“ als seine eigene Sache.

An der Berliner- Konferenz hat auch eine Kommission des armenischen Patriarchats in Istanbul teilgenommen. Da diese Kommission ihren Willen nicht durchsetzen konnte, kamen sie mit dem Urteil „ohne einen Kampf und Aufstand kann man nichts erreichen“ nach Istanbul zurück. (2)

Russland verlor mit der Berliner Konferenz eine große Gelegenheit, die sie mit dem Ayastefanos Abkommen bekommen hatte. Außerdem musste sie im Westen Griechenland und Bulgarien dem Einfluss von Großbritannien überlassen. Daraufhin verfolgte sie eine Politik, deren Ziel die direkte Vereinigung von Ostanatolien war. Bei dieser Politik hat Russland versucht die Armenier erneut auszunutzen.

Der französische Schriftsteller Rene Pinon, der als Türkenfeind bekannt ist, legt mit diesen Worten offen den Kampf von Großbritannien und Russland gegen die Armenier vor:

„Die Briten und Russen haben ihren Krieg auf dem Rücken der Armenier ausgetragen. Armenien ist in den Händen von Großbritannien ein Wachposten zur Vorbeugung der russischen Ausbreitung geworden.“

In Großbritannien kam im Jahre 1880 die Gladstone Regierung an die Macht. Dies hat den Kampf intensiviert. Großbritannien gab die Politik, die territoriale Integrität des Osmanischen Staates vor Russland zu schützen auf und verfolgte nun eine Politik, die die Teilung des osmanishcen Reiches vorsah. Davon versprach sich Großbritannen kleine befreundete Staaten, die es gegen Russland einsetzen konnte. Einer dieser Pufferstaaten sollte Armenien sein.

Als erste Rusaltate der neuen Politik wurden Ostanatolien in der britischen Presse als Armenien bezeichnet, in den abgelegensten Orten Ostanatoliens wurden britische Konsulate eröffnet, die Zahl der protestantischen Missionäre erhöhte sich und in London wurde das britisch-armenische Komitee gegründet. Für ihre eigenen Interessen nutzten Russland und Großbritanien die Armenier aus. Viele armenische und ausländische Quellen dokumentieren dies ebenfalls.

Der armenische Patriarch Horen Aschikyan hat in seinem Werk „Armenische Geschichte“ folgendes geschrieben: „Die vielen protestantischen Missionare, die an verschiedenen Orten der Türkei verteilt sind, machen Propaganda zu Gunsten Großbritanniens. Sie behaupten, dass die Armenier dank Großbritannien ihre Unabhängigkeit erlangen werden. Die, von ihnen gegründeten Schulen sind Nester ihrer heimlichen Pläne.“

Nach den Worten des armenischen geistlichen Hrant Vartabed zeigt die Gründung von protestantischen Volksgruppen im Osmanischen Reich und deren Schutz von Seiten Großbritanniens und der USA, dass die westlichen Mächte, die behaupten zivilisiert zu sein, sogar davor nicht zurückschrecken das Religionsgefühl, dass das heiligste Gefühl ist, rücksichtslos auszunutzen. Vartabed beschuldigt Ecmiyazin Katolikos und Kevork sich als Mittel des zaristischen Russlands ausnutzen zu lassen und die anatolischen Armenier zu betrügen. (3)

Eine weitere Feststellung kommt von dem französischen Botschafter in Istanbul Paul Cambon. Cambon schreibt im Jahre 1894 in seinem Bericht an Paris folgendes:

„Gladstone hat die unzufriedenen Armenier organisiert, sie diszipliniert und ihnen Rückhalt versprochen. Danach hat sich das Propagandakomitee in London, wo es inspiriert wurde, niedergelassen.“

Jean- Paul Ganier sagte:

„Die Armenier, die treue Nation genannt werden, wurden von den Russen und protestantischen Missionaren aufgehetzt und haben sich an die Berliner- Konferenz gewendet, als ob sie ein gequältes Volk wären.“

Edgar Granville, vermerkte, dass es vor Beginn der russischen Provokation überhaupt keine armenische Bewegung im Osmanischen Reich gegeben habe. Unschuldige Menschen hätten durch den Traum nach einem Armenien unter Obhut des Zaren gelitten. Der eigentliche Verbrecher sei das russische Zarentum. Das Ziel der armenischen Bewegung sei die Annektion Ostanatoliens an Russland.

Der armenische Schriftsteller Kaprielian bemerkte in seinem Buch „Armenierkrise und Auferstehung“ mit Stolz, dass sie „die Revolutionsversprechungen und Einreden den Russen zu verdanken haben“.

Das Presseorgan des Taschnak-Komitees „Hairenik“ gibt in seiner Ausgabe vom 28. Juni 1918 zu, die revolutionäre Gesinnung bei den Armeniern in der Türkei sei im Folge der russischen Provokationen erregt worden…Russland ermutigte alle Grenzvölker zur Zentrifugalkraft.

Vor diesen Realitäten wird es nicht schwer sein, zu sagen, dass hinter der Armenier-Frage der Imperialismus und die Politik, das Osmanische Reich zu teilen und aufzuteilen, liegt.

Im Rahmen dieser Politik wurden in Ostanatolien ab 1880 einige armenische Komitees gegründet. In Van wurden die Komitees unter den Namen „Das schwarze Kreuz“ und „Armenakar“, in Erzurum „Die Patrioten“ zusammengesetzt. Diese Aktivitäten dieser Komitees blieben regional. Da sich ein großer Teil der Armenier, die nicht über die osmanische Verwaltung beklagte und in Wohlstand und Frieden weiterlebte, sowie den Tätigkeiten dieser Komitees kein Interesse zeigten, waren die Komitees nicht wirksam und mit der Zeit ging auch ihre Existenz zu Ende.

Da die osmanischen Armenier mit den von ihnen gegründeten Komitees nicht zur Bewegung gegen den Staat getrieben werden konnten, wurde diesmal ein anderer Weg eingesschlagen. Es wurde veranlasst, dass die russischen Armenier außerhalb der osmanischen Territorien Komitees gründeten. Somit trat im Jahre 1887 in Genf das Hindschak, im Jahre 1890 in Tiflis das Taschnak- Komitee vor. Diesen Komitees wurden als Ziel die anatolischen Länder und die „Rettung“ der osmanischen Armenier vorgezeigt.

Louise Nalbandian, ein Vorreiter der armenischen Propaganda unserer Zeit, äußert sich zum “ Hindschak- Komitee“ wie folgende:

“ Um die Gefühle des armenischen Volks in Aktion zu setzen, benötigte man Provokation und Terror. Das Volk sollte gegen seinen Feind provoziert werden. Dann würde man von Vergeltungsaktionen des Feindes profitieren. Terror sollte als ein Mittel eingesetzt werden, um das Vertrauen des Volkes an das Hýnçak-Programm zu erwecken. Das Komitee hatte das Ziel, die Osmanische Regierung zu terrorisieren. Somit sollte das Regime an Ansehen verlieren und zerstört werden. Der einzige Brennpunkt der terroristischen Taktiken sollte nicht die Regierung sein. Das Hindschak-Komitee wollte die für die Regierung arbeitenden Armenier und Türken töten und versuchte alle Spione und Spitzel zu beseitigen. Um die Terrorakte zu verwirklichen, würde die Partei, also das Komitee, eine sich eigene Organisation gründen. (4)

 

K. S. Papazian schreibt über das Taschnak Komitee:

„Nach dem Programm dieses Komitees sollte das Türkei-Armenien durch Aufstand politische und wirtschaftliche Freiheit erringen. Das im Jahre 1892 bei der Vollversammlung des Komitees beschlossenes Programm sah als 8. Methode die Terrorisierung der Regierugfunktionäre, sowie der Verräter und als 11. Methode die Vernichtung und Plünderung der Regierungsanstalten vor.“ (5)

Der Mitbegründer und Ideologe des Taschnak-Komitees Dr.Jean Loris Melikoff gibt zu, dass die Interessen des Komitees Vorrang hatten und das Komitee durch Terror von reichen Armeniern Geld erpresste, um seine Pläne umzusetzen. (6)

Wieder einer der Taschnak- Ideologen Varandian, gestand in seinem Buch „History of the Dahnagizoutune“ (Paris, 1932) dasselbe.

So wie die armenischen Schriftsteller auch offen angeben, war es ein Ziel in Anatolien Aufstände einzuleiten. Die Methode hierfür war der Terror. Die armenischen Komitees haben keine Zeit verloren, um dieses Programm umzusetzen und leiteten verschiedene Versuche für Aufstände ein.

Die Aufstandsversuche wurden zuerst von den Hindschak eingeleitet und später folgten die Taschnaks dem gleichen Weg. Die gemeinsame Eigenschaft dieser Aufstandsversuche war, das sie alle von Komiteemitgliedern außerhalb des osmanischen Territoriums geplant und verwirklicht wurden.

Der erste Aufstand war der Aufstand von Erzurum im Jahre 1890. Danach folgte im gleichen Jahr die Kumkapi- Demonstration und anschließend folgten 1892-93, die Ereignisse von Kayseri, Yozgat, Corum und Merzifon, 1894 der Sasun- Aufstand, 1895 die Babiali- Demonstration und der Zeytun- Aufstand, 1896 der Van- Aufstand und die Besetzung der Osmanischen Bank, 1903 der zweite Sasun -Aufstand, 1905 der versuchte Anschlag auf Sultan Abdülhamid und 1909 der Adana- Aufstand.

Diese ganzen Aufstände und Ereignisse wurden von den armenischen Komitees dargestellt, als wurden die Armenier von den „Türken ermordet“. Dies wurde auch an die westlichen Länder und an die christliche öffentliche Meinung in dieser Form weitergegeben und somit ein großer Lärm verursacht. Mit dieser Absicht wurde keine Lüge ausgelassen. Die Ereignisse wurden alle entstellt bekanntgemacht. Die bis in den abgelegensten Ecken von Anatolien verbreiteten christlichen Missionare und Konsulate der mächtigen Länder und Botschaften in Istanbul haben bei der Verbreitung und Zustimmung dieser Propaganda an die westliche, öffentliche Meinungen eine große Rolle gespielt. Nachdem sich dieser Propaganda auch die Veröffentlichungen der westlichen Presse anschloss, haben die Christen diese Behauptungen, die jeder Grundlage entbehrten, als richtig angenommen. Ihre eigene Staatspolitik erforderte auch die Übernahme dieser Behauptungen. Dem Westen nach war dies ein Krieg zwischen Christen und Moslems und brutale Moslems massakrierten unschuldigen Christen. In diesm Fall war der einzige Ausweg die Unerstützung und der Schutz der christlichen Armenier gegen die Moslems, was auch wirklich umgsetzt wurde.

Doch dass die Angelegenheit dem nicht entsprach und die armenischen Komitees mit dieser Propaganda versuchten die mächtigen Staaten zu einem Eingriff gegen die Osmanen zu verleiten, steht in Dokumenten fest.

Der armenische Patriarch in Istanbul sagte am 6. Dezember 1876 zum britischen Botschafter Elliot „wenn eine Revolution nötig ist, um das Eingreifen von Europa einzuleiten und ihre Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken, ist dies sehr leicht.“ (7)

Der britische Botschafter Currie in Istanbul schickte am 28. März 1894 den folgenden Bericht geschickt:

„Das Ziel der Aufständischen in Erzurum war es Unruhen auszulösen, damit sie den Widerstand der Osmanen einleiten und somit das Eingreifen der ausländischen Länder ermöglichen können.“ (8)

Der britische Konsol in Erzurum Graves hat am 28. Januar 1895 in seiner Botschaft an die britische Botschaft in Istanbul erklärt „die Absicht der Komitees ist es eine generelle Unzufriedenheit hervorzurufen und die Osmanische Regierung und das Volk dazu zu veranlassen, die unwahren Qualen zu verbessern.“ (9)

Auf die Frage des Korrospondenten der Zeitung New- York- Herald, Sydney Whitman, ob es zu Auseinandersetzungen gekommen wäre, wenn kein armenischen Komiteemitglied in dieses Land gekommen und die Armenier zum Aufstand provoziert hätte, antwortete Graves folgendermaßen:

„Natürlich nicht, ich glaube nicht, dass dann auch nur ein Armenier ermordet worden wäre.“ (10)

Der stellvertretende britische Konsol in Van, Williams erklärte in seinem Schreiben vom 4. März 1896 folgendes: „Die Taschnak und Hindschak haben ihre eigenen Landsleute terrorisiert. Mit ihrem Übermaß und ihrer Raserei haben sie das moslemische Volk aufgehetzt, alle Bemühungen zur Anwendung der Reformen gelähmt. Für alle Ereignisse in Anatolien sind die Morde der armenischen Komitees verantwortlich.“ (11)

Der britische Botschafter in Adana Doughty Wily schrieb in seinem Bericht aus dem Jahre 1909 „die Armenier versuchen die Ausländer zum Eingreifen zu veranlassen.“

General Mayewski, der in Bitlis und Van als russischer Botschafter tätig war, hat im Jahre 1912 in seinem Bericht folgendes vermerkt:

„In den Jahren 1895 und 1896 haben die armenischen Komitees bei den Armeniern und dem einheimischen Volk solch eine Unsicherheit verbreitet, dass in diesen Gebieten die Realisierung irgendeiner Reform unmöglich war. Die armenischen Geistlichen bemühten sich um fast keine religiöse Ausübung. Dagegen haben sie zur Verbreitung des Nationalismus beigetragen. Solche Gedanken sind hinter den Mauern der geheimnisvollen Klosters zustande gekommen. Die Stelle von geistlichen Lehren nahm die Feindlichkeit gegenüber Moslems ein. Der Grund für die Aufstände in den Jahren 1895 und 1896 in vielen Städten der asiatischen Türkei sind weder die große Armut der armenischen Bauern, noch der Druck, dem sie ausgesetzt waren. Diese Bauern waren viel reicher und wohlhabender als ihre Nachbarn. Die Armenier haben aus folgenden drei Gründen revoltiert:

1. Die bekannten politischen Entwicklungen

2. Bei der armenischen Öffentlichkeit haben sich die Ansichten wie Nationalismus, Befreiung und Selbständigkeit entwickelt

3. Diese Ansichten wurden von den westlichen Regierungen unterstützt und mit Bemühungen und Suggestionen von armenischen Geistlichen verbreitet.“ (13)

Mayewski betonte in einem anderen Bericht von Dezember 1912: „Das Taschnak Komitee versucht durch Hass die Moslems und Armenier gegeneinander aufzuhetzen und somit ein Chaos zu verursachen. Dadurch wird dem russischen Eingriff eine Grundlage vorbereitet.“ (14)

Zum Schluss hat der Taschnak Ideologe Varandian zugegeben, dass sie „den Eingriff von Europa veranlassen“ möchten (15). Papazian schrieb „die Absicht der Aufstände ist, zu veranlassen, dass sich die europäischen Staaten in die Innenangelegenheit des Osmanischen Staates einmischen.“ (16)

Jeder Aufstand der armenischen Komitees wurde jedesmal unter dem Vorwand, dass die Europäer eingreifen werden, eingeleitet. An diese Propaganda haben auch einige Komiteemitglieders geglaubt. Bei der Besetzung der Osmanischen Bank hat das Komiteemitglied Armen Aknomi stundenlang auf das Kommen der britischen Flotte gewartet und danach seinem Schicksal gefolgt und Selbstmord begannen.

Sowohl in den Aussagen der armenischen Schriftsteller und Komitees, als auch der britischen und russischen Diplomaten, die die Armenier unterstützen, sieht man offen, dass die Gründe für den armenischen Aufstand weder die Armut und Reformen, noch die Behauptung nach einer Unterdrückung sind. Der Grund des Aufstandes ist der Wunsch Russlands und der westlichen Mächte, die zusammen mit der Kirche das Osmanische Reich teilen wollten.

Die Osmanen haben in anbetracht dieser Aufstände, das gemacht, was alle Staaten gemacht hätten und haben, um die Aufstände niederzuschlagen, Streitkräfte geschickt. Die Aufstände konnten in kurzer Zeit niedergeschlagen werden, weil die meisten des armenischen Volkes die Aktivitäten des Komitees nicht übernehmen konnten. Aber wie oben schon erwähnt, wurde jeder Niederschlag eines Aufstandes als „Blutbad“ dargestellt.

Die gefassten terroristischen Komiteemitglieder wurden mit Hilfe der mächtigen Staaten wieder freigelassen. Die Anführer des Zeytun-Aufstandes, der Besetzung der Osmanischen Bank und des Attentatsversuches auf Sultan Abdülhamid konnten mit dem Eingreifen der mächtigen Staaten unbekümmert die osmanischen Böden verlassen, obendrein konnten sie mit gefälschten Pässen zurückkommen, um neue Morde zu begehen.

Aber sowohl die Armenier als auch die mächtigen Staaten hatten ein Grundelement außer Betracht gelassen: Auf den im Namen der Armenier geforderten Territorien waren Armeniern nur eine Minderheit.

Die 6 östlichen Städte, auf denen die Armenier ein unabhängiges Armenien gründen wollten, sind Erzurum, Bitlis, Elazig, Diyarbakir und Sivas. Die Bodenwünsche der Armenier sollten sich mit der Zeit vergrößern und Adana, Allepo und Trabzon mit einziehen. Jetzt sollen die östlichen Städte anhand der westlichen Quellen, vorallem aber dem Französischen- Gelbe- Buch, das die armenische Einwohnerzahl am höchsten angibt, als Grundlage genommen und die Einwohnerzahlen in diesen Städten, sowie die armenische Einwohnerzahlen betrachten werden:

. Gesamte Armenische Einwohnerzahl Gesamte Armenisch gregorianische Quote (%) Einwohner
Erzurum 645,702 134,967 20.90
Bitlis 398,625  131,390 32.96
Van 430,000  80,798 18.79
Elaziz 578,814 69,718 12.04
Diyarbakir        471,462  79,129 16.78
Sivas 1,086,015 170,433 15.68
Adana 403,539 97,450 24.14
Aleppo  995,758 37,999 3.81
Trabzon 1,047,700 47,200 4.50

Es ist hier nützlich, kurz zu erwähnen, wie Russland die Armenier mit dem Versprechen nach einem Armenien gegen den Osmanischen Staat aufhetzte und wie es die Armenier in Russland behandelte und was die eigentlichen Absichten waren.

Als Russland in Kaukasien einmarschierte, wurde die Umsetzung einer Politik versucht, die die kaukasischen-Armenier zu Russen und Orthodoxen machen wollte. Mit dieser Absicht wurde im Jahre 1836 das Polijenia Gesetz verabschiedet. Die Befugnisse der Ecmiyazin Katolikos wurden eingeschränkt, die Versetzung von Katolikos ging in das Dienstgebiet des Zaren über. Im Jahre 1882 wurden die armenischen Zeitungen und Schulen geschlossen und im Jahre 1903 hat diese armenische Kirche den Besitztum der Gesellschaften und Schulen beschlagnahmt. Kurz gesagt, wie der berühmte Spruch des russischen Außenministers Lebonof Rostowski besagt: War ein „Armenien ohne Armenier“ beabsichtigt. Man sieht, dass einige armenische Schriftsteller versuchten, diesen Spruch der Osmanischen Regierung zu zuschreiben. Dieser Punkt gibt über den Charakter der armenischen Propaganda einen deutlichen Anhaltspunkt.

Die russische Unterdrückung und Gewalt gegenüber den Armeniern wurde sowohl von den armenischen, als auch von ausländischen Schriftstellern ausführlich erzählt. Folgenden zwei Beispiele dürften dafür ausreichend sein:

Der armenische Historiker Vartanyan schreibt in seinem Buch mit dem Titel „Die Geschichte der armenischen Bewegung“ folgendes:

„Die osmanischen Armenier waren im Vergleich gegenüber den Armeniern im zaristischen Russland in ihren Bräuchen, Religion, Literatur und Sprache unabhängig.“

Edgar Granville sagte: „Gegen die Grausamkeiten der Russen war der einzige Unterschlupf der Armenier das Osmanische Reich.“

Die eigentliche Absicht von Russland war es nicht einen armenischen Staat in Ostanatolien zu gründen, sondern diese Territorien seinem eigenen Land anzuschließen. In den Abkommen, die während des Ersten Weltkrieges über die Aufteilung des osmanischen Reiches ausgearbeitet wurden, wurden die Territorien, die den Armeniern für die Gründung eines selbständigen Staates zugesichert waren, zwischen Russland und Frankreich aufgeteilt. Der russische Zar sagte Ecmiyazin Katolika „In Russland herrsche keine Armenier-Frage“.

Der armenische Schriftsteller Boryan hat zu diesem Punkt mit den folgenden Worten ein treffendes Erkenntnis gemacht:

„Das zaristische Russland wollte niemals einen armenischen, selbständigen Staat gründen. Deshalb waren die Armenier, die für die armenische Selbständigkeit arbeiteten, eigentlich nur als Spione des Zarentums aktiv, damit Russland Ostanatolien erobern konnten.“

 

QUELLEN:

(1) URAS, Esat: o.g.W., Seite 212 – 215

(2) URAS, Esat: o.g.W., Seite 250 – 251

(3) SEMSI, Kara: o.g.W., pp. 20 – 21

(4) NALBANDIAN, Luase: Armenian Revolutionary Movement University of California Press, 1963, Seite 110 – 110

(5) PAPAZIAN K.S: Patriotism Perverted, Boston, Baiker Press, 1934, Seite 14 – 15

(6) Loris- Melikoff, Jean : La Revolution Russe et les Nouvelles Repobliques Transcaucasiennes, Paris 1920, Seite 81

(7) Englisches Außenministerium Archiv, F.O. 424/46, Seite 205 – 206, Nr. 336

(8) Englisches Blaues- Buch,-Nr. 6 (1894), Seite 57

(9) Englisches Blaues Buch- Nr. 6 (1894), Seite 222 – 223

(10) URAS, Esat;:o.g.W., Seite 426

(11) Englisches Blaues- Buch- Nr. 8 (1896), Seite 108

(12) SEMSI, Kara: o.g.W., Seite 11

(13) General MAYEWSKI: Statistigue des Provinces de Van et de Bitlis, Seite 11 – 13

(14) SEMSI, Kara: o.g.W., Seite 11.

(15) VARANDIAN, Mikayel; History of the Dashnagtzoutune, Paris, 1932, Seite 302, Papazian, K.S. o.g.W., Seite 19.

(16) PAPAZIAN, K.S: o.g.W., Seite 19.

HABEN DIE TÜRKEN DIE ARMENIER IM VERLAUF DER GANZEN GESCHICHTE TYRANNISIERT?

Mit dem Ziel die armenische „Völkermordpropaganda“ auf eine geschichtliche Grundlage zu setzen, wurde die Ansicht verteidigt, dass die Türken im Verlauf der ganzen Geschichte, die Nichtmoslems und Armenier schlecht behandelt haben. Denn sie wissen genau, dass sie anderenfalls die Frage nicht beantworten können, wie sich die Türken auf einmal zur totalen Vernichtung der Armenier beschlossen hätten, obwohl sie seit 600 Jahren mit ihnen zusammenlebten. Ein anderer Faktor dafür ist es, dass die Armenier durch die Entstellung der Tatsachen die Angelegenheit zu einem Kampf zwischen Christen und Moslems verwandeln und somit die Unterstützung der Christenwelt erhalten wollten…

In ihrem eigenen geschichtlichen Überblick steht geschrieben, dass die Armenier den Einzug der Türken nach Anatolien wegen der Tyrannei des Byzanz freudig empfangen haben. Zum Beispiel haben die Byzantiner versucht die Armenier- Kirche zu überwältigen und zu vernichten und die Seldschuken haben angefangen, sie in Schutz zu nehmen. Sie haben die schweren Steuern, die die Byzantiner von den armenischen Kirchen, Kloster und der geistlichen Klasse gefordert haben abgeschafft und diese von der Steuer befreit. Sie hielten sich aus den armenischen Gottesdiensten, der Erziehung und den inneren Angelegenheiten zurück und übten keinen Druck aus, um sie zum moslemischen Glauben zu bekehren. Der geistliche Führer der Armenier besuchte wegen dieser toleranten Haltung den seldschukischen Sultan Melikschach und sprach seinen Dank aus. Zusammengefasst haben die Armenier zu diesem Zeitpunkt ihre wahre Existenz als Gemeinschaft, sowohl ihre Religion und Kirchen dank der Türken schützen können.

Diese Tatsache wird von den armenischen Historikern mit Stolz zur Sprache gebracht. Der armenische Historiker Mateos aus Urfa berichtet in seiner Chronik Nummer 129 über den seldschukischen Sultan Melikschach folgendes:

„Das Herz von Melikschach war voll mit Liebe und Güte gegenüber den Christen. Er hat die Kinder Jesu sehr gut behandelt. Er hat dem armenischen Volk Wohlstand, Frieden und Glück gebracht.“ (1)

Mateos hat nach dem Tode von Sultan Kilic Aslan folgendes geschrieben:

„Der Tod von Kilic Aslan hat die Christen in Trauer versetzt. Denn dieser Sultan war ein nächstenliebender Mensch mit gutem Charakter.“

Wie gut die seldschukischen Türken gegenüber den Armeniern waren, sieht man auch daran, dass manche armenischen Herren, wie die Taschirk- Familie von selbst Moslem wurden und mit den Türken gegen die Byzantiner kämpften.

Worte darüber, dass die Türken die Nichtmoslems gut behandelt haben, steht auch in der islamisch-türkischen Philosophie. Diese Philosophie kann man folgendermaßen zusammenfassen: Wenn die Türken das Gebiet, in dem das nichtmoslemsische Volk lebt, an ihre eigene Heimat hinzufügten, schlossen sie mit der Bevölkerung dieses Gebietes ein Abkommen das Zimma genannt wurde ab. Das Recht und Rechtswesen der nichtmoslemischen Bevölkerung wurde mit diesem Abkommen in Schutz genommen und diese Bevölkerung wurde Zimmi genannt. Somit wurde den Menschen von einer anderen Religion eine solche Toleranz gezeigt, die bis zu diesem Zeitpunkt nicht vorhanden war. Die Philosophie der derzeitigen großen Denker, wie Yunus Emre und Mevlana Celaleddin Rumi, die „Betrachte die 72 Nationen mit den gleichen Augen“ und „Egal wer du auch bist, komm“ sagten, müssen im Rahmen dieser Philosophie des Menschentums und Toleranz bewertet werden. Wenn man die Streitigkeiten zwischen den christlichen Glaubensrichtungen und vor allen Dingen die Grausamkeit der Byzantiner gegenüber den Armeniern betrachtet, sieht man ganz offen, wie menschlich diese Annährung ist.

Nach der Gründung und Entwicklung des Osmanischen Staates und besonders nach der Eroberung Istanbuls und somit der Untergang des Byzantinischen Reichs begann für die Armenier eine neue Ära des Friedens, der Sicherheit, Ruhe und des Wohlstands. Zum ersten Mal in der Geschichte waren sie vom religiösen, politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Druck befreit…

Wie bekannt, ist das Osmanische Reich türkischer Herkunft, hat eine islamische Struktur und ist ein Reich mit vielen Nationen. Diese mehrfach nationalisierte Struktur hat sowohl für die Türken, als auch für die anderen Nationen Platz. Damit sich die Armenier vor der Unterdrückung der Byzantiner schützen konnten, erlaubte der erste osmanische Padischah Osman Bey zum Beispiel, dass sich die Armenier in Anatolien als eine eigene Gesellschaft organisieren konnten und in Kütahya in Westanatolien wurde das erste Religionszentrum der Armenier gegründet. Als dann Bursa eingenommen und zur Hauptstadt erklärt wurde, wurde das Religionszentrum von Kütahya nach Bursa übertragen und nachdem Fatih Sultan Mehmet Istanbul eroberte, wurde das religiöse Oberhaupt der Armenier Hovakim 1461 von Bursa nach Istanbul gebracht und auf die Verordnung von Fatih wurde in Istanbul ein armenisches Patriarchart gegründet. (2) Daraufhin haben von Han, Kaukasien, Ost- und Mittelanatolien, Balkan und Krim die armenischen Wanderungen nach Istanbul begonnen und das Osmanische Reich wurde ein Anziehungszentrum für die Armenier. Wie man sieht, haben sich die armenische Gesellschaft und Kirchen parallel zur Entwicklung des Osmanischen Reiches entwickelt.

Das Osmanische Reich hat die gregorianischen Armenier unter dem Namen „Nation“ organisiert und ihre Leitung dem eigenen religiösen Oberhaupt überlassen. In der Verordnung von Fatih Sultan Mehmet, die das armenische Patriarchart gründen ließ, ist die Bestimmung gefasst worden, dass der Patriarch das geistliche und weltliche Oberhaupt aller im Reich lebenden Armenier ist.

Die Armenier konnten alle Rechte, wie die Moslems nutzen. Sie hatten sogar einige Vorteile, wie zum Beispiel, dass sie nicht zum Militärdienst einberufen wurden. Dies führte zur Fortsetzung ihrer Familien und somit zu einem Wohlstand.

Von den Moslems und Nichtmoslems wurden Tribut und Kopfsteuer verlangt, dagegen wurden sie von den Almosen- Zehntelsteuer, die die Moslems zahlen mussten, befreit. Die Festlegung, wie die Tribut- und Kopfsteuer auf die armenische Gesellschaft verteilt wird, wurde den religiösen Oberhäuptern überlassen.

Wenn die finanziellen Kräfte der Armenier nicht ausreichten, um ihre religiösen, kulturelle und wohltätige Arbeiten zu leisten, half die Osmanische Regierung ihnen dabei. Sie ersetzte die Fehlbeträge des Patriarcharts und leistete den armenischen Vereinigungen finanzielle Unterstützung. Dieses Stiftungssystem ist heute noch erhalten.

Hier soll auch noch auf folgendes aufmerksam gemacht werden: Da sich die Orthodoxen-Griechen vor den Armeniern organisiert haben, sind alle anderen christlichen Bevölkerungselemente, außer den Orthodoxen-Griechen, als Agens angsehen. Unter diesen Bevölkerungselementen befanden sich die Paulikien und Jakobiner in Anatolien, die Bogomilen auf dem Balkan, sowie die Christen, die in keinem Verhältnis zum Armeniertum standen. Diese Tatsache muss vor allen Dingen bei Diskussionen über die armenischen Einwohner im Osmanischen Reich vor Augen gehalten werden.

Zur Zeit des Osmanischen Weltstaates genoss die armenische Gesellschaft ihre Rechte und Privilegien vollkommen und lebte in Wohlstand…Außerdem akzeptierte sie die türkisch-osmanische Kultur, Lebensart und Verwaltung …Somit gewannen die Armenier das Vertrauen der Osmanen und wurden als „Treue Nation“ genannt. Die osmanischen Armenier sind Dank diesem Titel sowohl im beruflichen Bereich, als auch in öffentlichen Diensten an wichtige Stellen gekommen. Von den osmanischen Armeniern sind 29 Paschas, 22 Minister, 33 Abgeordnete, 7 Botschafter, 11 Generalkonsule und Konsule, 11 Mitglieder des Lehrkörpers an Universitäten und 41 hochrangige Beamten eingetragen. Unter den armenischen Ministern übten einige sehr wichtige Posten als Außen- Finanz- Handels- und Postminister aus. (3)

Die Armenier haben wichtige Beiträge zur osmanisch-türkischen Kunst, Kultur und Musik geleistet und berühmte Künstler hervorgebracht. Diese Künstler werden heute noch als Stolz der türkischen Armenier und Türken erwähnt.

Hier ist es auch angebracht zu erwähnen, dass die erste armenische Druckerei auf der Welt im XVI. Jahrhundert in Istanbul gegründet wurde.

Somit haben die Armenier, die Türken aber an erster Stelle, mit den ganzen Bevölkerungselementen bis zum Ende des XIX. Jahrhunderts in Frieden und Vertrauen gelebt, sie hatten überhaupt keine Beschwerden oder Probleme mit der osmanischen Verwaltung.

Neben dem ist es zeitweilig zu Meinungsverschiedenheiten untereinander gekommen. Zwischen den Armeniern, die vor und nach der Eroberung von Istanbul aus Anatolien und Krim in diese Stadt kamen und als „einheimisch“ bezeichnet wurden und den aus dem Iran und Kaukasus kommenden Armeniern, die „Provinzler“ genannt wurden, kam es wegen der Wahl des armenischen Patriarchen zu einem Wettstreit. Sie beschwerten sich bei den Osmanen und versuchten die Verwaltung für sich zu gewinnen. Die Osmanen hingegen verhielten sich neutral. Nachdem die „Provinzler“ diesen Wettstreit für sich entschieden, wurden auch Nichtgeistliche zu diesem Amt ernannt. Der Kampf um Rang und Titel verwandelte sich von Zeit zu Zeit in blutige Auseinanderestzungen. In diesem Fall griffen die Osmanen ein und verhinderten eine gegenseitige Beschuldigung unter den Armeniern.

Konfessionsstreitereien waren ein anderer Punkt, warum die Armenier sich gegenüber standen.

Wegen ausländischem Eingreifen verbreitete sich unter den Armeniern Katholizismus und Protestantismus. Dies erweckte bei den gregorianischen Armeniern eine große Empörung. Sie wandten sich an die Osmanische Regierung und forderten, dass dies verhindert werden sollte. Da die Osmanische Regierung diese Entwicklung, als einen Innenstreit ansah und sich nicht einmischte, kam es wieder zu blutigen Kämpfen und die Armenier, die den Protestantismus akzeptiert hatten, wurden von den Patriarchen Cuhaciyan und Tahtaciyan mit dem Kirchenbann belegt. (4) Später kam es unter den Katholiken zu Streitigkeiten, ob sie an den Vatikan gebunden sind oder nicht. Der Papst hat die Armenier, die nicht an den Vatikan gebunden waren, mit dem Kirchenbann belegt, die osmanische Verwaltung griff ein, und versöhnte im Jahre 1888 diese beiden katholischen Gruppen.

Die große Toleranz der Osmanen gegenüber Nichtsmoslems machte das Imperium bis zu seinem Niedergang zu einem Zufluchtsort für alle wegen ihres Glaubens grausam verfolgten Menschen. Die von einer christlichen Konfession grausem unterdrückten und von Katholiken misshandelten Juden fanden Zuflucht bei den Osmanen. Ein wichtiges Bespiel dafür ist die Einwanderung der Juden im XV. Jahrhundert aus dem katholisch beherrschten Spanien ins Osmanische Reich. In den darauffolgenden Jahrhunderten fanden auch Juden aus Frankreich, Mitteleuropa und Russland Zuflucht im Osmanischen Reich.

Wenn die Tatsachen so sind, wie kann man dann die Behauptungen über Misshandlung der Nichtmoslems und Armenier durch Türken mit Logik, Gewissen, gesundem Menschenverstand und Gerechtigkeit in Einklang bringen? Man müsste entweder keine geschichtlichen Kenntnisse haben oder sich von Vorurteilen leiten lassen, um derartige Behauptungen aufzustellen. Die entsprechenden Behauptungen werden von ausländischen Historikern und Schriftstellern widerlegt…

Von Asoghik und Matios bis Voltaire, Lamartine, Claude Farrare, Pierre Loti, Nogueres, Ilone Caetaini, Philip Marschall Brown, Michelet, Sir Charles Wilson, Politis, Arnold, Bronsart, Roux, Grousset, Edgar Granville, Garnier, Toynbee, Lewis, Price, Bombaci und Shaw geben viele Historiker und Schriftsteller den Türken Recht, obwohl manche von diesen nicht besonders türkenfreundlich waren…

Dieses Thema soll mit kurzen Zitaten abgeschlossen werden.

Voltaire:

„Die Türken verwalten 20 Nationen verschiedenen Glaubens in Frieden… Türken haben den Christen gelehrt im Krieg humanitär und beim Sieg mild zu sein…“

Philip Marschall Brown:

„Trotz ihrer großen Siege haben die Türken die Völker in den von ihnen eingenommenen Gebieten das Recht großzügig anerkannt, sich gemäß ihrer Gesetze und Traditionen selbst zu verwalten… „

Politis,Außenminister der Venizelos-Regierung:

„Die Interessen der Griechen in der Türkei konnten von keiner anderen Macht besser geschützt werden als von Türken… „

J.W.Arnold:

„Es ist eine nicht zu leugnende historische Tatsache, dass die türkischen Armeen sich nicht in die religiösen und kulturellen Angelegenheiten, in den von ihnen eroberten Gebieten eingemischt haben …“

Der deutsche General Bronsart:

„Die Türken haben die toleranteste Einstellung gegenüber Menschen anderen Glaubens, falls man nicht gegen sie vorgeht…“

Ein letztes Beispiel: Nach der Niederlage von Akka wollte Napoleon Bonaparte die katholischen Armenier im Osmanischen Reich zum Aufstand gegen die Verwaltung aufhetzen um Rache auszuüben. Er fragte seinem Botschafter in Istanbul Sebastiani, ob das möglich wäre. Die Antwort des Botschafters war eindeutig:

„Armenier sind so zufrieden mit ihrem Leben, dass dieser Plan nicht verwirklicht werden kann… „

Quellen:

(1) MATEOS aus URFA: (Mathieu d’Edesse), Chronicles- Nummer 129

(2) URAS, Esat: Die Armenier in der Geschichte und die Armenier-Frage, 2. Auflage, Istanbul, 1976, Seite 149.

(3) Die Realität von den türkischen Armeniern, Jamanak Ausgabe, Istanbul, 1980, Seite 4 und KOÇAS, Sadi: Die Armenier während der Geschichte und die türkisch-armenisch Beziehung , Ankara, 1967, Seite 92-115.

(4) SCHEMSI, Kara: Turcs et Armeniens devant I´Histoire, Genere. Imprimeric Nationale, 1919, Seite 19

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